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25 000 Euro für bedürftige Kinder gesammelt

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Anna Fritsche von der Unicef-Arbeitsgruppe Südostbayern und Schauspieler Ralf Bauer gaben auf der dritten Spendengala alles, um alle Tombola-Lose an den Mann beziehungsweise an die Frau zu bringen. (Foto: Müller)

Chieming – Ein großer Erfolg war die Spenden-Gala zugunsten des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen Unicef im Festsaal von Gut Ising mit 140 Gästen. Insgesamt kamen über den Abend verteilt 25 000 Euro an Spendengeldern zusammen. Der gesamte Erlös der Gala kommt nun ausschließlich bedürftigen Kindern in Krisengebieten zugute und wird von zuverlässigen Ansprechpartnern vor Ort verteilt.


Durch den Abend führte der bekannte Schauspieler und langjährige Repräsentant von Unicef Deutschland, Ralf Bauer, den Ansagerin Anna Fritsche von der Unicef-Arbeitsgruppe Süd-Ost-Bayern eingangs unter lautem Applaus als »unseren Ehrengast und Stargast« begrüßt hatte. Bevor Bauer so richtig loslegen konnte, bat Fritsche aber ihre Kolleginnen von Unicef Südostbayern in Prien nach vorne, Ingrid Patzschke, die seit 15 Jahren die Arbeitsgruppe leitet, Marlene Hellmold, Elke Münch, Fee Böhme, Terry Luisenbrink, Elke Czarnecki, Ini Bergau-Hofmann und Karen Koch. Sie alle würden »eine wunderbare Arbeit« leisten.

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Ingrid Patzschke sei eine »leidenschaftliche Vertreterin der Kinderrechte, Not ignorieren geht für sie gar nicht«, stellte Fritsche klar. Aus eigener Erfahrung wisse sie, dass dieses Ehrenamt aber auch sehr viel Glück zurückgeben könne. Patzschke bezeichnete Unicef als »Kriegskind«, das 1946 auf Betreiben des früheren US-Präsidenten Herbert Hoover gegründet worden sei, um Millionen von Kindern im kriegsgeschädigten Europa eine Zukunft zu geben. Auch wenn die 1989 verabschiedete UN-Kinderrechtskonvention von fast allen Staaten der Erde unterschrieben wurde, seien die universell verbindlichen Kinderrechte in vielen Kriegsgebieten außer Kraft gesetzt worden, mahnte Patzschke an. Für die aus Syrien und dem Irak vor Krieg und Terror fliehenden Kinder brauche man viel Geld, um das Unicef-Motto »Gemeinsam für Kinder« bestmöglich mit Leben erfüllen zu können.

Flüchtlingskindern ein normales Leben ermöglichen

Seit 25 Jahren für das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen tätig ist die Stellvertretende Unicef-Deutschland-Vorsitzende Claudia Graus. Bei ihrem jüngsten Libanon-Besuch habe sie die Not der rund zwei Millionen syrischen Flüchtlinge gesehen, die vom libanesischen Staat nicht als solche anerkannt seien und unter katastrophalen Bedingungen in informellen, nicht winterfesten Camps vor sich hin vegetieren müssten. »Sie sagen sich, wir gehen lieber den gefährlichen Weg nach Europa, anstatt hier zu verhungern«. Trotzdem würden viele von ihnen gerne nach Syrien zurückkehren, doch zunächst müsse man in ihrem Heimatland Frieden herstellen, appellierte Graus. »Wenn wir das nicht bald in den Griff bekommen, werden wir auch in Europa noch viele weitere Probleme bekommen.« Gemeinsam mit Nichtregierungsorganisationen versuche Unicef derzeit in der Krisenregion, die Flüchtlingskinder über den Winter zu bekommen und ihnen ein bisschen ein normales Leben zu ermöglichen. Sie dürften nicht zu einer verlorenen Generation werden, warnte Graus.

»Es ist erfahrungsgemäß ganz selten, dass die Einnahmen von solchen Veranstaltungen zu 100 Prozent an eine gemeinnützige Stiftung gehen, das ist wirklich einen Applaus wert«, lobte Ralf Bauer. Bei Dreharbeiten im Ausland versuche er sich immer ein Bild von den dort laufenden Unicef-Projekten zu machen. Nicht nur bei der Versteigerung eines 1978 in Paris entstandenen Bildes des »wunderbaren, legendären Fotografen Helmut Newton« gab Bauer als Überzeugungstäter und grandioser Erzähler von Gedichten und witzigen Anekdoten alles, um den Preis in die Höhe zu treiben. »Ich kann Euch bis morgen früh den Faust rezitieren und euch damit quälen«, ließ der Literaturexperte schmunzelnd verlauten, als zwischendurch weitere Gebote für Newtons nackt fotografierte Dame ausblieben. Die Gäste verstanden die sympathische Drohung und so fand das Bild am Ende für 1500 Euro einen neuen Besitzer. Professor Dr. Herbert Graus, der Ehemann von Claudia Graus, legte noch einmal 1500 Euro drauf. Eine Weihnachtskugel des schottischen Schauspielers Ewan McGregor wurde für rund 300 Euro ersteigert. Auch alle Tombola-Lose wurden erfolgreich verkauft.

Nächste Gala ist Anfang November 2016

Für beste Stimmung und Unterhaltung sorgten die RimSinger, die den Abend nicht nur mit ihren tollen Stimmen, sondern auch mit ihren lustigen Showeinlagen bereicherten. »Es wäre wunderbar, wenn wir uns Anfang November 2016 hier wieder treffen könnten, um den bedürftigen Kindern dieser Welt zu helfen«, wünschte sich Ingrid Patzschke gegen Mitternacht, als hinter ihr bereits das Tanzbein geschwungen wurde. mmü

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