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215 Brautpaare »trauten« sich

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215 Brautpaare haben sich heuer in Kloster Seeon das Ja-Wort gegeben. Auf das »schwimmende Standesamt« (unser Bild) muss im Moment jedoch verzichtet werden. Die Arche Noah wird derzeit renoviert und dient als Vorbild zum Nachbau für ein Projekt der Kultur- und Jugendkulturtage, die vom 13. bis 20. Juli 2013 im Landkreis Traunstein stattfinden. (Foto: Rasch)

Seeon-Seebruck. Kloster Seeon ist nach wie vor eine »Trauungshochburg« im Chiemgau. Dies belegen die Zahlen des gemeindlichen Standesamtes. Heuer gaben sich 215 Paare das Ja-Wort. »So viele wie noch nie«, räumte die Standesbeamte Elfriede Blaim gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt ein. Im Jahr zuvor waren es noch 209.


Die meisten Paare, die das stilvolle Ambiente für ihren »schönsten Tag« wählten, kamen wieder von auswärts und zwar aus der ganzen Republik. Viele der rund 190 auswärtigen Paare stammten aus dem Raum München und Rosenheim und einige sogar aus dem benachbarten Ausland. Der große Ansturm der Heiratswilligen, die auch an den Samstagen getraut werden können, erfordert auch von den drei Standesbeamtinnen Organisationstalent. Bis zu neun Trauungen mussten heuer pro Woche abgewickelt werden. »Aber dafür sind wir ja da«, erklärt Blaim. 214 Eheschließungen wurden vollzogen und ein gleichgeschlechtliches Paar ging eine Lebenspartnerschaft ein. Die meisten Paare bevorzugen das Kloster als Trauungsort und nutzen gleichzeitig das gastronomische Angebot zum Feiern.

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4935 Menschen leben derzeit in der Gemeinde

Neben dem Trauungszimmer im Standesamt im Ort verfügt die Gemeinde über einen weiteren, einzigartigen Trauungsort, der Arche am Ufer des Seeoner Sees. Die »Arche Noah« stammt aus der Ausstellung »Positive Zeichen – Erdobjekte und andere Wesen«, die zwischen 2006 und 2007 im Kloster Seeon lief. Das mit Moor-Gras verkleidete Objekt, das während der Ausstellung begleitet von zwei Versorgungsbooten im See schwamm, wurde ans Ufer geholt und steht seither auch dem Kultur- und Bildungszentrum als »Raum der Ruhe und Begegnung« zur Verfügung. Im Moment muss auf das »schwimmende Standesamt« allerdings verzichtet werden. Die Arche wird in einer »Werft« fit gemacht und bekommt eine kleine Schwester. Bis zum nächsten Sommer wird sie sieben Beschäftigten der Chiemgau-Lebenshilfe-Werkstätten Traunstein und dem Erbauer, Erwin Wiegerling sowie der Kunsttherapeutin Judith Formann quasi Modell stehen. Zusammen mit Menschen mit und ohne Behinderung wird sie gebaut und danach auf Reisen gehen - ganz nach dem Projekttitel »Auf zu neuen Ufern«. Das Projekt, initiiert vom Kultur- und Bildungszentrum Kloster Seeon ist ein Beitrag zu den 19. Kultur- und Jugendkulturtagen, die vom 13. bis 20. Juli 2013 im Landkreis Traunstein stattfinden.

Dass es sich in der Gemeinde Seeon-Seebruck auch gut leben lässt, versteht sich von selbst. Laut Einwohnermeldeamt leben derzeit 4935 Menschen in der Gemeinde. 430 davon haben dort einen Nebenwohnsitz gemeldet. 24 neue Erdenbürger haben im vergangenen Jahr das Licht der Welt erblickt, 37 Gemeindebürger sind verstorben. Die gemeindlichen Kindergärten in Seebruck und Truchtlaching besuchen derzeit 25 bzw. 39 Kinder.

Positive Bilanz der Tourist-Info

Im katholischen Kindergarten (zwei Gruppen) wurde bereits eine Kinderkrippe eingerichtet. Eine weitere befindet sich bereits im Bau. Etwas rückläufig sind die Schülerzahlen an der Seeoner Grundschule. Während im Schuljahr 2010/2011 noch 168 Schüler die Schule besuchten, sind es aktuell nur noch 141 Schüler, die auch die Gemeindebücherei gerne in Anspruch nehmen, die heuer auf 50 Jahre zurückblicken kann und knapp 90 neue Leser gewinnen konnte. Mit ehrenamtlichen Helfern und Schulklassen ist es gelungen, die Bücherei in Seeon zum Jubiläum in neuem Glanz erstrahlen zu lassen.

Eine positive Bilanz meldet auch die Touristinfo. Bis Oktober dieses Jahres wurde von den Gastgebern ein Plus von über 9400 Übernachtungen und 1700 Gästeankünften gemeldet. Dies entspricht einem Zuwachs von 5,7 Prozent an Übernachtungen gegenüber 2011. Bei den Gästeankünften wurde ein prozentualer Zuwachs von 4,2 Prozent verzeichnet. Rechnet man allerdings die Steigerung der Übernachtungen im Verhältnis der Bettenauslastung im Jahr 2011 mit 44,15 Prozent auf nunmehr 46 Prozent in diesem Jahr, so beträgt der tatsächliche Zuwachs 1,8 Prozent. Durch die zehn neuen Alpenchalets mit rund 40 neuen Gästebetten vom Landgasthof Lambach im Juli dieses Jahres, konnte der Wegfall von Betten bei den Privatzimmern und Ferienwohnungen gut ausgeglichen werden. ga

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