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20 Jahre Kaltblutfest Holzhausen

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Uneingeschränkter Höhepunkt des Programms beim Kaltblutfest war der Auftritt des Zehnerzugs. (Foto: Horn)

Teisendorf – Seit 20 Jahren wird im Rahmen der Pfingstfestwoche am Holzhauser Festzelt ein Kaltblutfest veranstaltet – für das Jubiläum gab es dieses Jahr ein besonderes Programm.


Anlässlich des Jubiläums hatten die Rosserer heuer ein besonderes Programm vorbereitet: viele junge Mitglieder der Kaltblutpferdezuchtvereinigung Berchtesgadener Land waren in die verschiedenen Vorführungen mit eingebunden und als zusätzliche Attraktion wurde das Fest von Motivwägen mitgestaltet, die bereits beim großen Umzug anlässlich des Jubiläums »500 Jahre Salzbergwerk Berchtesgaden« mit dabei gewesen waren. Das Kaltblutfest in Holzhausen war eine begeisternde Schau mit hohem Unterhaltungswert für die vielen Gäste am Rande des Parcours.

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Aus den einzelnen Vorführungen wurde nicht nur ersichtlich, welch wesentlichen Beitrag das Kaltblutpferd in früherer Zeit als Arbeitstier geleistet hat. Es wurde herausgestellt, dass diese Pferderasse auch zu Sport- und Freizeitzwecken eingesetzt werden kann und sich in heutiger Zeit wieder großer Beliebtheit erfreut. Sommerliche Temperaturen und ein weiß-blauer Himmel, das war die Wetter-Plattform für die Kaltblutfreunde zu ihrem 20-jährigen Jubiläum.

Ehrengabe für »Männer der ersten Stunde«

Der Vorsitzende der Kaltblutpferdezuchtvereinigung Berchtesgadener Land, Franz Edfelder aus Anger, freute sich, dass auch Landrat Georg Grabner und sein Amtsvorgänger Martin Seidl unter den Gästen waren. Eine Ehrengabe überreichte er an die »Männer der ersten Stunde«, die vor 20 Jahren dieses Fest ins Leben gerufen hatten. Dem Ehrenvorstand der Kaltblutpferdezuchtvereinigung Martin Reitschuh, Ansager Werner Zeininger und Festwirt Hans Grabner galt Edfelders Dank. Weiter freute sich der Vorstand, dass die Zuchtgenossenschaften Pfaffenwinkel und Steingaden extra zum Holzhauser Kaltblutfest angereist waren. Danach übergab Edfelder das Mikrofon an Werner Zeininger, der in sehr informativer Art und Weise durch das nachmittägliche Programm führte.

Zeininger erläuterte die einzelnen Vorführungen, wusste mit interessanten Hintergrundinformationen die Pferdefreunde zu unterhalten und brachte dazu sein reichhaltiges Fachwissen ein. Rund zwei Stunden lang wurden dann Kaltblutpferde in verschiedensten Anspannungsarten oder als Reitpferd präsentiert. Zunächst wurden Stuten mit Fohlen vorgeführt. Eine besondere Attraktion dabei war das erst drei Tage alte Schimmelfohlen aus der Zucht von Georg Dumberger, das brav an der Seite seiner Mutter durch den Parcours marschierte.

Viel Anerkennung und Applaus

Viel Anerkennung fanden darauf Barbara Pössenecker und Stefanie Haunerdinger mit ihren Fahrvorführungen, bevor verschiedene Arbeitsanspannungsarten präsentiert wurden. Kaltblutpferde mit Langholz, verschiedenen Holzfuhrwerken, Arbeitskarren, Transportwägen oder vor einer Sämaschine gab es im Laufe der Präsentation zu bewundern.

Auch der Köhlerverein Neukirchen war mit einem original Köhlerwagen vertreten. Eine besondere Attraktion war die gerittene und gefahrene Quadrille, bei der 16 Pferde gleichzeitig zum Einsatz kamen. Konrad Lamminger hat diese Vorführung kreiert, unter seiner Regie war sie einstudiert worden. Viel Applaus ernteten die Akteure in Sattel und Kutsche nach diesem gelungenen Beitrag.

Diese Vorführung war eine echte Augenweide, aber auch die nächsten Programmpunkte bargen etwas nicht Alltägliches in sich. Denn mehrere Motivwägen, die beim Umzug anlässlich der Festlichkeiten am Pfingstmontag zum 500-jährigen Bestehen des Berchtesgadener Salzbergwerks mit dabei gewesen waren, gab es auch in Holzhausen zu sehen. So wurde unter anderem ein Wagen mit der Nachbildung des Ferdinandstollens, ein Salzwagen, ein Motivwagen mit dem weltberühmten Bartholomäkircherl und ein Wagen mit Deichelbohrern präsentiert.

Es wurde aber auch die beschwerliche Arbeit der Säumer in Erinnerung gerufen. Werner Zeininger bedankte sich im Namen der Veranstalter für die Mitgestaltung des 20-Jahr-Jubiläums und schickte dazu herzliche Grüße in Richtung Berchtesgaden an alle, die die Wägen vorbereitet und ihre Pferde eingespannt hatten. Als Auflockerung zwischen den Pferdevorführungen zogen die Wolfsberger Goaßlschnalzer ihre Fuhrmannsgoaßln auf und unterhielten das Publikum mit ihren rhythmischen Darbietungen.

Hengst »Rosenkavalier« war die Überraschung

Eine Überraschungsnummer war zusätzlich die Präsentation des preisgekrönten Zuchthengstes »Rosenkavalier«, der in seiner Schönheit und mit kraftvollem Temperament bewundernde Blicke auf sich zog. Uneingeschränkter Höhepunkt der Veranstaltung war die Präsentation des Zehnerzuges. Franz Edfelder hatte zehn braune Pferde verschiedener Züchter eingespannt und mancher der Zuschauer hielt den Atem an, als die zehn Rösser mit weißen Kappen und weißen Decken in den Parcours eingefahren kamen. Eine imposante Demonstration von hoher Fahrkunst wurde dem Publikum gezeigt und der begeisterte Applaus sprach für sich. Die Kaltblutpferdezuchtgenossenschaft Berchtesgadener Land kann sich über eine gelungene Veranstaltung freuen, wobei es eine erfreuliche Tendenz ist, dass viele junge Leute die Liebe zu den Kaltblutrössern entdeckt und bei der Gestaltung dieses Festes mitgewirkt haben. mh

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