1800 Einsatz- und 5000 Übungsstunden

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Das Feuerwehr-Ehrenzeichen des Freistaats und die von Innenminister Joachim Hermann unterzeichnete Ehrenurkunde für 25 Jahre aktiven Feuerwehrdienst erhielten (von links) von Kreisbrandrat Josef Kaltner und Landrat Georg Grabner, Bernhard Hinterschnaiter, Johann Grabner, Robert Winkler, Lorenz Langwieder, Hubert Wallner, Andreas Kumminger, Johann Pohl, Hubert Fritzenwenger und Lorenz Koch. (Foto: Mergenthal)

Teisendorf – Ein eher ruhiges Jahr endete für die Feuerwehr Teisendorf im Dezember mit zwei dramatischen Einsätzen – einem Wohnungsbrand in Anger und einem Chemieunfall bei der Brauerei Wieninger. Kommandant Bernhard Hinterschnaiter gab bei der Jahreshauptversammlung vor zahlreichen Zuhörern einen Überblick über die 79 Einsätze. Im Vorjahr waren es 113.


Die in 1800 Stunden absolvierten Einsätze gliedern sich in neun Brandeinsätze, darunter zwei Großbrände, zehn Fehlalarme, fünf Sicherheitswachen, 31 technische Hilfeleistungen und 24 sonstige Einsätze. Technische Hilfe leistete die Wehr vier Mal bei Hochwasser, sieben Mal bei Unfällen, sechs Mal bei Ölspuren oder auslaufenden Betriebsmitteln; außerdem waren ein Chemieunfall, ein Bahnunfall, vier Wohnungsöffnungen und acht sonstige technische Hilfeleistungen darunter. Von Stürmen blieb man 2014 verschont.

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Der Kommandant würdigte die Betriebe, die ihr Personal für Einsätze oder Lehrgänge freistellen. »Eine der größeren Herausforderungen der Zukunft wird es sein, die Tageseinsatzbereitschaft der Freiwilligen Feuerwehren sicherzustellen«, betonte Hinterschnaiter. Dazu sei es unerlässlich, in der Gemeinde Firmen anzusiedeln, die Arbeitsplätze für Einheimische schaffen. Zum neuen Sechs-Jahres-Plan für die Wehren erklärte er, umgerechnet auf die Einwohnerzahl habe jeder für knapp 20 Euro pro Jahr eine 24-Stunden-Rundumversorgung.

In über 5000 Übungsstunden hätten die Feuerwehrler 108 Zug- und Gruppenübungen, 26 Atemschutzübungen sowie jeweils zwölf Maschinisten- und Drehleitermaschinisten-Übungen abgehalten. Aktuell gebe es 158 aktive Feuerwehrler und 23 Feuerwehranwärter. Von diesen nahm Hinterschnaiter drei in den aktiven Dienst auf: Thomas Schießl, Christoph Schießl und Michi Putzhammer. Im Namen der Züge dankte er seinem bisherigen Stellvertreter Georg Wimmer für sein Engagement und bat ihn auch um künftige Unterstützung, etwa bei der Modularen Truppmann-Ausbildung, die 22 Feuerwehrleute absolvieren als Grundlage für weitere Ausbildungen.

Im Mittelpunkt des Ausblicks von Vereinsvorstand Bernhard Wimmer stand das Jubiläumsjahr 2016, in dem die Feuerwehr ihr 150-jähriges Bestehen feiert. Vom 7. bis 12. März 2016 sei eine Ausstellung im Poststall mit Präsentation einer Feuerwehrchronik geplant, die von Rosi und Hans Fürmann erstellt wird. Voraussichtlich erstellen Schüler der Schnitzschule Berchtesgaden in einem einwöchigen Symposium in Teisendorf Skulpturen zum Thema Feuer und Wasser. Vom 9. bis 11. September ist das große Feuerwehrfest im Festzelt, an dem sich mehrere Vereine beteiligen. In seinem Rückblick erwähnte Wimmer unter anderem den für die Jugendwerbung erfolgreichen Informationstag für die 8. bis 10. Klassen, den Kinderferientag mit 42 Teilnehmern, das Fußballturnier, das heuer am 24. Januar ist, und die starke Teilnahme am Feuerwehrfest in Saaldorf.

Die Zahl der Feuerwehranwärter wuchs seit dem Frühjahr um acht Buben auf drei Mädchen und 21 Buben, wie Jugendwart Michael Schmölz berichtete. Es wurden monatliche Übungen, fünf Übungen für die von allen bestandene Jugendleistungsprüfung sowie vier Sonderübungen für den Wissenstest abgehalten; zudem gab es einen Berufsfeuerwehrtag im Gerätehaus, bei dem die Jugendlichen 24 Stunden im Einsatz waren. Ein Höhepunkt war ein Ausflug des Jugendzugs zum Flughafen München mit Besichtigung der Flughafen-Feuerwehr, den der Verein finanzierte.

Kassier Fritz Haberlander präsentierte eine bestens geordnete Kasse. Allein 3600 Euro investierte der Feuerwehrverein für die Jugend, die unter anderem für 1800 Euro neue Parkas bekam. Kaplan Korbinian Wirzberger, selbst als Feuerwehrmann aktiv, zeigte sich bewegt von der gelebten Kameradschaft. Kreisbrandrat Josef Kaltner lobte, dass die Teisendorfer Wehr beim Chemieunfall die ersten Maßnahmen richtig ergriffen habe. Der Einsatz sei in Kooperation aller beteiligten Wehren und Organisationen »hervorragend abgearbeitet« worden.

Peter Hußl, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Freilassing, hob die gute Zusammenarbeit hervor, ebenso wie Constanze Jäkel von der BRK-Bereitschaft, die selbst Feuerwehrfrau ist: »Es geht um Menschen, die helfen – egal in welcher Uniform – und um Menschen, denen geholfen wird«, betonte sie. vm

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