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2744 Geweihe, Krickerl und Gwichtl ausgestellt

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Mit großem Interesse betrachteten die Jäger die bei der Hegeschau im Waginger Kurhaus ausgestellten Jagdtrophäen. (Foto: H. Eder)

Waging am See – 2473 Rehböcke, 216 Gamsböcke und 55 Hirsche sind im Jagdjahr 2014 im Landkreis Traunstein erlegt worden. Ihre Geweihe, Krickerl beziehungsweise Gwichtl sind bei der Hege- und Naturschutzschau des Jäger-Kreisverbands Traunstein im Kurhaus ausgestellt worden, wie das Jagdgesetz es vorschreibt. Von den insgesamt 2744 Trophäen sind 20 mit Gold, 48 mit Silber und 35 mit Bronze prämiert worden.


Eindrucksvollste Trophäe aus Grabenstätt

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Die eindrucksvollste Trophäe kam aus dem Bereich Grabenstätt: Dorothea Meltl, die Chefin von Gut Sossau, präsentierte nicht nur das Geweih eines von ihr erlegten Hirschen mit seinen 14 Enden, sondern hatte den ganzen Kopf des mächtigen Tieres präparieren lassen – eine Goldmedaille war der passionierten Jägerin sicher. 7,2 Kilo schwer war dieses Geweih, das zweite goldprämierte Hirschgeweih wog 5,87 Kilo, geschossen von Michael Urban aus Surberg im Gebiet des Forstbetriebes Ruhpolding.

Silber wurde in dieser Kategorie nicht vergeben, eine Bronzemedaille ging an Roman Speicher aus dem Jagdrevier Reit im Winkl; sein Geweih brachte 4,35 Kilo auf die Waage.

Bei den Rehböcken wurden 16 Goldmedaillen verliehen - an die Jäger Bremer und Lackmeier aus dem Jagdrevier Waldhausen, Wolferstetter (Palling), Hofmann (Nirnharting), A. Kainzmaier (Maisenberg), Zwingenberger (Erlstätt), Aigner (Oberhochstätt), Gehmacher (Bergen), Friedrich (Seebruck-Ost), Mörtl (Freutsmoos-Ost), Göstl (Nirnharting-Nord), von Wrede (Grabenstätt), Bernhard (Pittenhart I). G. Kainzmaier (Maisenberg) und Hofmann (Nirnharting-Süd).

Bei den Gämsen gab es Gold für Andi Heigenhauser aus Reit im Winkl (106,5 Punkte) und für Franz Geierstanger aus Ruhpolding (100,3 Punkte), Bronze für Martha Stief aus Ruhpolding (91,4).

Der für Niederwild zuständige Jagdberater Andreas Wimmer präsentierte die Gesamtabschlusszahlen des vergangenen Jahres. Demnach wurden in den 13 Niederwild-Hegegemeinschaften 8157 Rehe geschossen. Dies entspreche einer Abschlusserfüllung von 92 Prozent. An der Spitze standen die Hegegemeinschaften Traunstein mit einer Abschusserfüllung von 103 Prozent und Salzach-Nord mit exakt 100 Prozent. Die meisten der Hegegemeinschaften lagen im Bereich von 90 Prozent und darüber, mit großem Abstand am Ende der Liste stand die Hegegemeinschaft Salzach-Süd mit 66 Prozent.

Wimmer erwähnte auch, dass im vergangenen Jahr 891 Hasen und 1414 Füchse erlegt worden sind. Am erfolgreichsten dabei waren die Jäger in Salzach-Nord mit 212 Füchsen und 181 Hasen, gefolgt vom Unteren Alztal mit 171 Füchsen und 152 Hasen. Der Abschuss von Schwarzwild, also der Wildschweine, hat sich um zwei auf 33 Stück erhöht: zwölf in Schnaitsee und acht im Unteren Achental.

Der für Hochwild zuständige Jagdberater Georg Nusser bezifferte den Abschuss von Hirschen auf 250 Stück, was gegenüber dem vorgegebenen Abschussziel von 293 einer Abschusserfüllung von 85 Prozent entspreche. Das Abschusssoll bei den Gämsen ist mit 296 Stück zu 88 Prozent erfüllt worden. Nusser beendete seinen Bericht mit einem klaren Appell: Es wäre, so sagte er, »dem Image der gesamten Jägerschaft zuträglicher, das Handwerk Jagd wieder gekonnter zu praktizieren als zunehmend nach bisher aus gutem Grund verbotenen Hilfsmitteln, wie Nachtzielgeräte, Saufänge oder dergleichen zu verlangen.«

Harsche Kritik gab es vom Kreisvorsitzenden Sepp Haiker über die Qualität manch angelieferter Trophäen. Was hier zum Teil gebracht werde, sei »unter aller Würde«

»Jagd ein Teil der Kultur«

Grußworte sprachen die stellvertretende Landrätin Resi Schmidhuber und der Waginger Bürgermeister Herbert Häusl. Schmidhuber bezeichnete die Jagd als einen Teil der Kultur; ohne die Jagd gäbe es kein Gleichgewicht bei den Tieren. Zudem sei Wildbret ein Bestandteil der Nahrungskette. Die Jagd stehe heutzutage in einem Interessenskonflikt, die Jagdethik müsse beachtet, die Verantwortung und Verpflichtung gegenüber dem Wild wahrgenommen werden.

Zum Schluss der Versammlung wurde noch angesprochen, wie von einigen Teilnehmern beantragt, ob die Hegeschau künftig am Abend veranstaltet werden sollte. Bei einer Probeabstimmung sprachen sich die meisten Besucher dafür aus, es wie bisher tagsüber zu belassen. Und dann soll für die nächste Schau überlegt werden, ob nicht die Trophäen der sogenannten »Knopfböcke« und »Spießer« künftig nicht mehr ausgestellt werden sollen. he