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25 Jahre sauberer Chiemsee

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Eine Resolution gegen die Verlandung der Hirschauer Bucht übergaben Grabenstätts Bürgermeister Georg Schützinger und Bürgerinitiativen-Sprecherin Rosa-Maria Multerer an die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf. (Foto: Thümmler)

Rimsting. Die Anliegergemeinden rund um den Chiemsee können heuer auf eine großartige Erfolgsgeschichte zurückblicken. Am 24. November 1989 nahmen die Kläranlage Chiemsee und der Ringkanal ihren Betrieb auf, erklärte der Vorsitzende des Abwasser- und Umweltverbandes Chiemsee, Rimstings Bürgermeister Josef Mayer, bei der Eröffnung der diesjährigen Chiemseekonferenz im Gemeindehaus Greimharting.


Seither habe sich die Wasserqualität des Chiemsees spürbar verbessert, erklärte Mayer vor zahlreichen Gäste, unter ihnen auch die neue Staatsministerin für Umwelt und Verbraucherschutz, Ulrike Scharf. Dank des Zusammenwirkens von Bürgern, Behörden und der Politik sei dieses Gemeinschaftsprojekt zustande gekommen, so der Vorsitzende. Den Verantwortlichen von damals gelte auch heute noch ein großer Dank und hohe Anerkennung.

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System, Technik, Kläranlage und Chiemsee-Ringkanal haben sich bewährt und funktionieren, auch Dank regelmäßiger Unterhalts-, Sanierungs- und Erneuerungsmaßnahmen zuverlässig. Mayer forderte dennoch, den Blick nach vorne zu richten und neue technische Innovationen einzuführen.

»Abwasserreinigung ist gelebter Naturschutz. Heute können wir stolz verkünden: Der See ist sauer«, so Mayer weiter. Er betonte darum auch die Wichtigkeit des Umweltgedankens im Abwasserverband. Der Vorsitzende nannte als Beispiele die ins Leben gerufene »Chiemsee Agenda«. Themen wie Ruhezonen für Vögel und Fische, umweltpädagogische Angebote oder die Chiemsee-Ringlinie seien nur einige der größeren Projekte.

Die Umweltministerin dankte dem Verband für die erbrachten Leistungen und sein beispielgebendes Wirken für die interkommunale Zusammenarbeit. Dass der Chiemsee heute zu den saubersten Seen Bayerns gehört, sei dem hochmodernen Abwassersystem zu verdanken, dass der Abwasser- und Umweltverband (AZV) in den 1980er Jahren beispielgebend realisiert habe.

In der Chiemseekonferenz werden auch seit jeher Fachthemen behandelt, und so fand das Referat von Udo Gattenlöhner von der internationalen Umweltstiftung »Global Nature Fund« großes Interesse. Sein Thema war die dezentrale Abwasserreinigung durch Pflanzenkläranlagen in Entwicklungsländern.

Der letzte Redner war Hans Semmler vom Wasserwirtschaftsamt Traunstein. Er befasste sich mit der Zukunft der Hirschauer Bucht an der Mündung der Tiroler Achen. Er zeigte die Korrekturmaßnahmen und baulichen Maßnahmen der vergangenen Jahrhunderte auf. Sein Fazit zur Verlandung war, das diese ein natürlicher Prozess sei und sich höchstens kurzzeitig aufhalten lasse.

Die anschließende Diskussion widmete sich auch fast ganz dem Thema der Verlandung. Bürgermeister Georg Schützinger aus Grabenstätt und eine Sprecherin der dortigen Bürgerinitiative gegen die Verlandung der Hirschauer Bucht, Rosa-Maria Multerer, hatten der Ministerin schon bei dessen Ankunft eine Resolution übergeben, mit welchen Maßnahmen die fortschreitende Verlandung zumindest aufzuhalten sei.

Das Jubiläum der Kläranlage beinhaltete auch ein Rahmenprogramm mit »Tag der offenen Tür«. Führungen durch die Kläranlage wurden geboten sowie weitere Fachvorträge. Für Kinder gab es an der Prienmündung ein Umweltprogramm der Chiemsee-Naturführer th