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2017 wird es keinen Faschingszug geben

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Natürlich war die Veitsgroma Zunft als Veranstalter auch beim diesjährigen Traunsteiner Faschingszug wieder stark vertreten. Weil er viel Kritik einstecken musste, sagte der Verein die Veranstaltung zumindest für das nächste Jahr ab. (Foto: Archiv/Buthke)

Traunstein – Erst ist es nur ein Gerücht gewesen, jetzt ist es offiziell: Im nächsten Jahr wird es in Traunstein keinen Faschingszug geben. Das bestätigten die Veitsgroma Zunft und die Stadt Traunstein auf Nachfrage dem Traunsteiner Tagblatt. Wie es danach weitergehen wird, das ist noch ungewiss.


Zu den Gründen will sich Sonja Preisach, die Vorsitzende der Veitsgroma Zunft, nicht äußern – zumindest noch nicht, wie sie sagt. Manfred Bulka, der Leiter des Ordnungsamts der Stadt Traunstein, lässt durchblicken, dass sich der Verein wegen der öffentlichen Kritik an der Veranstaltung für die Absage im nächsten Jahr entschieden hat.

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»Ärger und Verdruss«

Zu viel Alkohol, zu viel Schmutz und dann noch die nie geklärte Geschichte über einen angeblichen »Wildpinkler« auf einem Faschingswagen – gerade heuer war die Kritik am Faschingszug und am anschließend auf dem Stadtplatz stattfindenden »Veitsdance« groß. »Der Verein hat sich im Ehrenamt unendlich bemüht, alles gut zu organisieren«, weiß Bulka; unter anderem habe die Veitsgroma Zunft erst in diesem Jahr die Anzahl der Sicherheitsleute erhöht. Aber ihr Engagement habe den Mitgliedern des Traunsteiner Faschingsvereins oft nur »Ärger und Verdruss« gebracht.

Der Ordnungsamtsleiter bedauert, dass es als Konsequenz im nächsten Jahr keinen Faschingszug geben wird. »Ein Stück Tradition bricht weg«, sagt Bulka. Und er betont, dass die Zusammenarbeit zwischen der Stadt Traunstein und der Veitsgroma Zunft in all den Jahren »hervorragend« gewesen sei.

Wie ein Blick ins Stadtarchiv zeigt, finden in Traunstein schon seit den frühen 1950er Jahren regelmäßig Faschingszüge statt. 1953 zogen das erste Mal nach dem Zweiten Weltkrieg wieder die Narren durch die Stadt; wie einem Bericht unserer Zeitung zu entnehmen ist, säumten damals 14 000 bis 15 000 Menschen den Straßenrand, die sich das bunte Treiben nicht entgehen lassen wollten.

Auch wenn die Zuschauerzahlen von damals heute nicht mehr erreichen werden: Der Traunsteiner Faschingszug ist nach wie vor ein Publikumsmagnet. An die 5000 Menschen sahen heuer zu, wie sich der Gaudiwurm durch die Straßen der Stadt schlängelte.

Darum fänden es sicher viele schade, wenn der Traunsteiner Faschingszugs Geschichte wäre. Und Sonja Preisach, die Vorsitzende der Veitsgroma Zunft, lässt auch hoffen: »Der Plan ist, die Veranstaltung nur einmal ausfallen zu lassen«, sagt sie. Sie selber wird nächstes Jahr aber nicht mehr für den Vereinsvorsitz kandidieren. Was die neue Vereinsleitung dann entscheiden wird, das steht in den Sternen.

Eine gute Nachricht für Faschingsfreunde hat aber zumindest Ordnungsamtsleiter Manfred Bulka schon einmal: 2017 werden die Faschingsfreunde Blau-Weiß Kammer nach mehreren Jahren wieder einen Faschingszug veranstalten. Damit gibt es im nächsten Jahr wenn auch nicht in der Stadt, so doch immerhin im Stadtgebiet einen Gaudiwurm. san

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