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2015 war ein »Jahrhundertjahr«

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Traunstein – War 2015 wirklich das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen? Die Daten der Wetterstation am Traundamm in Traunstein zeigen: Es gab einige neue Rekordwerte, aber im Durchschnitt war das 2015 genauso warm wie 2014, nämlich 10,7 Grad. Somit waren die beiden vergangenen Jahre die »Jahrhundertjahre«.


Doch nun zu den einzelnen Werten. 2015 gab es 268 Tage mit Sonnenschein, davon jedoch nur 52 Tage völlig ungetrübt von Wolken oder Nebel. Die Durchschnittswerte seit 1974 sind 246 Tage mit Sonne, davon 94 ohne Bewölkung. Das bisher sonnenreichste Jahr war 2009 mit 286 Sonnentagen, dagegen gab es 1978 nur 211 Tage an denen sich die Sonne zeigte.

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Niederschlag gab es 2015 an 149 Tagen, das ist erheblich unter dem Durchschnitt von 171 Tagen. Den meisten Niederschlag gab es 1994 hier waren es 235 Tage, 1976 war am trockensten, es gab nur 128 Tage mit Niederschlag. Schnee fiel an 35 Tagen, etwas unter dem Durchschnitt von 41 Tagen. Die meisten Tage mit Schneefall gab es 1981, damals waren es 64 Tage, dagegen brachte es das Jahr 2002 nur auf 16 Tage mit Schneefällen.

2015 gab es wesentlich weniger Nebel

Gewitter gab es an 23 Tagen, das ist auch der langjährige Mittelwert. 1988 gab es an 34 Tagen Gewitter, 1981 nur an 10 Tagen. Auch Nebel gab es wesentlich weniger, nämlich nur an 27 Tagen. Der Durchschnitt liegt bei 39 Tagen. 1996 war es am trübsten, es gab 65 Nebeltage, 2008 nur 19 Tage. Den letzten Frost im Frühjahr 2015 gab es am 19. April, den letzten Schneefall am 6. April. Der erste Schnee fiel im Herbst am 22. November, der erste Frost war am 2. November. Hier lag das Jahr 2015 etwa im Mittelwert.

Nachtfrost gab es 2015 an 98 Tagen und Dauerfrost nur an vier Tagen. Der Durchschnitt liegt hier bei 104 und 20 Tagen. Die meisten Nächte mit Frost gab es 1992 – 155 Tage mit Minustemperaturen, 1994 dagegen nur 38-mal. Zweistellige Minustemperaturen gab es 2015 nicht und Dauerfrost gab es nur viermal, das sind zusammen mit dem Jahr 2014 die niedrigsten Werte. Der Durchschnitt liegt bei 13-mal zweistelligen Minuswerten und 20-mal Dauerfrost.

Bei den Tagestemperaturen stellte das Jahr 2015 einige neue Rekorde auf. Es gab 248-mal zweistellige Pluswerte, davon 69 Sommertage über 25 Grad und sogar 37-mal über 30 Grad. Die Durchschnittswerte sind hier 230, 44 und sieben Tage. Die niedrigsten Werte wurden 1992 mit nur 206 Tagen mit zweistelligen Werten und 1984 mit nur 19 Sommertagen erreicht; dazu gab es fünf Jahre, in denen die 30-Grad-Marke gar nicht geknackt wurde.

Temperaturrekord von 36,7 Grad im Juli

Auch bei den Temperaturwerten gab es Rekordwerte. Mit durchschnittlich 10,7 Grad war 2015 zusammen mit 2014 das wärmste Jahr seit Beginn der Wettermessungen am Traundamm im Jahr 1974, und mit 36,7 Grad wurde der wärmste Tag seit 1974 gemessen, das war am 7. Juli 2015. Das durchschnittlich kälteste Jahr war 1991 mit nur 6,5 Grad. Nachts gab es, wie bereits gemeldet, keine zweistelligen Minuswerte, die kälteste Nacht war am 3. Februar mit minus 9,8 Grad. Dagegen sank das Thermometer am 8. Januar 1985 auf minus 26 Grad.

Was gab es in den einzelnen Monaten 2015 Besonderes? Der Januar brachte einige milde Tage, sodass schon die ersten Schneeglöckchen blühten; der Februar war kälter als im langjährigen Mittel. Im März bescherte uns das Sturmtief »Niklas« erhebliche Schäden. Der April machte seinem Namen alle Ehre: Es war sehr wechselhaft. Der Mai war verregnet und kalt mit starken nördlichen Winden; im Juni gab es extreme Wetterumschwünge – von über 30 Grad auf unter 20 und dann wieder auf über 30 Grad.

Der Juli brachte den Temperaturrekord, der August dafür keine Besonderheiten. Der September war sehr trocken mit kalten Nord-Ost Winden, der Oktober sehr neblig, der November überdurchschnittlich warm. Im Dezember gab es erstmals keinen Schnee; es war der wärmste und trockenste Dezember seit 1974. HM