weather-image
10°

25 220 Euro für die Chance auf eine gute Zukunft

1.0
1.0
Bildtext einblenden
Pumuckl-Zeichnerin Barbara von Johnson  aus  München  stiftete  für die Tombola eine Originalzeichnung des kleinen Kobolds, hier mit dessen Fan Florian A. Weltner.

Chieming – Auch im fünften Jahr ihres Bestehens ist die Unicef-Spendengala in der Festhalle von Gut Ising wieder ein großer Erfolg gewesen.


Rund 25 220 Euro kamen als Erlös aus Eintrittsgeldern, Tombola und Spenden für das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen zusammen. Sie sind heuer für die Bildungsinitiative »Let us learn« vorgesehen. Als Gastrednerin berichtete die Künstlerin, Buchautorin und Aktivistin Nahid Shahalimi über ermutigende Initiativen von Frauen aus Afghanistan.

Anzeige

Hoteldirektor Christoph Leinberger freute sich über den großen Zuspruch für die Spendengala und erinnerte daran, dass die Zahl der Menschen, die weltweit auf der Flucht sind, von 44 Millionen im Jahr 2009 auf 66 Millionen im Jahr 2017 gestiegen ist. Dies sei ein erschreckender Trend, noch dazu vor dem Hintergrund, dass die Hälfte der Flüchtenden Kinder seien. Mit der Spendengala wolle man ein Zeichen der Ermutigung setzen. Dies gelte umso mehr, als sich in diesem Jahr auch die Schüler des Landschulheims Schloss Ising mit einer Spende von 1000 Euro beteiligen würden.

»Unter dem Motto 'Kinder für Kinder – Schüler für Schüler' wollen wir dazu beitragen, Kindern in anderen Ländern eine Ausbildung zu ermöglichen«, erklärten Sophie Schindler und André Saraboso als Schülervertreter des Landschulheims. Der Beschluss für die Sammelaktion sei einstimmig von allen 430 Schülern getroffen worden.

Moderatorin Anna Fritsche machte deutlich, dass weltweit 263 Millionen Kinder nicht zur Schule gehen. »Bildung ist aber eine elementare Voraussetzung, um Armut, Missbrauch und Krankheit entkommen zu können und eine Chance auf Zukunft und ein besseres Leben zu haben.« Mit der aktuellen Bildungsinitiative »Let us learn« wolle Unicef den ärmsten Kindern aus Afghanistan, Bangladesch, Liberia, Madagaskar und Nepal Zugang zu einer Grundbildung verschaffen.

Fritsche appellierte zu reger Teilnahme an der Tombola, für die 90 Sponsoren Preise im Wert von 6000 Euro beigesteuert hatten. Dazu zählten unter anderem auch ein Fußball von Borussia Dortmund oder ein Bayern-T-Shirt mit Spieler-Unterschriften sowie ein Original-Druck vom Pumuckl, den die Zeichnerin Barbara von Johnson mitgebracht hatte.

Die stellvertretende Vorsitzende von Unicef Deutschland, Claudia Graus, erklärte in ihrer Vorstellung der Festrednerin, wie sie die »leidenschaftliche Mutter, Aktivistin und Menschenrechtlerin aus Afghanistan« im Rahmen der Arbeit für Unicef in München kennengelernt hatte. Aus anfänglicher Befremdung der unterschiedlichen Temperamente sei inzwischen herzliche Freundschaft geworden. Nahid Shahalimi sei nach einer privilegierten Kindheit in Afghanistan als Tochter eines Geschäftsmanns und Politikers gezwungen gewesen, nach dem Tod des Vaters mit der Mutter und drei Schwestern nach Kanada zu fliehen. Dort habe sie Politik und Kunst studiert, bevor sie zur Jahrtausendwende nach Deutschland kam.

Shahalimi selbst griff den Faden auf, dass sie mit ihrem aktuellen Buch »Wo Mut die Seele trägt. Wir Frauen in Afghanistan« den »einseitigen Blick auf Afghanistan im Westen korrigieren« wolle. Die Medien würden nur über Bombenterror, Taliban und ein vom Krieg völlig zerrüttetes Land berichten. Tatsächlich gebe es in Afghanistan aber zahlreiche ermutigende Initiativen. Dies habe sie in vielen Ge-sprächen mit Frauen während dreier Reisen durch das Land erfahren.

Shahalimi erinnerte daran, dass das Land am Hindukusch in ihrer Jugend vor dem Putsch von 1973 sehr modern gewesen sei. Frauen trugen Miniröcke, studierten und waren in der Gesellschaft geachtet. Die russische Invasion und die folgenden Kriege und Besatzungen hätten das Land mit seinen vielen Ethnien und heute 18 Extremisten-Gruppen weit zurückgeworfen.

»Zarte Blüten der Veränderung«

Am Beispiel von weiblichen Fußball- und Kung-Fu-Clubs, Studenten- und Kunst-Initiativen, einer Pilotin sowie gesellschaftlich und im Bildungswesen engagierten Frauen zeigte die Afghanin auf, wie sich zarte Blüten der Veränderung im Land bilden. »Dazu gehört ganz wesentlich auch die Bildung, um gerade den Kindern und jungen Leuten neue Zukunftschancen zu geben.« Vor diesem Hintergrund sei die Unicef-Initiative ein wichtiger Baustein, deren Erfolg sie an ihrer eigenen früheren Schule sehen konnte. Anschließend sorgte »DJ Schubi« für einen entspannten Ausklang des Abends. eff

Italian Trulli