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24 Stunden »Einsatz« für 120 Jugendfeuerwehrler

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»Volles Rohr gegen ein Flammenmeer«: Bei der 24-Stunden-Übung der Jugendfeuerwehren aus der Stadt Traunstein zusammen mit den Wehren aus Vachendorf und Surberg war der fiktive Großbrand einer Lagerhalle zu bekämpfen. Die Aufgabe meisterten die Buben und Mädchen mit Bravour, viel Freude und großen Eifer. (Foto: Volk)

Traunstein – Ein Dutzend Löschtrupps, die aus ihren Strahlrohren Wasser auf eine brennende Lagerhalle spritzen, mehrere Hundert Meter verlegter Schläuche, Verletzte, die auf Tragen in Sicherheit gebracht werden, und eine weit ausgefahrene Drehleiter, aus deren Korb heraus zwei Feuerwehrmänner einen Wasserwerfer auf die Brandstelle richten: Das war das Szenario einer großen Einsatzübung mit 120 Buben und Mädchen der Jugendfeuerwehren zum Auftakt des Berufs-feuerwehrtags, den die Jugendfeuerwehren in der Stadt Traunstein zusammen mit den Jugendgruppen der Wehren aus Vachendorf und Surberg veranstalteten.


Die jungen Anwärter mussten gegen den angenommenen Großbrand einer Lagerhalle in Haslach ankämpfen. Sie bewältigten diese Aufgabe mit Bravour, wie die Übungsbeobachter der Kreisbrandinspektion und die Jugendwarte am Ende der Großübung lobend feststellten.

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Um 9 Uhr begann die Schicht der Jugendfeuerwehrler

Bei einem Berufsfeuerwehrtag verbringen die jungen Floriansjünger – ebenso wie die Männer einer Berufsfeuerwehr in Großstädten – 24 Stunden auf Bereitschaft in den Gerätehäusern und rücken zu allen Einsätzen aus, zu denen sie innerhalb ihrer Schicht alarmiert werden. Um 9 Uhr morgens traten die Buben und Mädchen ihre »24-Stunden-Schicht« an, bezogen ihre Schlafräume und kontrollierten zusammen mit den Aktiven der Wehren Fahrzeuge und Gerätschaften.

Kaum war dies erledigt, wurden sie zu dem vermeintlichen Großbrand der Lagerhalle alarmiert. Die Feuerwehr Haslach, die als erste vor Ort war, erkundete die Lage und forderte weitere Einsatzkräfte an. Daraufhin rückten auch die Jugendfeuerwehrler aus Traunstein, Kammer, Wolkersdorf, Vachendorf und Surberg an. In wenigen Minuten waren Tanklöschfahrzeuge in Stellung gebracht, Hydranten angezapft und Schläuche verlegt, Löschtrupps waren rund um das Gebäude platziert und aus vollen Rohren wurde Wasser auf das angenommene Flammenmeer gespritzt.

Auch mehrere Verletzte, gemimt von der Malteser-Jugend, mussten aus dem brennenden Gebäude gerettet, erstversorgt und betreut werden. Um den Brand einzudämmen und vor allem, um ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Gebäude zu verhindern, ordnete die Übungsleitung den Einsatz einer Drehleiter an, um Wasser von oben auf das Gebäude zu spritzen. Zudem platzierten die Anwärter an einer Gebäudeseite ein Hydroschild zur Bildung einer Wasserwand.

Ein Großbrand und viele kleinere Einsätze

Nach rund einer Stunde hieß es »Feuer aus«, der Brand war gelöscht. Die Übungsleitung lobte die jungen Feuerwehrler für ihr eifriges Mitmachen, das entscheidend zum Übungserfolg beitrug. Alle, von den Jugendwarten und Übungsleitern angeordneten Aufgaben seien schnell und effektiv erledigt worden.

Die 24-Stunden-Übung war mit dem fiktiven Großbrand noch keineswegs alles, was den jungen Floriansjüngern abverlangt wurde. Im weiteren Verlauf gab es weitere neun Einsatzszenarien, zu denen die Buben und Mädchen ausrückten. Neben zwei Einsätzen der technischen Hilfeleistung, bei der verunglückte und eingeklemmte Personen mit hydraulischen Rettungsgeräten zu befreien und zu retten waren, mussten die Jugendlichen eine Ölspur auf einer Fahrbahn binden und den Verkehr absichern, einen Flächenbrand ablöschen und zu einem nächtlichen Löscheinsatz nach Surberg ausrücken. Dort wurde ein Feuer im Waldkindergarten inszeniert, mit der Gefahr, dass es sich zu einem Waldbrand ausdehnen könne. Auch eine Tragehilfe zur Unterstützung des Rettungsdiensts war zu leisten. Die jungen Floriansjünger mussten Verletzte aus dem Ettendorfer Tunnel tragen.

Bis zum Sonntagmorgen gab es insgesamt 36 Alarmierungen für alle sechs beteiligten Jugendfeuerwehren. Mit einem gemeinsamen Frühstück am Sonntagmorgen im Feuerwehrhaus in Traunstein gingen für die 120 Jugendfeuerwehrler und ihre rund 30 Betreuer erlebnisreiche 24 Stunden und ein bestens organisierter Berufsfeuerwehrtag zu Ende. pv