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150 Demonstranten gegen Corona-Maßnahmen am Traunsteiner Stadtplatz

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Rund 150 Teilnehmer demonstrierten am Traunsteiner Stadtplatz gegen die Corona-Maßnahmen. (Foto: Hobmaier)

Traunstein – Die Reichen dieser Erde werden noch reicher und die Armen verlieren weiter an Boden – das war die zentrale Aussage der Redner bei einer Demonstration in Traunstein. Rund 150 Menschen versammelten sich am Samstag dazu auf dem Stadtplatz. Die Initiative gegen Corona-Maßnahmen und für Demokratie im Chiemgau und Rupertiwinkel hatte mit einer größeren Anzahl gerechnet. Die Polizei zeigte sich mit dem Ablauf der Veranstaltung zufrieden.


Zunächst trat Georg Planthaler aus Anger ans Mikrofon. »Wo ist denn hier Gerechtigkeit, wenn Supermärkte derzeit literweise Parfüm verkaufen dürfen und die kleine Parfümerie in der Stadt zusperren muss?«, fragte Planthaler. Weiter kritisierte er die kräftigen Gewinnsprünge von Microsoft, Facebook, Apple, Amazon und Co. im vergangenen Jahr. »Die streichen Milliardengewinne ein und zahlen dafür nicht einmal Steuern«, so sein Vorwurf.

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»Meine Gastwirtschaft hat auch 50 Prozent abgeworfen – aber im Minus«, klagte Georg Planthaler und forderte die Teilnehmer auf, die dafür verantwortlichen Politiker bei der nächsten Wahl in Rente zu schicken. »Was wir brauchen, ist Menschlichkeit und Lebensfreude, Frieden, sauberes Trinkwasser und gutes Essen auf der ganzen Welt, aber wir brauchen sicherlich keine Milliardäre.«

Franz Lindlacher aus Staudach sprach zum Thema »Ruin des Mittelstands«. Seiner Meinung nach führen die Lock-Down-Maßnahmen zu einer riesigen Pleitewelle für kleine und mittelständische Unternehmen. »Die Investmenthaie kreisen bereits und werden alles zu Spottpreisen aufkaufen, was ihnen in die Arme fällt«, sagte Lindlacher. Nun sei es an der Zeit, sich zu wehren und aufzustehen. »Wenn der Protest nicht von den kleinen Leuten losgeht, wird sich nichts ändern. Die Mächtigen in diesem Land haben jedenfalls kein Interesse daran, dass sich etwas ändert«. Für Felicitas Englisch steht fest: »Ein Inzidenzwert von 50 ist nicht nur willkürlich festgelegt, sondern darüber hinaus ist es völlig unrealistisch, diesen insbesondere im Winter zu erreichen.« Die Politik schaffe es nicht, Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser vor Infektionseinträgen zu schützen, zwinge aber Kinder dazu, Masken zu tragen.

Eine aufgestellte Klagemauer lud am Ende der Veranstaltung die Besucher ein, sich die persönlichen Sorgen und Nöte von der Seele zu schreiben und aufzuhängen. Nach rund eineinhalb Stunden löste sich die Demonstration auf. Einer Schätzung der Veranstalter nach, waren rund 150 Teilnehmer gekommen. »Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass mehr Menschen an der Demo teilnehmen. Mit dem absolut friedlichen und auflagenkonformen Ablauf bin ich allerdings sehr zufrieden«, betonte Franz Lindlacher im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. Die Polizei zeigte sich mit dem Ablauf ebenfalls zufrieden. hob

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