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17-Jährige mit drei Promille gefunden

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Übersee. »Insgesamt ein sehr friedliches Festival«, so lautet das Resümee des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd zum Chiemsee Summer. Obwohl fünf Tage lang 35 000 Menschen dicht gedrängt auf engstem Raum bis in die frühen Morgenstunden hinein feierten, gab es nur wenige Reibereien. Die ausgesprochen gut gelaunten Besucher ließen sich auch durch Schlechtwetter nicht aus der Ruhe bringen, sodass aggressive Stimmungen auf reine Einzelfälle beschränkt blieben.


Zu tun gab es trotzdem genug für die durchschnittlich 80 Einsatzkräfte. Der hohe Anteil der mit Autos angereisten Besucher musste gleich am ersten Tag umgeleitet werden. Probleme bereitete – trotz guter Vorsorge mit befestigten Einfahrten – die Befüllung der Parkplätze auf den nassen Wiesen. Die anströmenden Besucher konnten anfangs nicht schnell genug auf die Flächen einfahren, sodass sich letztendlich Staus auf den Anfahrtswegen bildeten und diese sich bis auf die stark belastete Autobahn auswirkten.

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Viel unterwegs waren auch heuer wieder Jugendbeamte der Polizei zusammen mit Mitarbeitern des Kreisjugendamtes, um sich um die jüngeren Besucher zu kümmern. Den traurigen Promille-Rekord unter den betreuten Jugendlichen hält dieses Jahr eine 17-Jährige mit drei Promille, die schließlich dem Rettungsdienst übergeben werden musste und deren Eltern von den Jugendbeamten zur Abholung im Krankenhaus verständigt wurden.

Ob die Eltern einer 13-Jährigen, die auf Grund Alkoholgenuss bewusstlos im Gelände aufgefunden und dem Malteser Hilfsdienst übergeben wurde, ihrer Verantwortung als Erziehungsberechtigten nachgekommen sind, muss noch geklärt werden. Das junge Mädchen musste ebenfalls im Krankenhaus behandelt werden.

90 Drogenfälle und 18 Diebstähle

Bei Kontrollen der Anfahrtswege und auf dem Gelände wurde wieder ein besonderes Augenmerk auf den unerlaubten Besitz von illegalen Betäubungsmitteln gelegt. So gelang es den meist in zivil agierenden Fahndern, in über 90 Fällen Drogen ausfindig zu machen. Meist handelte es sich dabei um kleinere Mengen Rauschgift für den Eigenkonsum. Neben Marihuana wurden unter anderem auch Ecstasy gefunden.

Insgesamt nur wenige Diebstähle gab es mit 18 Anzeigen zu verzeichnen. Meist kamen Handys, Fotoapparate und Geldbeutel abhanden. Einige Gegenstände konnten jedoch nach einer gewissen Phase des Nachdenkens, und damit einhergehendem Abbau des Alkoholwertes, später wieder gefunden werden.

Die gute Stimmung der Festivalbesucher war sicherlich ein Faktor, der zu der insgesamt geringen Zahl an Körperverletzungen beitrug. Nur sieben Fälle wurden der Polizei angezeigt und meist handelte es sich dabei um leichtere Vorfälle. Lediglich in der Nacht auf Sonntag erlitt ein junger Mann bei einer Auseinandersetzung gegen Mitternacht einen Jochbeinbruch. Mehrere Personen mussten in diesem Zusammenhang in Gewahrsam genommen und ausgenüchtert werden.

Ein vermeintlicher Raub, der sich in der Nacht zum Donnerstag zugetragen haben soll, bedarf noch weiterer Abklärung. Ein 24-Jähriger mit Verletzungen im Kopfbereich gab an überfallen worden zu sein. Jedoch fanden Beamte wenig später den entwendeten Geldbeutel im Zelt eines Freundes.

Sachbeschädigungen hielten sich heuer in Grenzen. Unter anderem ein Anwohner erlitt am Samstag einen Schaden an seinem Auto, da ein Absperrzaun umgeworfen worden war. Auch hatten Camper eine nicht mehr benötigte Lkw-Batterie einfach in sein Grundstück geworfen.

Kurios war eine der etwa zehn festgestellten Fahrten unter Alkoholeinfluss. Ein 24-Jähriger wies bei einem Alkotest am Samstagmittag einen Wert von 0,6 Promille auf. Jedoch war er nicht von Beamten entdeckt worden, sondern hatte seinen Wagen munter über die öffentlichen Straßen zu einer Polizeistreife gelenkt und um einen Test gebeten, da er sich »nicht richtig fahrtauglich fühle«.

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