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2,6 Hektar neuer Gewerbegrund in Inzell wird ausgewiesen

Inzell. Auf einer bisher landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2,6 Hektar, einer renaturierten ehemaligen Kiesabbaufläche, soll in Inzell ein neues Gewerbegebiet entstehen. Die Fläche befindet sich südlich von Inzell zwischen dem Ortsteil Sulzbach und dem Kleinen Kienberg. Einstimmig zeigte sich der Gemeinderat mit den in der Sitzung vorgestellten Planungen einverstanden und fasste den Billigungsbeschluss für den Bebauungsplan »Gewerbegebiet Sulzbacher Feld«.

Blick auf das künftige Inzeller Gewerbegebiet »Sulzbacher Feld«: Auf der Wiese entstehen 2,6 Hektar Gewerbegrund. (Foto: Mergenthal)

Das Verfahren kann nun mit der öffentlichen Auslegung und der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange fortgeführt werden. Nach der ersten Auslegung soll mit der Vermarktung der Grundstücke begonnen werden, sofern sich dann abzeichnet, dass die Planung ohne erhebliche Schwierigkeiten umgesetzt werden kann.

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Mit der Ausarbeitung des Bebauungsplans hatte die Gemeinde das Traunsteiner Büro SAK beauftragt. Dessen Geschäftsführer, Ingenieur Hans Althammer, stellte nun die Grundzüge der Planung vor. Der Bebauungsplan wird aus dem gültigen Flächennutzungsplan entwickelt. Das Gewerbegebiet schließt sich nach einer kleinen unbebauten Fläche an das Gewerbegebiet See an, zu dem auch der Wertstoffhof gehört. Es soll rechts von der bereits asphaltierten kleinen Straße, die vom Wertstoffhof weiter Richtung Westen führt, platziert werden und mit einer mittigen Stichstraße erschlossen werden. An deren Ende befinden sich ein für große Lkws geeigneter Wendehammer sowie eine Trafostation und eine Pumpstation zur Beförderung des Abwassers zum nächsten geeigneten Anschlusspunkt an die Kanalisation in der Sulzbacher Straße.

Diese Versorgungszelle und der Wendehammer wurden laut Althammer bewusst am Ende der Stichstraße platziert, da dies für eine spätere eventuelle Erweiterung des Gewerbegebiets Richtung Westen günstiger ist.

Wie Althammer betonte, wurden in den Bebauungsplan so wenig Festsetzungen wie möglich aufgenommen, um den Interessenten größtmögliche Freiheit zu lassen, auch bezüglich der Platzierung der Baukörper. Es wurden noch keine Grundstücksgrenzen festgelegt, da ja noch unklar ist, welche Betriebe sich bewerben und welche Areale diese brauchen. Erlaubt sein sollen drei Vollgeschosse, eine maximale Wandhöhe von zehn Metern bei Hauptgebäuden sowie 6,50 Meter bei Nebengebäuden und Gebäudelängen bis 100 Meter. Es sind alternativ Satteldächer mit einer Neigung von 10 bis 26 Grad oder Pultdächer mit einer Neigung von fünf bis zwölf Grad gestattet. Für die Außenfassade sind neben Holz und Putz auch Blech- und Glaselemente zulässig. Es sollen umweltfreundliche Heizanlagen gewählt werden.

Ein Immissionsschutzgutachten sowie ein Bodengutachten wurden beauftragt. Im Bodengutachten soll auch geklärt werden, ob eine Versickerung des Regenwassers auf dem Grundstück möglich ist. In einer kurzen Diskussion im Gemeinderat wurde dies wegen des teils schlecht wasserdurchlässigen Auffüllmaterials in der ehemaligen Kiesgrube bezweifelt. Der Ingenieur könnte sich einen Teilbodenaustausch vorstellen; man werde auf alle Fälle eine Lösung finden, versprach er.

Die Frage von Annelie Gromoll (Offene Bürgerliste), ob entlang der Straße Parkplätze vorgesehen sind, verneinte Althammer: Bisher sei das Parken nur auf den jeweiligen Grundstücken vorgesehen. Gottfried Graf (SPD/Bürger für Inzell) gab zu bedenken, dass Längsparkplätze entlang der Straße beim Schneeräumen im Winter stören.

Der SAK-Geschäftsführer geht davon aus, dass das Verfahren auf alle Fälle drei bis vier Monate dauert. Er rechnet damit, dass die Gemeinde die Tiefbauarbeiten im zeitigen Frühjahr ausschreiben kann und parallel dazu, sobald absehbar ist, dass das Verfahren durchgeht, in die Werbung gehen kann. Der Vorteil dieses parallelen Vorgehens sei, dass man Planungsdetails an die jeweiligen Investoren anpassen könne. Bernhard Jung (CSU) begrüßte ausdrücklich den offenen Charakter der Planung mit möglichst wenig Vorfestlegungen: »Ich finde es gut, dass wir vielen eine Chance geben, die da eine Möglichkeit suchen.« vm