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32 000 Euro für Projekte im Amazonas-Gebiet

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Grabenstätt. »Ohne unser Brasilienfest sind unsere Aktivitäten um ein Vielfaches weniger geworden«, betonte Vorsitzende Uschi Erl bei der Jahreshauptversammlung der Partnerschaftlichen Brasilienhilfe im Pfarrsaal.


Konzentriert habe man sich wieder auf die beiden Jugendzentren im brasilianischen Amazonas-Gebiet, dem »Centro Esperanca« (Zentrum der Hoffnung) in Tapauá und jenem in Lábrea. »Im Vorjahr hatten wir über 32 000 Euro Projektausgaben«, betonte Erl. Ein Sonderlob erhielten die Sternsinger aus Grabenstätt, Erlstätt und Grünwald, die zusammen rund 14 328 Euro gesammelt hätten. Das Geld sei sofort nach Tapauá überwiesen worden, im Januar folgten weitere 8000 Euro.

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10 000 Euro, davon 3120 Euro Messstipendien aus Teisendorf, habe man Bischof Dom Jesus nach Lábrea überwiesen. Insgesamt habe man über 30 000 an Spenden erhalten, das sei »eine gute Summe«, freute sich Erl.

Frei Miguel denke darüber nach, das Zentrum der Hoffnung in Tapauá, in dem vormittags 100 und nachmittags 90 Kinder untergebracht seien, zu erweitern, da es mittlerweile aus allen Nähten platze. Die Kinder erlernen dort lebenspraktische Fertigkeiten wie Holzarbeiten, Nähen, Sticken, Stricken, Kochen, Musik und das Zehn-Finger-System. Zudem erhalten sie täglich eine kostenlose warme Mahlzeit und eine Brotzeit. Die andere Hälfte des Tages verbringen sie in der Schule.

Miguel plane zudem, den Sportplatz zu erweitern, um öfters Sport anbieten zu können, berichtete Erl. Da auch der Musikunterricht sehr gut angenommen werde, habe er einen zweiten Gitarrenlehrer eingestellt. Die fleißigen Gitarrenschüler hätten sogar mit einer Gospelsängerin eine CD aufnehmen dürfen.

Disziplin werde in den Centros großgeschrieben, »bei so vielen Kindern ist das auch zwingend nötig«, so die gebürtige Brasilianerin Betty Wülfing. Da die gesetzlich verankerten Zuschüsse des Staates, beispielsweise auch die Erziehergehälter, nur unregelmäßig fließen und oft auch ganz ausbleiben würden, »müssen wir weiterhin in der Lage sein, mit Spendengeldern in die Bresche zu springen«, appellierte Job Wülfing. »Ohne unsere Spenden hätten die Centros längst schließen müssen«, stellte Erl klar.

Gerade in jüngster Zeit habe man das Gefühl gehabt, dass ein Großteil der staatlichen Gelder in den Bau der Fußballstadien geflossen sei, von denen eines in Manaus stehe. Man frage sich schon, welchen Zweck dieses riesige Stadion im Urwald nach der WM erfüllen solle, da es dort nicht einmal keinen großen Fußball-Club gebe, mahnte Erl an. Trotz allem sei der Fußball auch bei den Mädchen und Buben in den Centros weiterhin das »Non plus Ultra«.

Positive Entwicklungen gebe es in der Region bei der medizinischen Versorgung. So habe die Prälatur von Dom Jesus, der schon einmal in Grabenstätt war, aus Spanien ein Boot erhalten, mit dem die aus medizinischen Fachkräften bestehende Crew zwölftägige Flusstouren durch den Urwald unternehme, um die dort in ärmlichen Verhältnissen lebenden Menschen wenigstens einmal jährlich medizinisch zu behandeln und mit gespendeten Medikamenten zu versorgen. Gezeigte Fotos verdeutlichten den Erfolg dieser Mission.

Obwohl auch heuer schon wieder viel Geld nach Brasilien geflossen ist, konnte Irmgard Gottsmann einen erfreulichen Kassenstand vermelden. Erl würdigte alle Mitglieder »für euer Dasein und eure Unterstützung«. Auf die Frage, ob es andere Möglichkeiten gebe, Geld für Brasilien zu sammeln, betonte Betty Wülfing, dass man immer offen sei für neue Ideen und dass man da auch erfinderisch sein müsse. Als Beispiel nannte sie einen Gottesdienst in Pfaffenhofen, den die ehemalige Grabenstätter Gemeindereferentin Marion Ringler mit De Colores in der Fastenzeit gestaltet habe. Das Interesse – auch an ihrem Vortrag über die Projekte der Grabenstätter Brasilienhilfe und die Probleme im Amazonas-Gebiet – sei groß gewesen. mmü