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35 Prozent mehr Pendler im Kreis Traunstein seit 2000

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Kaffeepause am Steuer – klingt gut. Viele Berufspendler machen sie allerdings nicht freiwillig. Für sie bedeutet der Weg zur Arbeit immer wieder Staufrust. Foto: IG Bau

Immer mehr Pendler im Landkreis Traunstein: Zuletzt verließen 23 Prozent aller Berufstätigen auf dem Weg zur Arbeit die Grenzen des Landkreises – 35 Prozent mehr als noch im Jahr 2000.


Die Zahl der Berufspendler ist in den letzten Jahren stark angestiegen. So auch im Landkreis Traunstein. Das hat die IG Bauen-Agrar-Umwelt mitgeteilt. Die IG BAU Oberbayern beruft sich dabei auf eine aktuelle Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Danach zählt der Landkreis Traunstein rund 15 000 sogenannte Auspendler.

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Die Gewerkschaft nennt den Trend "alarmierend". Immer mehr Menschen müssten immer weitere Strecken zur Arbeit zurücklegen – und verbringen immer mehr Lebenszeit im Stau, kritisiert Bezirkschef Michael Müller. Dafür sei maßgeblich auch eine verfehlte Wohnungsbaupolitik in den Ballungsgebieten verantwortlich.

Mehr als 50 Kilometer pendeln? Für viele gang und gäbe...

"Seit Jahren hält das Angebot bezahlbarer Wohnungen nicht mit dem Bedarf Schritt. Wir haben gerade in den größeren Städten eine gute Entwicklung bei den Arbeitsplätzen, aber für die Menschen wird es immer schwieriger, sich dort auch eine Wohnung zu leisten", sagt Müller. Strecken von über 50 Kilometern bis zum Betrieb seien mittlerweile gang und gäbe. Dies belaste nicht nur die Umwelt, sondern auch die Nerven und die Gesundheit der Betroffenen.

Die IG BAU fordert ein Umdenken in der Wohnungspolitik. "Die öffentliche Hand muss viel mehr als bisher investieren, um bezahlbaren Wohnraum in den Metropolen und Ballungsräumen zu schaffen", betont Müller. Es würden mehr Sozialwohnungen und mehr bezahlbare Mietwohnungen gebraucht. Dafür müsse es eine deutlich bessere Förderung geben – etwa durch höhere steuerliche Abschreibungen und gezielte KfW-Programme. Durch solche Anreize für das Bauen im bezahlbaren Segment ließe sich ein Großteil der fehlenden Wohnungen errichten.

Straßen, Schienen und Radwege müssen ausgebaut werden

Um die Berufspendler im Kreis Traunstein zu entlasten, müsse mittelfristig jedoch auch die Verkehrsinfrastruktur ausgebaut werden, fordert Müller. "Wir brauchen bessere Schienennetze und mehr Radwege. Aber auch bei Straßen und Brücken ist der Nachholbedarf groß." 

Die Entwicklung im Landkreis ist nach Angaben des BBSR Teil eines bundesweiten Trends: Im Jahr 2015 pendelten 60 Prozent aller Beschäftigten zum Arbeitsplatz. Durchschnittlich legten sie dabei 16,8 Kilometer zurück. 15 Jahre zuvor lag die Pendlerquote in Deutschland noch bei 53 Prozent.

Pressemeldung des IG Bau-Bezirksverbands Oberbayern