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18 Bäume und Sträucher müssen weg

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Auf einer Hubbühne stehend, setzte ein Mitarbeiter der Stadtgärtnerei die Motorsäge an. (Foto: Schwaiger-Pöllner)

Traunstein – Rund um die Klosterkirche heulen die Motorsägen: Mitarbeiter der Stadtgärtnerei haben gestern damit begonnen, auf dem Areal 18 Bäume und Sträucher zu fällen. Die Pflanzen müssen wegen des geplanten Umbaus der Klosterkirche weichen.


Praktisch auf den letzten Drücker geht die Fällung über die Bühne, denn das Naturschutzgesetz verbietet eine Fällung von gesunden Bäumen zwischen März und September. Eigentlich war die Maßnahme auch schon viel früher vorgesehen. Doch weil der Stadtrat den Haushalt abgelehnt hatte, verzögerte sich auch die Fällung – denn es war nicht sicher, ob es für die Baumaßnahme Klosterkirche in der geplanten Form grünes Licht gibt. Der Stadtrat segnete erst am vergangenen Donnerstagabend den Haushalt und auch die vorgesehene Sanierungsmaßnahme ab.

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Damit ließ sich die Maßnahme aber jetzt auch nur noch am Montag und am Dienstag bewerkstelligen. Der Leiter der Stadtgärtnerei, Reinhard Niederbuchner, weiß, dass es sich drastisch anhört, dass 18 Bäume für den Umbau weichen müssen. Allerdings, so erklärt er, seien die drei Akazien an der Klosterstraße stockfaul gewesen und hätten ohnehin weg müssen. Der größte Baum, der gestern der Motorsäge zum Opfer fiel, war eine Birke im Schulhof. »Aber das war auch nicht mehr der gesündeste Baum«, erklärt Niederbuchner. Er hätte wohl auch in den nächsten Jahren gefällt gehört.

Eine erst wenige Jahre alte Linde, die ebenfalls im Schulhof steht, wollen die Mitarbeiter der Stadtgärtnerei ausgraben und an anderer Stelle wieder einpflanzen. Auf dem Vorplatz der Klosterkirche müssen zum Beispiel eine Linde, ein Tulpenbaum und zwei Birnbäume, »die aber nie getragen haben«, weg. Da auch einige Sträucher auf der »Fäll-Liste« stehen, bleiben laut Niederbuchner unterm Strich »neun bis zehn Bäume, die erhaltenswert gewesen wären«.

Der Leiter der Stadtgärtnerei versichert aber: »Es wird in ausreichender Form Ersatzpflanzungen geben.« Dort, wo die drei Akazien standen, sollen fünf neue Bäume eingepflanzt werden.

Niederbuchner weiß, dass es bei einer großen Baumaßnahme oftmals mehr Sinn macht, die alten Bäume und Sträucher wegzunehmen und danach neue zu pflanzen. Er habe es nicht erst einmal erlebt, dass mit den Baufahrzeugen umständlich um die Pflanzen herumrangiert werde – und dann zum Beispiel bei Grabungsarbeiten das Wurzelwerk so stark beschädigt werde, dass die Bäume dann nach wenigen Jahren doch absterben. san