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188 Oldtimer fuhren am Wochenende durch das Achental

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Offene Münder am Straßenrand zur 28. Kitzbüheler Alpenrallye: Ein himmelblau-metallic glänzender Rolls-Royce Silver Cloud II DHC Mulliner, Baujahr 1961, gleitet am Schlechinger Maibaum und dem Rathaus vorbei, den Geigelsteingipfel im Rücken.
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Das Dröhnen mancher Motoren während der 28. Kitzbühler Alpenrallye ließ die Felswände der Bärengasse zwischen Kössen und Schleching erzittern. Dieser Rolls-Royce Silver Wraight, Baujahr 1953, glitt dagegen die Straße hinauf, als wäre er sich seiner Statur bewusst. (Fotos: Flug)
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Das Fahrgefühl von 1931 vermittelt dieser Bentley Old No One. Einen ganzen Mann fordert es, diesen Oldtimer mit seinen gut 6,5 Liter Hubraum und 180 PS durch die Kurve im Zentrum Marquartsteins zu zwingen. Das Fahrerlebnis unterstreicht der unmittelbare Kontakt zu Wind und Wetter. Ein weiterer Vorteil: Der Fahrer sitzt rechts dicht an den staunenden Passanten.

Eine der größten österreichischen Oldtimerrallyes, die Kitzbüheler Alpenrallye, führte am Samstag durch das Achental. Die Herzen der Oldtimerfreunde am Straßenrand schlugen höher, als die chromblitzenden Karossen aus früheren Jahrzehnten vorbeifuhren.


An Pferdestärken fehlt es vielen der Oldtimer nicht. Im modernen Straßenverkehr können sie dank Hubraum von bis zu sechs Litern und reichlich Leistung bequem mithalten. Begleitet wird die Leistung mit lautem Motorendröhnen. Servolenkung war früher ein Fremdwort. Die Fahrer tun sich deshalb in den Kurven hart mit der Lenkung, die jeden Schlag mitbekommt. Immer wieder versetzen Bodenwellen die Wagen.

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188 Raritäten sind in dieser dritten und letzten Etappe der Alpenrallye im Chiemgau unterwegs. Ein Bentley 3,5 Liter aus dem Jahr 1925 ist das älteste Fahrzeug. Ein ebenso grandioser, wie seltener Mercedes-Benz 540 Autobahnkurier fällt auf. Die Passanten im Achental bleiben stehen, wenn die vielen elegante Coupés und Limousinen der Fünfziger und Sechziger Jahre vorbeirauschen. Fotografen allerorten am Straßenrand warten auf einen Schuss mit Seltenheitswert. Rolls-Royce, Porsche, Ferrari, Jaguar, Lamborghini, Aston Martin raunen die Zuschauer angesichts der Markenzeichen und schnittigen Formen.

Hinter den Fahrern liegen zwei Rallyetage, die zu Bergstrecken führten, die Rennsportgeschichte schrieben. Die Rossfeld-Bergstrecke bei Berchtesgaden zeigte sich bei strahlendem Wetter von ihrer spektakulären Seite: schroffe Felsen, Schnee auf den Gipfeln. Die Fahrer bewältigten die Sudelfeld-Bergstrecke bei Bayrischzell und die Hochkönigstrecke bei Bischofshofen.

Unter den Teams sind bekannte Namen. Rallyeweltmeister Sébastien Ogier startete mit Lebensgefährtin Andrea Kaiser im Volkswagen Käfer »Salzburg«, Baujahr 1971. Alpenrallye-Ehrenpräsident Hans-Joachim »Striezel« Stuck fuhr einen Porsche 356 B 1600 Hardtop, Baujahr 1961. Sohn Ferdinand steuerte einen Volkswagen Polo G40, Baujahr 1992. Er ließ sich von seiner Copilotin, Sängerin Christina Stürmer, sagen, wo es lang ging. Namhafte Sponsoren waren mit Werksteams vertreten.

Am Samstag lagen noch einmal rund 180 Kilometer bis zum Ziel vor ihnen. In Kitzbühl im 30-Sekunden-Abstand gestartet, ging es in die Runde über Schwendt, Kössen, Schleching und Marquartstein. Vom Achental führte die Strecke über Frasdorf ins Inntal, dort über die Tatzelwurmstrecke am Sudelfeld. Über Oberaudorf, Kufstein und die Loferer Bundesstraße erreichten die Fahrer das Ziel und erlebten am frühen Nachmittag in der Kitzbüheler Innenstadt eine von vielen Tausend Zuschauern beklatschte Zieleinfahrt. Gefahren war in zwei Klassen, in der Classic und in der Sport Trophy. Für beide hieß es, an zweieinhalb Tagen 500 Kilometer zu bewältigen. Während es in der Classic Trophy eher kommod dahin ging, verlangte die Sport-Trophy mit je zehn Gleichmäßigkeitsprüfungen und Zeitwertungen sowie fünf Spezialprüfungen Fahrern und Fahrzeugen einiges ab. Sieger in der Sportwertung wurden Helmut Lorenzoni mit Kopilot Mike Angermann auf einem Porsche 911, Baujahr 1967. Schorsch Memminger mit Beifahrer Christoph Wellmann auf einem 1951-er Brezelkäfer mussten sich nur knapp geschlagen geben. Sie sicherten sich Platz Zwei vor Georg Memminger mit Copilot Markus Gröbmiller auf VW Käfer Cabrio (1951). lukk

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