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200 Liter Bier und Brotzeit für TSV Teisendorf

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Auch die Einlage von Christian Reiter (Zweiter von links) beim Löffelschlagen konnte die Teisendorfer nicht milde stimmen. Kassier Simon Geierstanger (von links), OK-Chef Christian Reiter, Festleiter Helmut Bauer und Schirmherr Herbert Häusl mussten weiter verhandeln.

Waging am See. Mit blauen Knien und um 200 Liter Freibier und eine Brotzeit ärmer ist der TSV Waging vom Patenbitten für die 125-Jahr-Feier im Juli aus Teisendorf zurückgekehrt. Das war der Preis, den die Waginger nach zähen Verhandlungen zahlen mussten. Dafür haben sie mit dem Nachbarort jetzt einen Patenverein für ihr Vereinsjubiläum.


Gut 160 sportbegeisterte Teisendorfer empfingen die Waginger Delegation, die mit rund 140 Funktionären, aktiven Sportlern und Mitgliedern sowie der Musikkapelle Waging angereist waren. Teisendorfs Vorstand Georg Kramer begrüßte die Gäste und übergab das Wort an Reinhard »Hak« Prechtl, der die Verhandlungen auf Teisendorfer Seite führte. Für den TSV Waging übernahm dies Vorstand Josef »Beppo« Hofmann. Er stellte kurz das Festprogramm der Feier vor und stieg mit einem ersten Angebot über zehn Liter Bier und einem Stück Speck in die Verhandlungen ein.

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Dieses Angebot entsprach gar nicht dem Geschmack der Teisendorfer. Deshalb wurden einige kantige Holzscheiter auf die Bühne gebracht. Schirmherr und Bürgermeister Herbert Häusl, Festleiter Helmut Bauer, Organisationschef Christian Reiter und Kassier Simon Geierstanger mussten auf die Bühne. Während es sich Häusl mit einem Regenschirm in der Hand auf einem Stuhl bequem machen durfte, musste sich der Rest auf die Scheiter knien. Die Verhandlungen wurden nun intensiver und nach jeder zaghaften Aufstockung des Angebots mussten weitere Festausschussmitglieder auf die Bühne zum »Scheitl-Knien«.

Damit die Verhandlungen nicht »zu trocken« geführt wurden, reichten die Patenbräute Julia Unterreiner vom TSV Waging und Andrea Prechtl vom TSV Teisendorf Hochprozentiges. Da auch bei einer Aufstockung auf 150 Liter Freibier noch kein Erbarmen absehbar war, probierte Christian Reiter mit einer Einlage als Löffelschlager die Teisendorfer zu besänftigen – doch leider umsonst. Hofmann erhöhte das Angebot schließlich auf 200 Liter Freibier. Als Wagings Kassier Simon Geierstanger bei dieser Erhöhung die ersten Tränen in die Augen schossen, merkten alle, dass jetzt die Schmerzgrenze erreicht war.

Ganz zufrieden war man im Teisendorfer Lager jedoch noch nicht. Deshalb mussten neben Festwirt Markus Hauber und Stefan Hinterreiter mit Lena Eder, Xandi Gröbner und Tine Mayer auch die Damen des Festausschusses auf die Bühne und auch Beppo Hofmann wurde auf das Holzscheit geschickt. Wegen des Anblicks der leidenden Damen – und wohl auch wegen der eigenen Schmerzen – stimmte der Waginger Vereinschef auch noch der geforderten Brotzeit zu, die an Ort und Stelle gegessen wurde. Hak Prechtl nahm das Angebot also an.

Zum Dank wandelte Schirmherr Herbert Häusl sein früheres Angebot über 200 Liter Buttermilch in 50 Mass Freibier um. Die Turnjugend des TSV Teisendorf zeigte noch eine fetzige Turneinlage. Die Mitglieder beider Vereine unterhielten sich noch bis spät in die Nacht. Dabei gab es auch einige Anekdoten aus der Teisendorfer 100-Jahr-Feier vor gut 17 Jahren zu erzählen. Damals hatten die Waginger die Rolle des Patenvereines inne.