weather-image

35 000 Festivalbesucher erlaubt

0.0
0.0

Übersee. Im Zuge der Neuorientierung des ehemaligen »Chiemsee-Reggae-Festivals« hat der Überseer Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einer Erhöhung der Besucherzahlen um 5000 von derzeit 30 000 auf 35 000 gleichzeitig anwesender Besucher zugestimmt.


Damit hat sich Übersee als gastgebende Gemeinde der Meinung der »großen Behördenrunde« von Landratsamt, Polizei, Bundespolizei, Verkehrsbehörde, Bundesautobahn-Direktion, Rettungsdienst und Feuerwehr angeschlossen, die der Erhöhung schon im Vorfeld grünes Licht gegeben hatte. Weg vom »Schlamm- und Dreck-Festival« will Veranstalter Martin Altmann, Geschäftsführer der CRP Konzertagentur, schon seit langem. Mit Verschönerungen, Bodenbefestigungsmaßnahmen und Verbesserungen der Sanitäranlagen auf dem rund 50 000 Quadratmeter großen Gelände hatte er in den vergangenen Jahren schon gegengesteuert.

Anzeige

Nachdem im letzten Jahr auch noch die Programmvielfalt verloren gegangen war und man sich mit zurückgehenden Besucherzahlen konfrontiert sah, plante Altmann zum heuer 20-jährigen Bestehen mit einem neuen Konzept eine Zäsur. Ziel ist es, künftig auch ein etwas älteres Publikum zu gewinnen und das Festival generell breiter aufzustellen.

»Der neue Name 'Chiemsee Summer' und Erweiterungen in zeitlicher und musikalischer Hinsicht geben die neue Richtung vor«, erläuterte der für Planungssicherheit und Verkehr zuständige Daniel Schlatter in der Sitzung. Das neue Motto heißt: »100 Künstler in fünf Tagen auf fünf Bühnen«. Trotz mehr Bühnen und mehr Programm sollen aber die abendlichen Spielzeiten verkürzt werden und auf der Haupttribüne beispielsweise schon um Mitternacht Schluss sein.

Auch die Infrastruktur wird nach den Worten von Schlatter mit einem neuen Parkzentrum nördlich der Bahn, mehr Campingplätzen, mehr Wohn-Komfort in 14 Almhütten als zusätzliche Übernachtungsmöglichkeiten und mehr Fläche verbessert.

Weitestgehend positiv äußerten sich die Gemeinderäte über Altmanns Antrag zur Besuchererweiterung auf 35 000. »Ich sehe die ganze Sache positiv, auch wegen der Verbesserungen in jedem Jahr«, meinte Erika Stefanutti (Freie Bürgerliste, FBL).

Kritische Stimmen kamen lediglich von Herbert Strauch (FBL) und Anton Stefanutti (Die Grünen). »Irgendwann muss es an Erweiterungen mal genug sein«, mahnte Strauch. Und Stefanutti hätte vor einer endgültigen Zustimmung gerne einen Probelauf gehabt.

Zur Freude von Bürgermeister Marc Nitschke stimmten letztendlich aber alle Gemeinderäte für die Erhöhung der Besucherzahlen: »Das ist der erste einstimmige Beschluss in Sachen Festival seit vielen Jahren.«

Übrigens: Rasta-Fans müssen trotz des neuen Namens nicht um »ihre« Musik fürchten. »Es wird heuer trotz der Erweiterung um Rock und Elektro soviel Reggae geben wie noch nie zuvor«, versicherte der Veranstalter. bvd

Mehr aus der Stadt Traunstein