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19 Gemeinden arbeiten enger zusammen

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Grassau – Erst vor kurzem hatten die zehn Gemeinden, die unmittelbar am Chiemsee liegen, in einem Brief an die beiden Landräte in Traunstein und Rosenheim angekündigt, auf Ebene der Gemeinden eine Tourismus-Kooperation einzugehen. Diese Ankündigung nimmt nun in einer nochmals erweiterten Gebietskulisse konkrete Formen an. 19 Bürgermeister haben sich jetzt dafür ausgesprochen, für den Tourismus in der Region eng zusammenzuarbeiten.


Bereits im Juli 2015 hatten sich auf der Fraueninsel 17 Bürgermeister und Tourismus-Fachleute der Gemeinden rund um den Chiemsee und aus dem Prien- und Achental zur Arbeitsgemeinschaft »Chiemsee - Chiemgauer Alpen« zusammengefunden (wir berichteten). Ziel dieser Arbeitsgemeinschaft war es, die landkreisübergreifenden Gemeinsamkeiten der Gemeinden beim Tourismus zu bündeln und so die zu diesem Zeitpunkt bereits weit fortgeschrittenen Fusionsverhandlungen der Tourismusverbände in den Landkreisen Rosenheim und Traunstein aktiv zu unterstützen.

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Nach dem überraschenden Scheitern der Fusion trafen sich diese Arbeitsgemeinschaft und die Vertreter zweier weiterer Gemeinden nun zu einer Sitzung im »Golf Resort Achental« in Grassau, um über die künftigen Möglichkeiten der Kooperation auch ohne einen Zusammenschluss der beiden Dachverbände zu beraten.

Gemeinden stehen weiter zu den Tourismusverbänden

Alle Beteiligten vertraten dabei die Meinung, dass eine landkreisübergreifende Zusammenarbeit zwischen »See« und »Bergen« aus Sicht des Gastes unabdingbar sei. Da eine Fusion der Dachverbände in weite Ferne gerückt ist, müsse man eine Zusammenarbeit auf einer Zwischenebene organisieren. Die Gemeinden beider Landkreise stehen dabei aber nach wie vor zu ihren jeweiligen Tourismusverbänden und wollen durch diese Zusammenarbeit im Herzstück der großen Region, die Vereinigung der Dachverbände mittelfristig vorantreiben.

Vorrangigstes Ziel der Gemeinschaft ist, aus der Sicht des Gastes ein stimmiges Angebot über Landkreis- und Verbandsgrenzen hinweg zu schaffen. Dienstleistungen für die Gäste sollen zusammengeführt werden, um so den Urlaubern einen professionellen und umfassenden Service bieten zu können.

Konkret wurden dafür ein gemeinsamer Internetauftritt, ein Gastgeberverzeichnis und Veranstaltungsportal sowie die Zusammenarbeit bei lokalen Werbemaßnahmen angesprochen.

Dabei sind »doppelte« Maßnahmen, wie sie derzeit zum Beispiel bei den Gastgeberverzeichnissen gegeben sind, aufgrund der erhöhten finanziellen Belastungen für die Gastgeber unbedingt zu vermeiden. Es dürfe nur noch ein Gastgeberverzeichnis für diese Gemeinschaft geben, das von beiden Tourismusverbänden vermarktet wird. Das Außenmarketing an sich soll auf Ebene der Destination bzw. der touristischen Regionalverbände angesiedelt bleiben.

Für die fachliche Vorbereitung und Umsetzung dieses Aufgabenpakets wird eine kleine Arbeitsgruppe eingesetzt, die aus jeweils zwei Tourismus-Experten aus dem Rosenheimer und Traunsteiner Teil der beteiligten Gemeinden besteht. Die Bürgermeister von Aschau, Prien, Chieming und Reit im Winkl haben sich dazu bereit erklärt.

Insgesamt können die Gemeinden dafür nicht mehr finanzielle Mittel aufwänden, als sie dies bereits jetzt mit ihren Beiträgen in die kleiner strukturierten Werbegemeinschaften und die Dachverbände tun. Nach einer Kostenschätzung für die geplanten Maßnahmen durch die Arbeitsgruppe, sollen deshalb Verhandlungen über die Kostenverteilung auch mit den Dachverbänden und Landkreisen geführt werden. fb