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18 Gesellen fürs heimische Bäcker-Handwerk

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Sie sind die Prüfungsbesten der Bäcker-Innung Berchtesgadener Land-Traunstein: Dorothea Granofszky bei den Fachverkäuferinnen und Dominik Scholz bei den Bäckern. Es gratulierten Kreishandwerksmeister Gerhard Kotter (links), Obermeister Stefan Neumeier (Mitte hinten) und sein Stellvertreter Klaus Schneider (rechts). (Foto: Wittenzellner)

Höhepunkt für die heimische Bäcker-Innung und die ausgelernten Lehrlinge der heimischen Betriebe:


18 Jung-Gesellen, die ihre Gesellenprüfung als Bäckergesellen oder Fachverkäuferinnen im Lebensmittelhandwerk Bäckerei erfolgreich abgelegt haben, wurden nach ihrer dreijährigen Ausbildungszeit vom kürzlich neu gewählten Kreishandwerksmeister Gerhard Kotter von den Pflichten des dreijährigen Lehrverhältnisses freigesprochen und erhielten ihren Gesellenbrief. Die Innung feierte mit vielen Vertretern aus Verbänden, Ausbildungsbetrieben, Berufsschulen und den Familien der Gesellen, die ins Wochinger Brauhaus nach Traunstein gekommen waren.

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Obermeister Stefan Neumeier sagte, es sei ein besonderer Tag für die Jung-Gesellen. »Ihr habt einen wunderschönen Handwerksberuf erlernt – für mich ist es immer noch der schönste.« Trotz des Wandels der Zeit und der Digitalisierung, die auch vor dem Handwerk nicht halt mache, bleibe der Beruf immer ein Handwerk. Brauche man im Bäckerhandwerk doch sowohl den Geruchsinn, den Tastsinn, Augen, Gehör und den Geschmacksinn.

»Sie haben sich diesen Erfolg über drei Jahre erarbeitet und verdient«, betonte der Schulleiter der Berufsschule I, Wolfgang Kurfer. Er lobte im Rahmen der dualen Ausbildung die gute Zusammenarbeit zwischen Schule, Ausbildungsbetrieben und der Innung. Den Bäckergesellen attestierte er, dass »der Ruf der Nacht sie zu Helden des Morgens« mache, wenn sich die Kunden über frische Backwaren freuen würden. Die Fachverkäuferinnen würden diese mit einem ansteckenden Lächeln verkaufen. Die Fachkräfte und das heimische Bäckerhandwerk würden für gutes Brot und die Geschichte dahinter stehen. »Nicht der Preis, sondern die Hingabe des Bäckers machen die Waren besser« so der Schulleiter der BS I. Kreishandwerksmeister Kotter sagte an die jungen Fachkräfte gerichtet: »Das ist Ihr Tag. Ich gratuliere zum Gesellenbrief.« Sie hätten die Hürde mit Bravour genommen und würden jetzt gemäß der Tradition freigesprochen. »Das beweist, dass sie gute handwerkliche Arbeit leisten.« Es gelte aber weiter für die Jung-Gesellen: Das lebenslange Lernen sei wie ein »Sesam öffne dich« für den beruflichen Erfolg. In einer kurzen, traditionellen Formel sprach er sie von den Pflichten des Lehrverhältnisses frei und hob sie in den Gesellenstand.

Im Nachgang stellte Klaus Schneider in seiner Eigenschaft als Prüfungsvorsitzender die Prüfungsergebnisse vor und überreichte zusammen mit Neumeier und Kotter den Gesellen ihre persönlichen Gesellenbriefe. Bei den Bäckern haben an der Winter- und der Sommerprüfung 34 an der Prüfung teilgenommen, sechs haben diese nicht bestanden. Bei den Bäckern zeigte sich, dass der Beruf nach wie vor eine männliche Domäne ist, was sich an zehn männlichen und zwei weiblichen Teilnehmern absehen lässt. Prüfungsbester bei den Bäckern ist Dominik Scholz von der Bäckerei Stumhofer.

Elf weibliche Prüflinge traten bei den Fachverkäufern an, sieben davon haben die Prüfung bestanden. Prüfungsbeste bei den Fachverkäuferinnen ist Dorothea Granofszky von der Bäckerei Miedl in Bad Endorf. Bei der Winterprüfung war dies Sabrina Wimmer vom Ausbildungsbetrieb Kotter Traunstein, die auch zum Leistungswettbewerb in der Handwerkskammer angemeldet wird.

Während der Freisprechungsfeier wurde auch der Berufsschullehrer Josef Dammer verabschiedet, der an der Schule über vier Jahrzehnte unterrichtete. Der Obermeister und sein Stellvertreter dankten ihm für die jahrzehntelange, gute und angenehme Zusammenarbeit und überreichten ihm kleine Präsente. Trotz der Verabschiedung wolle man ihn noch nicht so schnell gehen lassen. Dammer sagte zu, tageweise die Abteilung in der Schule zu unterstützen. awi