weather-image
34°

»20 Jahre Volksmusiktage sind eine Erfolgsgeschichte«

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Otto Dufter und Benedikt Landenhammer (von links) werden die Volksmusiktage weiter organisieren und leiten. Das freute Bürgermeister Rudi Jantke, aber auch Siegi Götze, der sein »Kind« dort bestens aufgehoben wusste. (Foto: T. Eder)

Grassau – Welchen Stellenwert die Volksmusik in Grassau hat, wurde beim großen Festabend zum 20-jährigen Bestehen der Grassauer Volksmusiktage deutlich. Bürgermeister Rudi Jantke sprach im gut besuchten Heftersaal von einer Erfolgsgeschichte und lobte Siegi Götze für seinen Einsatz. Götze habe wesentlich dazu beigetragen, dass sich Grassau Musikgemeinde nennen darf, betonte der Rathauschef.


20 Jahre lang organisierte Götze die Grassauer Volksmusiktage. Für die Volksmusik und hier vor allem für die Förderung der jungen Musiker im Volksmusikbereich setzte sich Götze aber bereits vor 35 Jahren ein, als er das »Ritter Marquart Jugendsingen« in Marquartstein ins Leben rief. Allerdings gingen ihm die Worte des Volksmusikkenners und Förderers Wastl Fanderl nicht mehr aus dem Kopf: »Wenn du es ohne Preis schaffst, kriegst von mir einen Preis.« Volksmusik könne nicht bewertet werden, Volksmusik ist Lebensart, Tradition und Brauchtum, so Götze. Dieser Gedanke, eine volksmusikalische Begegnung mit Seminarcharakter, ohne Erfolgsdruck zu organisieren, führte schließlich zu den ersten Grassauer Volksmusiktagen.

Anzeige

Viele namhafte Referenten übernahmen Seminarleitung

Götze berichtete, dass seine Idee im Rathaus auf großes Wohlwollen gestoßen sei und es sich auch über die aktive Mithilfe der Grassauer Musikschule freuen konnte. In den vergangenen 20 Jahren konnten viele namhafte Referenten für die Leitung der Seminare gewonnen werden. Unzählige Teilnehmer nahmen das Angebot wahr und konnten sich im Gruppenspiel versuchen. Etliche neue Volksmusikgruppen sind aus den Grassauer Volksmusiktagen entstanden, die zum Teil immer noch auf der Bühne stehen.

Götze ging aber noch etwas weiter in die Volksmusikgeschichte der Gemeinde zurück und erinnerte, dass genau vor 70 Jahren im Gasthof zur Post im Heftersaal die erste Volksmusikveranstaltung, das erste große Sänger- und Musikantentreffen in Bayern, damals unter der Leitung von Wastl Fanderl stattfand. Auch dieses Jubiläum solle an diesem Festabend gefeiert werden.

»20 Jahre Volksmusiktage sind eine Erfolgsgeschichte. Viele auch ganz junge Teilnehmer waren mit großer Freude dabei«, betonte Bürgermeister Rudi Jantke. 20-mal gaben hochqualifizierte Musiklehrer ihre Kunst an die jungen Leute weiter. Die Organisation hatte Siegi Götze in der Hand und er erhielt große Unterstützung von seiner Frau Hanna, so Jantke. Es wurden keine Mühen gescheut. Sogar ein Brauchtumsrätsel zur Vermittlung von Basiswissen hatte Götze jedes Jahr erarbeitet. Nun gebe es aber auch einen Abschied, der mit einem weinenden, aber auch einem lachenden Auge verbunden sei, erklärte Jantke. Zum einen sei man traurig, weil Siegi Götze die Organisation abgibt, zum anderen aber froh, dass diese Aufgabe in gute, junge Hände gelegt werden könne. Jantke freute sich, dass Benedikt Landenhammer das Erbe antritt und damit die Grassauer Volksmusiktage auch weiterhin Bestand haben werden.

Im Lauf des Abends dankte Götze allen, die ihn über viele Jahre unterstützt hatten. Er erklärte, dass die Buxbaam-Musi ein Gewächs der Volksmusiktage sei und freute sich, dass diese in ihrer Originalbesetzung aufspielte. Die Buxbaam-Musi konnte 2012 den Traunsteiner Lindl mit nach Hause nehmen. Ebenfalls aus den Volksmusiktagen formiert, standen die jungen Musiker der Wetterkreuz-Musi auf der Bühne. Wie die Zeit vergeht, belegte Siegi Götze auch damit, dass die jungen Mädchen von damals nun alle verheiratet sind.

Ihren besonderen Bezug zu den Grassauer Volksmusiktagen hatte auch der Chiemseewinkl-Dreigesang mit Lisi Huber, Gitte Edtmayer und Sepp Messerer, schließlich war Lisi Huber die erste Lehrerin für Gesang bei den Volksmusiktagen. Ebenso gehörte Manfred Wörnle, neben Simone und Albert Lahner in der »Boarische Alm-Musi« musizierend, zu den Referenten der Volksmusikseminare. Auch die aktiven Referenten konnten in der Formation als »Referenten Tanzlmusi« gehört werden. Die Musikgruppen zeigten die feinen Facetten der Volksmusik und begeisterten ihr Publikum.

Götze will weiterhin beratend zur Verfügung stehen

Nach diesem stimmigen Abend legte Götze die Organisationsaufgabe in die Hände von Benedikt Landenhammer, der als Musiklehrer, aber auch als Referent die Volksmusiktage seit einigen Jahren begleitet. Bürgermeister Jantke dankte Götze für das besondere Engagement. Er bat den Volksmusik- und Brauchtumsexperten aber dennoch, im Museum Klaushäusl die schönen Volksmusikveranstaltungen weiter anzubieten. Götze betonte abschließend, dass er nun keinen Schalter umlege und weg sei, sondern immer beratend und unterstützend zur Verfügung stehe. tb