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1700 Euro für einen Brunnen in Indien gespendet

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Mit einer Privatinitiative hat Elisabeth Spies die Pfarrgemeinde Unterwössen zu einer Spende für einen Brunnenbau in Zentralindien aufgerufen. Die Schilderungen des Urlaubspaters Herman Tirkey (Mitte) aus seiner Heimatdiözese in Zentralindien hatten sie dazu bewegt. Auch Hermann Minisini hatte erheblichen Anteil daran, dass die Spende mit 1700 Euro überraschend hoch ausfiel.

Unterwössen. Als zwei, die es prächtig miteinander können, erwiesen sich jetzt die Pfarrgemeinde St. Martin in Unterwössen und Pater Herman Tirkey, die Urlaubsvertretung von Pfarrer Klaus Wernberger. Ausdruck dieses guten Miteinanders war jetzt eine Spende, die Pater Herman in seiner Heimatdiözese Ambikapur im zentralindischen Bundesstaat Chhattisgarh zum Brunnenbau verwenden will. Eine Privatinitiative von Elisabeth Spies hat in einer Gemeindesammlung überraschende 1700 Euro zusammengetragen.


Es war eine zufällige Begegnung auf dem Friedhof an der Pfarrkirche St. Martin, die den Inder und die Unterwössnerin zusammenführten. Pater Herman, noch neu in Unterwössen, stellte sich kurz vor und er und Elisabeth Spies kamen in ein langes Gespräch. So unterschiedlich die Welten zwischen Unterwössen und dem knapp 9000 Autokilometer und gut 100 Autostunden entfernten Ambikapur sind, so zahlreich sind die Themen, über die sich beide austauschten. Das sprengte die Grenzen einer Begegnung, und so verabredeten beide ein weiteres Gespräch. Drei Stunden intensive Unterhaltung wurden daraus.

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Die Schilderungen von Pater Herman ließen die Unterwössnerin nicht los. In seiner indischen Diözese leben die Menschen in Stammesvölkern zusammen, meist unterdrückt und ausgebeutet, schildert er. Das gilt auch für die katholischen Christen, mit 3,1 Prozent eine Minderheit unter den 2,7 Millionen Menschen in der Diözese Ambikapur. Es fehlt an allem, meint Pater Herman. Nicht einmal das tägliche Essen ist gesichert. Für Trinkwasser nehmen die Menschen oft Wege von über einem Kilometer auf sich. Krank zu werden ist riskant, weil das Geld für Medikamente fehlt. Die Ortskirche versucht die Not der Menschen durch Projekte zu lindern, leidet aber selbst Not und ist auf Unterstützung aus Europa angewiesen, berichtet der indische Pater.

Diese Schilderungen veranlassten Elisabeth Spies zu einer Spendensammlung. Unterstützung fand sie in Bürgermeister Hans Haslreiter und bei Pfarrsekretärin Martina Dufter. Mit einer flammenden Rede rief Hermann Minisini zu Beginn des Gottesdienstes an Mariä Himmelfahrt zur Unterstützung auf. »Im Vergleich zu den Menschen in Indien sind wir unermesslich reich, deshalb darf ich sie um eine großzügige Spende bitten.«

Jetzt überreichten Spies und Minisini dem tief beeindruckten Pater Herman die Summe für den Brunnenbau aus der Sammlung nach dem Gottesdienst. Ohnehin ist der Aufenthalt im Chiemgau für ihn etwas ganz Besonderes, schilderte Pater Herman im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. Erst hätten ihn die besondere Landschaft und Natur begeistert, dann die Freundlichkeit und Aufgeschlossenheit der Bevölkerung. Er lebe hier wie in einem Paradies, schwärmte Pater Herman von Unterwössen. Noch bis Sonntag dauert seine Urlaubsvertretung in der Pfarrgemeinde St. Martin. lukk

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