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300 Jahre Kirchturm Traunwalchen

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Beim Jubiläum »300 Jahre Kirchturm Traunwalchen« versammelten sich die Kinder vor der Kirche und ließen bunte Luftballone in die Lüfte steigen. (Foto: Rasch)

Traunreut – Der »Geburtstag« des Traunwalchner Kirchturms wurde im Rahmen des Erntedankfests mit einem ganz besonderen kirchenmusikalischen Werk gefeiert.


Der Kirchenchor Traunwalchen und ein reich instrumentiertes Orchester unter der Leitung von Manfred Hausotter gestalteten den Gottesdienst in der Pfarrkirche mit der Cäcilienmesse in G-Dur von Charles Gounod. Auch die Turmbläser trugen vor und nach dem Gottesdienst zur Feststimmung mit bei.

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Nicht nur auf den Chor und seine Solisten Irmi Irgmeier (Sopran), Hans Bernhard Kesy (Tenor) und Günther Datz (Bass) auf der Empore war Verlass, sondern auch auf die Bläser, die sich am Seitenaltar postierten. Die Messe, die der Pariser Komponist Gounod 1855 anlässlich des Festes der Heiligen Cäcilie, der Schutzpatronin der Kirchenmusik, komponierte, sorgte für besonders feierliche Stimmung.

Pfarrer Richard Datzmann vereinte den liturgischen Gedanken des Erntedankfests und das Jubiläum »300 Jahre Kirchturm Traunwalchen«. Er dankte Gott für die Ernte des Jahres – die von den Trachtenkindern in Form von Gemüse, Brot und Früchten vor dem Altar abgelegt wurde – und den Menschen, die nach dem 30-jährigen Krieg die Idee hatten, die damals gotische Kirche Mariä Geburt mit ihrem Spitzhelmturm zu »barockisieren«. Dadurch habe der Kirchturm 1717 eine neue achteckige Glockenstube mit Doppelzwiebelaufsatz erhalten und gelte seither als einer der schönsten Türme in der Region, sagte Datzmann. »Darauf kann Traunwalchen stolz sein.«

Er erinnerte auch daran, dass nach rund 300 Jahren an den Holzstützen der Kuppel der Zahn der Zeit genagt habe. Vor zwölf Jahren sei eine Sanierung des Kirchturms unumgänglich gewesen. Wegen der stark angefaulten Holzstützen hatte der Statiker keine Garantie mehr gegeben, dass der rund 50 Meter hohe Turm einem stärkeren Sturm standhalten werde.

In einer spektakulären Aktion wurde die oberste Kuppel abgetragen und nach einer umfangreichen Renovierung wieder aufgebracht. Bilder davon sind auch in einer Bilderausstellung in der Kirche zu sehen, die zum Jubiläum initiiert wurde. Unter dem Motto »Wie sehen die Traunwalchner ihren Kirchturm?« steuerte das ganze Dorf – von den Kindergartenkindern über Schulklassen bis zu Hobbymalern und -fotografen – selbstgemalte Bilder, Kupfer-Prägearbeiten, Fotografien, Impressionen und vieles mehr zu der Ausstellung bei.

Nach dem Gottesdienst versammelten sich auf dem Kirchplatz die Kinder, die im Pfarrheim einen eigenen Gottesdienst feierten. Auf Kommando ließen sie ihre bunten Luftballone in die Lüfte steigen. Unterdessen hatten die vielen freiwilligen Helfer der Pfarrei für ein gemeinsames Mittagessen im Pfarrheim gesorgt.

Gestärkt machten sich die Familien dann auf den Weg zu einer Bildersuchwanderung durch Traunwalchen. Während sich die jüngsten Besucher auch bei einer Spiele-Olympiade oder bei einem Puppentheater vergnügten, führte Ortsheimatpfleger Johannes Danner in der Pfarrkirche durch die Kirchengeschichte. Die Pfarrkirche Mariä Geburt in Traunwalchen wurde zum ersten Mal 1383 schriftlich erwähnt. Im 15. Jahrhundert entwickelte sich die Marienkirche zur bedeutendsten Marienwallfahrtskirche im Chiemgau. ga

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