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2430 Euro Drogengeld für die Staatskasse

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Traunstein/Traunreut – Der Staatskasse kamen im gestrigen Prozess des Schöffengerichts Traunstein mit Richter Wolfgang Ott an der Spitze 2430 Euro zu – Drogengeld, das bei einem 29-jährigen Traunreuter sichergestellt worden war. Der geständige Mann wurde wegen mehrerer Rauschgiftdelikte zu einer Freiheitsstrafe von 20 Monaten, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung, verurteilt.


In einem der drei angeklagten Fälle im Zeitraum zwischen November 2013 und April 2014 wurde er freigesprochen. Dieser Komplex galt 500 Gramm Marihuana, die von einem bereits wegen anderer Dinge verurteilten Dealer stammten und im Oktober 2013 durch die Hände des 29-Jährigen gegangen sein sollten.

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Der von Polizeibeamten vorgeführte Zeuge gab gestern an, nicht der Angeklagte sei sein Abnehmer gewesen. Das habe er zwar einmal bei der Polizei behauptet, sei aber »einfach erfunden« gewesen. Staatsanwältin Katharina Achhammer und Verteidigerin Petra Behnisch aus Traunstein sahen in den Plädoyers einen Tatnachweis in diesem Punkt als nicht möglich an. Der Richter schloss sich im Urteil an, betonte jedoch, es gebe durchaus Indizien, dass die Aussage bei der Polizei gestimmt habe: »Letztendlich können wir es nicht nachweisen.«

Übrig blieben zwei Vorwürfe – zwei Einkäufe von jeweils 200 Gramm Marihuana im Jahr 2013 bei einem Traunreuter sowie der Erwerb von 100 Gramm des gleichen Rauschgifts von einem Unbekannten im April 2014. Die 100 Gramm schaffte der Dealer in seine Schrebergartenlaube in Schnaitsee. Ein Teil der Drogen konsumierte der Angeklagte selbst, teilweise veräußerte er sie weiter an andere Leute. Der 29-Jährige beteuerte, er habe nur 40 Prozent weiter verkauft, 60 Prozent seien Eigenkonsum gewesen – um seine starken Schmerzen zu bekämpfen und dadurch von anderen suchterregenden Substanzen weg zu kommen.

Das Schöffengericht legte im Urteil ein Verhältnis zwischen Konsum und Verkauf je zur Hälfte zugrunde. Minderschwere Fälle, wie von der Verteidigerin im Plädoyer auf »sechs bis sieben Monate Freiheitsstrafe mit Bewährung« beantragt, sah das Gericht nicht.

Als Wolfgang Ott die Aufhebung des Haftbefehls verkündete und der 29-Jährige nach knapp sechs Monaten Untersuchungshaft auf freien Fuß kam, gab es Freudentränen bei Angehörigen und Freunden. »Ich will nie wieder was mit Drogen zu tun haben. Das war mir eine Lehre für das ganze Leben«, war sich der junge Mann sicher. kd