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185 000 Euro für den Kreisjugendring

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Traunstein. Den Zuschussantrag des Kreisjugendrings (KJR) Traunstein auf 200 000 Euro für das laufende Jahr reduzierte der Kreisausschuss unter Vorsitz von Landrat Siegfried Walch einstimmig auf 185 000 Euro, was dem 2013 um 20 000 Euro angehobenen Jahresförderbetrag entspricht. Nach mehrfacher Beratung in verschiedenen Ausschüssen des Landkreises in den letzten Monaten forderte das Gremium fraktionsübergreifend als Voraussetzung für mehr finanzielle Unterstützung ein verbindliches »schlüssiges Konzept«, abgestimmt mit dem Kreisjugendamt, zur künftigen Arbeit des KJR. Mit ein Grund für den nicht erhöhten Zuschuss für 2014 war: Die Geschäftsführerposition, eine Teilzeitstelle mit 25 Wochenstunden, ist seit Monaten verwaist und wurde bislang nicht wieder besetzt. Damit entstünden auch keine höheren Verwaltungskosten, hieß es.


Der Landrat erläuterte die wichtigsten Argumente des KJR, darunter gestiegene Aufgaben und damit die Notwendigkeit eines vollzeitbeschäftigten Geschäftsführers, die Koordination aller ehrenamtlich erbrachten Leistungen, jugendpolitische Bildung, Präventionsprojekte und neue Aktivitäten wie zum Beispiel »Geocaching«, die Schatzsuche mittels GPS. Außerdem sei der KJR Dienstleister mit Geräteverleih und dem Jugendzeltplatz Schützing. Ein Teil der Personalkosten werde selbst erwirtschaftet. Mit einem Vollzeitgeschäftsführer könne die Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendring besser vernetzt werden. Für 2014 veranschlagte der KJR 75 000 Euro an Personalkosten, 20 000 Euro für Unkosten, den gleichen Betrag für sein Programm, dazu direkte Zuschüsse an Vereine für deren Jugendarbeit in Höhe von 100 000 Euro. Den Gesamtausgaben von 215 000 Euro standen Einnahmen von 15 000 Euro aus Geräteverleih und Zeltplatz gegenüber.

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In der Diskussion hatte Waltraud Wiesholler-Niederlöhner, SPD, wie viele andere Ausschussmitglieder »keine Zweifel« an den Leistungen des Kreisjugendrings. Die Frage sei, ob nicht als Geschäftsführer statt eines Sozialpädagogen eher ein Betriebswirt eingestellt werden sollte. Franz Feil, Leiter des Amts für Kinder, Jugend und Familie, betonte die in den letzten Monaten sehr gute Zusammenarbeit mit dem KJR. Dort gebe es derzeit keinen Sozialpädagogen, der das verlangte Konzept erarbeiten könne. »Wir haben ein hoch qualifiziertes Kreisjugendamt. Wir können den Zuschuss an den KJR nicht erhöhen – damit dieser eine Fachkraft einstellt, die uns die Erhöhung plausibel macht«, wandte Lothar Seissiger, FW/UW, ein. »Ich verstehe nicht, dass ein Konzept so schwierig sein soll. Der KJR ist verankert im Landesjugendring. Dort gibt es ein Grundkonzept«, meinte Waltraud Wiesholler-Niederlöhner. Eine Anregung hatte Sepp Hohlweger, Bündnis 90/Die Grünen. Zu überlegen sei, ob sich der KJR nicht auf seine Kernaufgaben besinnen und alles andere – wie den Jugendzeltplatz, in den der Landkreis bereits sehr viel Geld investiert habe – lassen sollte.

Ohne Diskussion und Gegenstimme befürwortete der Kreisausschuss einen Jahreszuschuss für 2014 von 4000 Euro, 2000 Euro weniger als im Vorjahr, an die Gesellschaft für Katholische Dorfhelferinnen und Betriebshelfer in Bayern, Station Traunstein. Stellvertretende Landrätin Resi Schmidhuber, bei der Dorfhelfer-Station engagiert, begründete, man befinde sich derzeit in einer sehr guten finanziellen Situation«. Es könne aber sein, dass die Station irgendwann wieder mehr Mittel benötige: »Deshalb bitten wir um die Möglichkeit, später wieder aufstocken zu können.« Das sagte Landrat Siegfried Walch zu und bezeichnete die Vorgehensweise als »hochanständig«. Der Haushaltsansatz bleibe in der bisherigen Höhe mit 12 000 Euro bestehen.

Auf der Tagesordnung stand auch der turnusmäßige Bericht über das offene Ganztagesangebot für Schüler der Jahrgangsstufen 5 mit 10, das jeweils von einer pädagogischen Fachkraft geleitet wird. Für das Schuljahr 2014/2015 gibt es eine derartige Gruppe an der Reiffenstuel-Realschule in Traunstein, drei am Chiemgau-Gymnasium und vier am Annette-Kolb-Gymnasium, je eine am Johannes-Heidenhain-Gymnasium  Traunreut und am Hertzhaimer-Gymnasium Trostberg sowie zwei Gruppen am Förderzentrum Traunstein. Der Kreisausschuss nahm die Informationen zustimmend zur Kenntnis. kd