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150 Obstbäume wurden heuer schon gepflanzt

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Schon 150 Obstbäume sind in diesem Frühjahr im Einzugsgebiet der Ökomodellregion gepflanzt worden, hier ist die Fläche bei Ebing zu sehen. (Foto: H. Eder)

Waging am See – Eines der Projekte der Ökomodellregion, das schon vorangeschritten ist, ist die Pflanzung von Streuobstbäumen. Das Ziel ist dabei hoch gesteckt: Nicht weniger als 1500 solcher Obstbäume sollen in den kommenden Jahren gepflanzt werden. Knapp 150 davon stehen schon, weitere Flächen sind dringend gesucht.


Artenvielfalt und alte Sorten

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Der Gedanke, der dahinter steht, ist zum einen natürlich, gutes Obst zur eigenen Versorgung zu gewinnen, zum anderen aber wird es als genauso wichtig angesehen, damit extensive Lebensräume und die natürliche Artenvielfalt zu fördern. Das heißt: keinen Rasen mit ein paar niedrigen Obstbäumen anlegen, sondern eine extensive Wiese mit schönen Streuobst-Hochstämmen und teils alten, regionalen Kultursorten. Damit soll auch etwas für das traditionelle Orts- und Landschaftsbild getan werden.

Sprecher der Gruppe »Streuobst und Artenschutz« sind Beate Rutkowski von der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe Traunstein und Leonhard Strasser (Stellvertreter), Nebenerwerbslandwirt aus der Gemeinde Wonneberg. In der Gruppe arbeiten ein bis zwei Dutzend Mitglieder mit.

Eine Wiese, die für Streuobst geeignet ist, sollte mindestens 800 bis 1000 Quadratmeter groß sein. Und mindestens acht, besser noch zehn Bäume sollten da im Abstand von jeweils zehn Metern voneinander gepflanzt werden. Das Bayerische Umweltministerium fördert solche Pflanzmaßnahmen in Bayern mit 70 Prozent, den Rest steuert der Landschaftspflegeverband (LPV) Traunstein bei, in dem alle Kommunen Mitglieder sind und der in dem Projekt sehr aktiv mitarbeitet. Förderfähig sind nur Hochstamm-Obstbäume der Arten Apfel, Birne, Zwetschge, Süß- und Sauerkirsche sowie Walnuss in angepassten, traditionellen Sorten. Bezahlt werden die Bäume samt eines Korbes für den Wühlmausschutz und Pfählen zum Anbinden. Gepflanzt werden die Bäume vom Besitzer der Fläche, der auch für die Pflege zuständig ist – dafür gibt es keine Zuschüsse. Sollte ein Besitzer aber aus guten Gründen Hilfe bei der Pflanzung benötigen, versucht die Ökomodellregion, Mitglieder zu finden, die ihn unterstützen.

Kommunale und private Flächen wurden in diesem Frühjahr bereits in folgenden Orten bepflanzt: je zwei in Otting und Kirchanschöring sowie je eine in Nirnharting, in St. Coloman, in Taching-Planthal, am Postkellerberg in Waging und in St.  Leonhard. Insgesamt sind allein im Frühjahr an die 150 Bäume in der Ökomodellregion neu gepflanzt worden – und das sind nur die geförderten Flächen und Ausgleichsflächen. Damit sind also schon »im ersten Schritt zehn Prozent unseres Ziels abgearbeitet«, freut sich Marlene Berger-Stöckl, Projektleiterin im Waginger Rathaus.

Nicht nur Bäume, sondern auch Hecken

Auch Ausgleichsflächen wie zum Beispiel die Fläche an der Wasserrückhaltemaßnahme in Ebing in der Gemeinde Waging können für Streuobstpflanzungen genutzt werden. In dem Fall werden sie aber nicht vom Landschaftspflegeverband gefördert, sondern von der Gemeinde bezahlt. Hier in Ebing sind erst vor kurzem 40 neue Streuobstbäume gepflanzt worden.

Ein weiteres Ziel der Ökomodellregion ist die Förderung der Pflanzung von Wildobsthecken. Auch dafür sind der LPV und der Bund Naturschutz sowie die Arbeitsgruppe wichtige Partner. Dieses Anliegen ist auch bei den Obst- und Gartenbauvereinen der Ökomodellregion vorgestellt worden, wo die Aktion »Streuobst und Wildobst« viel Zuspruch erfahren habe, wie Berger-Stöckl berichtet.

In Waging sind es derzeit sechs neue Baumpaten, die sich um einzelne Flächen kümmern, vor allem um den kommunalen, neuen Streuobstbestand auf der Fläche in Ebing. Zwei zusätzliche Baumpaten haben noch keine Fläche zur Neuanlage bekommen, weil keine mehr übrig war. Daher werden stets weitere Flächen im Bereich Waging zur Neuanlage gesucht oder aber auch bestehende alte Streuobstbestände mit mindestens fünf Bäumen zur Pflege. Auch hier unterstützt die Bund-Naturschutz-Kreisgruppe bei Bedarf bei der Pflanzung und Pflege. Neue Flächen werden vor allem auch in den Gemeinden Fridolfing, Tittmoning und Petting gesucht, die Flächen sind bisher mehr auf den südlichen Bereich der Ökomodellregion konzentriert. he