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23 500 Starts am Flugplatz in Unterwössen

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Unterwössen – Die Nachfrage am Angebot der Deutschen Alpensegelflugschule Unterwössen (DASSU) ist weiter gewachsen. Trotz des verregneten Flugtags zum Jubiläum war die Vorstandschaft mit dem vergangenen Jahr äußerst zufrieden.


Geschäftsführender Vorstand Jörg Stadter nannte die Saison 2014 bei der Jahreshauptversammlung zufriedenstellend. Viele Flieger nutzten den frühen Saisonbeginn nach dem schneearmen Winter. Die Streckenflieger hätten sich aber öfter optimales Wetter für ihren anspruchsvollen Sport gewünscht.

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Nach einjähriger Vorbereitung wurde die DASSU im vergangenen Jahr eine »Approved Training Organisation« (ATO). Im Rahmen der Vereinheitlichung der Europäischen Vorschriften hat es neue Vorschriften gegeben. Dazu gehört diese Zertifizierungsmöglichkeit für Flugschulen, die es erlaubt nach europäischen Standards zu schulen. Die Schulungsflugzeuge werden im Rahmen der ATO-Schulung gerade mit Technik für rund 25 000 Euro aufgerüstet.

Rund 100 Kunden mehr als im Vorjahr

Stadter nannte auch einige Zahlen: 803 Kunden nutzten das Angebot im Jahr 2014, rund 100 mehr als noch im Vorjahr. Darunter waren 503 wiederkehrende Stammkunden. 290 neue Gäste sollen als Kunden für morgen bleiben. Mit 23 588 Starts am Flugplatz erreichten die Piloten die höchste Zahl seit dem Jahr 2001. Vor allem nutzten sie gegenüber dem Vorjahr häufiger die Schleppwinde (26  Prozent Steigerung). Um rund fünf Prozent steigerten sie die Starts für Flugzeugschlepp und Motorflug. Große Nachfrage gab es außerdem bei den Streckenfluglehrgängen.

Die positive Entwicklung schrieb Stadter dem eingespielten Team und der lockeren Atmosphäre am Flugplatz zu. Dafür zuständig waren sieben feste Mitarbeiter, Fachleute in der Flugausbildung, der Werkstatt, im Büro und an der Schleppwinde. Dazu füllten die 50 Gastfluglehrer den Schulbetrieb am Unterwössner Flugplatz mit Leben. 34 Schüler bestanden die A-Prüfung. 24 erwarben die Segelfluglizenz. Den Schein für die Motorsegler machten 18 Schüler, einer erhielt die Lizenz für Ultraleichtflugzeuge.

Der gesamte Betrieb verlangt ständig Instandhaltung und Investitionen, so Stadter. Mit vergleichsweise geringem Aufwand wurde das bisherige Manko des Flugplatzes beseitigt – das langsame Internet. Denn Flieger benötigen aktuelle Informationen und große Wetterkarten haben ein erhebliches Datenvolumen.

Knapp 50 000 Euro kostete der Ersatz für zwei in die Jahre gekommene Flugzeugmotoren. Ein gebrauchtes Schulungssegelflugzeug Ka8 wurde günstig angeschafft, eine weitere gut erhaltene und mit Technik bestückte Ka8 schenkte der hessische Flugkamerad Norbert Lenz den Unterwössnern. Außerdem investierten die Flieger in Ausbildung, Gebäude, Platz und Ausrüstung.

Jubiläumsfest hätte Gewinnbringer werden sollen

Der Kassenbericht von Dr. Thomas Scheid zeigte die DASSU in gutem Licht. Er weist ein ordentliches Plus auf, auch wenn sich hier die Zahlen für all die Investitionen und Sanierungsmaßnahmen finden. Bemerkenswert ist das vor allem, weil der Flugtag zum Jubiläumsfest der DASSU ins Wasser gefallen war. Das Fest zum 60-jährigen Bestehen hätte eigentlich ein Gewinnbringer werden sollen. Stattdessen hat es – zur Erleichterung der Vorstandschaft – die schwarze Null nur knapp verfehlt. Großer Gewinnbringer war das Hangarfest, das heuer im September wiederholt werden soll.

Bürgermeister Ludwig Entfellner  freute  sich über die Zertifzierung zur ATO. Die DASSU habe sich im vorigen Jahr weiter gefestigt und könne zuversichtlich nach vorne schauen. Gerade am Flugtag habe ein jeder spüren können, dass die Schule auch den Zuschauern im Achental wichtig ist.

Für die vier am Flugplatz vertretenen Vereine meldete sich der Vorstand der Flugsportgruppe Traunstein, Reinhard Wierer, zu Wort. Er lobte den Geschäftsführenden Vorstand Jörg Stadter, wie auch den Technischen Vorstand Thomas Ager: »Beide stecken unheimlich viel Zeit und ehrenamtliche Arbeit« in den Flugplatzbetrieb. »Wir Vier als Nutznießer Eurer Arbeit sagen einen herzlichen Dank. Wir wissen Eure Arbeit sehr, sehr zu schätzen«, schloss Wierer unter dem kräftigen Beifall der Mitglieder. lukk