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17 000 Euro Erlös für Freilassinger Hochwasser-Opfer

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Die jungen Turnerinnen des TSV erfreuten die Besucher mit ihren Vorführungen. (Foto: Eder)

Waging am See. 17 000 Euro hat der Benefiz-Filmabend am Kurpark in Waging erbracht. Und noch immer gehen Spenden bei der Vorstandschaft von »Waging bewegt« ein. Deutlich über 1000 Besucher, so schätzt man, waren dazu in den Kurpark gekommen, haben gegessen, gefeiert, das Programm genossen und zum Schluss ihr Vergnügen an dem gezeigten Film gehabt. »So traurig der Anlass«, so Moderator Christian Reiter, »so schön ist der Abend und der Zusammenhalt in Waging.«


Am Anfang standen die Waginger Filmtage und eine Idee von Lydia Wembacher, der Vorsitzenden des Gewerbevereins »Waging bewegt«. Einen der Filme, die wegen des ständigen Regenwetters ausgefallen waren, den lustigen Streifen »Grenzverkehr«, hätten manche noch gern gesehen – aber die Filmtage waren aus. Da entstand bei Lydia Wembacher der Gedanke, ob man den Film nicht vielleicht doch noch zeigen und den Abend gleichzeitig mit einer Benefizaktion für Freilassing verbinden könnte. Die Fotos des Hochwassers von dort waren noch in zu frischer Erinnerung.

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Die Liste der Helfer ist lang

Nicht nur in ihrer Vorstandskollegin Karin Wiedemann fand die Vorsitzende eine Mitstreiterin: Für die Idee ließen sich eine solche Menge von Helfern begeistern, wie man es kaum hätte erwarten können. Die Liste derer, die letztlich mitgeholfen haben, umfasst mehr als 80 Namen: Geschäfte und Firmen, die Geld oder Sachwerte gespendet oder Leute zum Helfen geschickt haben, Vereine und Einzelpersonen, die mitgestaltet oder beim Aufbau beziehungsweise an den Ständen mitgeholfen haben.

Und an dem Abend, an dem das Wetter wirklich bis zum Schluss schön blieb, bewegte sich wirklich etwas. Am Anfang stand die Musik. Die Waginger Jugendkapelle unter Leitung von Claudia Huber zog durch den Ort und dann in den Kurpark und sorgte so für die nötige Aufmerksamkeit bei denen, zu denen sich der Benefizabend noch nicht herumgesprochen hatte. Moderiert von Christian Reiger, übernahmen dann nach einigen Gruß- und Dankesworten die beiden anderen Musikgruppen: die »Drei Zwidern« und die »Ruperti-Blosn«. Großer Aufmerksamkeit erfreuten sich die Vorführungen der jungen Turnerinnen des TSV, verstärkt durch die Leistungsriege aus Tittmoning und mit einem Doppelsalto rückwärts als Höhepunkt.

Mit dabei war auch der Freilassinger Bürgermeister Josef Flatscher, der sich beeindruckt zeigte von dem, was da in Waging auf die Beine gestellt wurde: »Diese Hilfsbereitschaft macht mich fast sprachlos.« Zuvor hatte der Waginger Bürgermeister Herbert Häusl festgestellt, dass die Gemeinde Waging gut davongekommen sei. Aber in dieser Situation gehe es um den Zusammenhalt und die Solidarität in der Region – und, so fügte er an: »Ich bin ein klein bisserl stolz darauf, wie das bei uns in Waging funktioniert.«

Die Besucher hatten an dem Abend die Gelegenheit, das vorhandene Angebot zu genießen: etwa den Schuhverkauf eines Waginger Schuhgeschäftes, dessen Erlös komplett gespendet wurde, die Bar vom Frauenbund, den Flohmarkt des Lions-Clubs, das Kuchenbuffet, das sich Lions-Club und Bauernmarkt-Bäckerinnen teilten, die Grillstation der Freiwilligen Feuerwehr, den Popcornstand, das Maßkrugschieben und manch anderes mehr. Alles Essen und Trinken war von Waginger Geschäften, von Brauereien und Getränkefirmen der Umgebung kostenlos zur Verfügung gestellt worden. Und dann gab es auch noch 1200 Lose mit 200 Preisen – alles Gutscheine von Waginger Firmen.

Hoffnung, 20 000 Euro noch zu knacken

Den krönenden Abschluss setzte dann der Film, der von Organisator Günter Wimmer samt Crew und Equipment ebenfalls kostenlos beschafft und gezeigt wurde. Auch der Filmverleih hatte sich von der Waginger Großzügigkeit anstecken lassen. Und mit in den Ertrag des Abends floss auch das Geld ein, das die Musikkapelle Waging bei ihrem spontanen Auftritt am Abend zuvor am Marktplatz eingespielt hatte.

Und bei den beiden Organisatorinnen, die das Geld demnächst dem Krisenstab in Freilassing übergeben werden, besteht noch die Hoffnung, dass man die 20 000 Euro vielleicht noch erreichen wird. Zum einen gehen immer noch Spenden ein, und zum anderen hat Bürgermeister Häusl zugesagt, den Betrag gegebenenfalls noch aufstocken zu wollen – allerdings noch nicht, in welcher Höhe. he