weather-image
23°

25-Jähriger nach Mord in Traunreut verhaftet

1.0
1.0
Bildtext einblenden
In diesem Traunreuter Sozialbau lebte der Rentner zurückgezogen mit seinem kleinen Hund im zweiten Obergeschoß. (Foto: Rasch)
Bildtext einblenden
Richard G. wurde am 17. Mai tot in seiner Wohnung gefunden. Er wurde ermordet.

Traunreut. Nach dem Mord an einem 61-jährigen Rentner Mitte Mai in Traunreut hat die Kriminalpolizei jetzt einen Tatverdächtigen festgenommen. Vor rund drei Wochen war die Kripo Traunstein – nach Absprache mit der Staatsanwaltschaft Traunstein – mit Bildern eines 25-jährigen Mannes an die Öffentlichkeit gegangen. Er wurde, wie das Traunsteiner Tagblatt jetzt erfuhr, am Mittwochvormittag in seiner niedersächsischen Heimat verhaftet.


16 Beamte der Ermittlungsgruppe »Georg« sind derzeit mit der Aufklärung des Falles beschäftigt. Den jetzt festgenommenen Mann hatten die Ermittler schon einmal befragt, ihn aber wieder auf freien Fuß gesetzt. Ein gewisser Tatverdacht war damals laut Frank Konrad, Pressesprecher im Polizeipräsidium Oberbayern-Süd, schon da, der entscheidende Hinweis fehlte aber. Der gebürtige Niedersachse soll sich kurz vor dem Tod von Richard G. in dessen Wohnung aufgehalten haben.

Anzeige

Schon bei der Veröffentlichung der Bilder habe es konkrete Hinweise gegeben, die den jungen Mann belasteten, sagte Frank Konrad im Gespräch mit unserer Zeitung. Nach der Veröffentlichung der Bilder seien aber nur sehr wenige Hinweise eingegangen. Erst kriminaltechnische Untersuchungen, zum Beispiel mittels DNA-Abgleich, erhärteten nun den Verdacht gegen den 25-Jährigen, bestätigte Konrad.

Tatverdächtiger wurde Haftrichter vorgeführt

An der Festnahme in der niedersächsischen Heimat des jungen Mannes am Mittwoch waren Ermittler der Kriminalpolizei Traunstein und ein Staatsanwalt aus Traunstein beteiligt. Der 25-Jährige wurde am Donnerstagvormittag beim örtlich zuständigen Amtsgericht in Lingen dem Haftrichter vorgeführt. Er sitzt jetzt in Untersuchungshaft – wo genau wollte Frank Konrad auf Nachfrage unserer Zeitung nicht sagen. »Aber das Verfahren wird dann vor Ort, also beim Landgericht Traunstein, durchgeführt.« Auch weiterhin keine Angaben machen wollte der Pressesprecher zur genauen Todesursache des Rentners sowie zu gefundenen Schlüsseln. »Erst einmal sind weitere Vernehmungen notwendig. Die Ermittlungen laufen weiterhin und der Tatverdächtige ist noch nicht geständig.«

Nachbarin hatte Richard G. mehrere Tage nicht gesehen

Wie mehrfach berichtet, wurde Richard G. am 17. Mai tot in seiner Wohnung gefunden. Eine Nachbarin hatte den Rentner mehrere Tage nicht gesehen und sich Sorgen gemacht. Sie alarmierte die Polizei, Beamten fanden den Mann dann tot in seinem Badezimmer. Angeblich lief schon seit mehreren Tagen die Dusche. Außerdem soll überall in der Wohnung Müll gelegen sein. Richard G. soll ein sogenannter Messi gewesen sein. Vermutlich lag er schon mehrere Tage tot in seiner Wohnung.

Der Verdacht, dass der Rentner keines natürlichen Todes gestorben ist, dürfte von Anfang an bestanden haben, denn die Kriminalpolizei in Traunstein übernahm sofort nach dem Finden des Toten die Ermittlungen. Ein rechtsmedizinisches Gutachten bestätigte, dass der 61-Jährige ermordet wurde. Bereitschaftspolizisten suchten in den folgenden Tagen die Umgebung ab und befragten Nachbarn und Anwohner.

In seiner Vergangenheit soll der 61-Jährige wegen Drogendelikten aufgefallen sein. Von seinen Nachbarn hingegen wurde Richard G. eher als unauffällig und sehr nett beschrieben. Größere Probleme haben es mit ihm nicht gegeben, berichteten sie damals. Der Rentner lebte sehr zurückgezogen in einer kleinen Wohnung in einem Wohnblock am St.-Georgs-Platz in Traunreut. Zu Gründungszeiten der Stadt lebten dort Gastarbeiter, heute sind dort Sozialwohnungen untergebracht. Oft war der 61-Jährige in Traunstein und Traunreut unterwegs, um Flaschen zu sammeln. Auch seinen kleinen Hund hatte er bei seinen Touren immer dabei. Zum letzten Mal lebend gesehen wurde er am 12. in Traunreut. Was danach geschah, bleibt weiterhin offen... jar