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30 Prozent der Bienenvölker haben nicht überlebt

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Laut einer Umfrage unter den Imkern im Landkreis Traunstein haben 5500 Bienenvölker den Winter nicht überlebt. Hauptursache ist der Befall durch die Varroamilbe. (Foto: dpa)

Erschreckend ist das Ergebnis, das Wolfgang Lewald in der Tagung des Varroa-Arbeitskreises im Landkreis Traunstein, bekannt gab. Bei einer Umfrage unter 260 Imkern kam heraus, dass 5500 Bienenvölker den Winter nicht überlebt haben. Das sind knapp 30 Prozent aller 1650 Bienenvölker im Landkreis Traunstein. Hauptursache ist der Befall durch die Varroamilbe. Allein der Verlust im Landkreis wird mit einem Wert von 215 000 Euro beziffert.


Da nicht alle Verluste gemeldet wurden, geht der Arbeitskreis aber davon aus, dass die Verlustrate sogar noch deutlich höher liegt. Durch eine verbesserte Bienenvölkerführung und geänderte Behandlungskonzepte soll nun weiter intensiv versucht werden, den Befall durch die Varroamilbe zu verringern.

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Da bei der Umfrage auch die möglichen Behandlungsmethoden und Einsatzzeiten der Behandlungsmittel, sowie die Behandlungsergebnisse gegen die Varroamilbe abgefragt wurden, erhielt Wolfgang Lewald von den etwa 260 Imkern wertvolle Informationen und Anregungen darüber, wie durch eine verbesserte Völkerführung die Varroamilbe weiter dezimiert und bekämpft werden kann.

Zudem müsse auf breiter Front eine Änderung der Behandlungskonzepte diskutiert werden, so Lewald. Die Ergebnisse werden in einem nächsten Schritt den Vorständen und Ortsvorsitzenden der Imkervereine präsentiert. Dann wird auch besprochen, wie diese Maßnahmen in der Praxis umgesetzt werden können. So könnte es etwa kurz vor der Sommerbehandlung Schulungen für Imker an vier oder fünf Standorten geben.

Karl-Heinz von Knoerzer-Suckow aus Siegsdorf berichtete den Mitgliedern des Varroa-Arbeitskreises über seine Versuche, eine »Bienensauna« zu bauen. Bei den höheren Temperaturen in diesem speziellen Konstrukt könnte sich die Biene »gesund schwitzen«, während die wärmeempfindliche Milbe absterben würde. Ein noch zu lösendes Problem ist laut Knoerzer-Suckow die gleichmäßige Wärmeverteilung in dem speziellen Kasten.

Ein weiteres Thema der Arbeitskreissitzung war der Einsatz des Breitbandherbizids »Roundup« in Privatgärten. Es enthält den Wirkstoff Glyphosat und ist das weltweit meist verkaufte Breitbandherbizid, hergestellt von der Firma Monsanto. Fachleuten zufolge ist Glyphosat auch für Menschen sehr bedenklich und kann sogar krebserregend wirken. Die Imker sprachen sich daher im Rahmen der Versammlung ausdrücklich gegen »Roundup« aus und hoffen, dass den Insekten und Bienen zuliebe darauf verzichtet wird. wb

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