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30 Staatspreisträger an der Berufsschule I

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Sie schlossen mit 1,0 ab (von links): Marinus Enzinger (Fachinformatiker), Johann Stadler, Franz Reiter (beide Zimmerer) und Christina Grünberger (Konditorin). Landrat Hermann Steinmaßl (Mitte) und Schulleiter Willi Barke (rechts) gratulierten den Absolventen. (Foto: Wittenzellner)

Traunstein. Ihren gelungenen Abschluss haben die Schüler der zwei- und dreijährigen Ausbildungsberufe in den Fachbereichen Metall, IT, Bau/ Holz/ Farbe und Ernährung der Staatlichen Berufsschule I Traunstein feiern können. Landrat Hermann Steinmaßl war ebenso in die voll besetzte Berufsschulaula der BS I gekommen wie auch Vertreter der Ausbildungsberufe und viele Angehörige der Berufsschüler, die nach rund zwei Stunden Festprogramm dann von ihren Klassenlehrern das begehrte Schulzeugnis ausgehändigt bekamen.


Dabei erreichten eine Reihe von Schülern gute bis ausgezeichnete Ergebnisse. Herausragend dabei: Marinus Enzinger (Fachinformatiker), Franz Reiter, Johann Stadler (beide Zimmerer) und Christina Grünberger (Konditorin) erzielten jeweils die Traumnote 1,0. Insgesamt 30 Absolventen bekamen einen Staatspreis. Bei der Abschlussfeier konnten genau 312 Berufsschüler ihr Zeugnis entgegennehmen. Rund ein Drittel der erfolgreichen Schulabgänger bekamen gleichzeitig noch den mittleren Schulabschluss dazu.

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Die Abschlussfeier begann nachdenklich mit den »Gedanken zum Tag«. Einige Schüler machten klar, dass der Tag für sie ein Tag zum Feiern sei, aber auch eine gute Möglichkeit, sich bewusst zu machen, dass jeder letztlich selbst dafür verantwortlich ist, wie er seine Talente und Fähigkeiten in einem Umfeld guter Rahmenbedingungen einsetzt. Junge talentierte Schüler der BS I zeigten daneben ihr musikalisches Können und untermalten die würdige Feier mit bayerischen Klängen.

Landrat Hermann Steinmaßl betonte, dass die BS I »einer der wichtigsten Bestandteile der Schullandschaft in Traunstein sei« und wies darauf hin, dass sich das duale System – die Ausbildung in Betrieb und Schule – bewährt habe. Er lobte die gute Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Schule und schloss auch die Politik in dieses fruchtbare Zusammenwirken mit ein. Den jetzt fertig gewordenen jungen Handwerkern rief er zu, dass sie neben dem Handwerk in einer immer komplexer Materie auch »Kopfwerk« erlernen und praktizieren würden und müssten. Die heimatliche Region biete den Menschen einen Ort, an dem man gut arbeiten und leben könne.

Schülervertreter Marinus Enzinger sprach das aus, was so mancher junge Facharbeiter immer wieder hört: »Wir sind Teil der Gruppe der gesuchten und umworbenen Fachkräfte.« Er bedankte sich im Namen der Schüler bei allen Beteiligten an der Berufsschule und den Ausbildungsbetrieben »für ihre Einsatzbereitschaft für den beruflichen Nachwuchs«.

Eicher: »Ihr habt einen großen Schritt getan«

Peter Eicher, Kreishandwerksmeister, betonte, dass auf dem Arbeitsmarkt »paradiesische Zustände« insbesondere für Auszubildende herrschen würden, wenn man sich die Situation im Vergleich zu südeuropäischen Staaten, wo es eine hohe Jugendarbeitslosigkeit gebe. Die jungen Absolventen an der BS I hätten »die ihnen gebotenen Chancen des dualen Systems genutzt und mit der erfolgreichen Ablegung der Prüfung einen großen Schritt getan«. Eicher ermutigte die jungen Fachkräfte, sich an den Entscheidungsprozessen in der Öffentlichkeit zu beteiligen und sich auch im Ehrenamt zu engagieren.

In seiner Ansprache betonte Schulleiter Barke, dass es für Auszubildende derzeit »traumhafte Zustände« gäbe. Dies gälte für diejenigen, die eine Lehre beginnen wollen. Anders verhalte es sich bei Betrieben, die Auszubildende suchen. Gerade in den Nahrungsberufen Metzger, Bäcker, Konditoren und Verkäuferinnen sowie im Hotel- und Gaststättengewerbe mit Koch, Hotel- und Restaurantfachmann beziehungsweise -frau sei die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen »erschreckend«. Hier drohe, wenn es kein gemeinsames entgegenwirken gäbe, der Tourismusregion Chiemgau »der Kollaps«, malte der Schulleiter ein Krisenszenario an die Wand.

Hubert Schmid, Schulleiter der Franz-von-Kohlbrenner-Mittelschule Traunstein, ging ergänzend kurz auf die Berufsfindungsklasse (B-Klasse) und das Berufsvorbereitungsjahr kooperativ (BVJ/k) ein, das in dem zu Ende gehenden Schuljahr 13 beziehungsweise 22 Schüler besuchten. Er zeichnete ebenfalls die Klassenbesten Dominik Mader und Andreas Gastl aus. awi