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140-jähriges Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr gefeiert

Ruhpolding. Ihre 140-jährige Jahreshauptversammlung beging die Freiwillige Feuerwehr im Hotel zur Post. Vorstand Andreas Huber gab einen Rückblick auf die Geschichte der Feuerwehr Ruhpolding, die 1873 von Wagnermeister Speckbacher und dem Lehrer Hinterreiter mit 42 Männern aus den drei Gemeinden Ruhpolding, Vachenau und Zell gegründet worden war. Schon 1875 wurde die FFW in den Landesverband der Feuerwehren aufgenommen.

Ruhpoldings Bürgermeister Claus Pichler (links) und der Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Ruhpolding, Andreas Huber (rechts), ehrten Hans Walter Kastner für sein 40-jähriges aktives Engagement. (Foto: Giesen)

Anlässlich des Jubiläums wurde die Versammlung mit vielen Lichtbildern von Aktivitäten des vergangenen Jahres untermalt. Außerdem erhielten zahlreiche Ehrengäste wie die Vertreter der Feuerwehren Eisenärzt und Inzell, Bürgermeister oder Fahnenmutter Burgi Müller ein großes Bild mit der Mannschaft der FFW Ruhpolding überreicht.

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Floriansjünger leisteten 5376 Einsatzstunden

Mit 5376 Einsatzstunden, davon allein 2666 Stunden zur Unwetterbekämpfung, wies der Bericht des Kommandanten Thomas Mayer über die Einsatzstatistik im Jahr 2013 beeindruckende Leistungen der FFW auf. Zwölfmal war die Feuerwehr zur Brandbekämpfung ausgerückt, 20 Mal gab es Fehlalarme, 54 Mal Technische Hilfeleistungen und 98 Mal Unwettereinsätze besonders wegen des Juni-Hochwassers. Mit 1244 Stunden am Parkplatz des Biathlongeländes, wo die FFW Tag und Nacht in Bereitschaft stand, wurden auch hier viele Stunden geleistet.

An Übungen gab es 20 Gruppen- und 20 Atemschutzübungen, 20 Sonderschulungen, zehn Monatsübungen und vier Einsatzübungen auch mit den FFW Grabenstätt und Inzell. Die aktive Mannschaft der FFW Ruhpolding besteht derzeit aus 59 aktiven Kameraden, 38 passiven Mitgliedern und 135 Fördermitgliedern.

Jugendwart Franz Gstatter berichtete von der Struktur der Jugendfeuerwehr mit zwölf Männern zwischen zwölf und 18 Jahren. Insgesamt wurden 45 Jugendübungen und zwei Zusammenkünfte zum Vorbereiten von Aktivitäten durchgeführt. Die Gesamtstundenzahl belief sich auf rund 900, was pro Jugendlichem etwa drei Tage für die FFW bedeutete. An der Jugendleistungsprüfung nahmen fünf Mann teil, am Wissenstest in Marquartstein acht. Beim Juni-Hochwasser hatten die Jugendlichen an der »Sandsackfront bis zu Erschöpfung ihr Bestes gegeben«, berichtete Gstatter. Von den zahlreichen Aktivitäten der Vorstandschaft berichtete Schriftführer Christian Strohmayer.

Wichtiger Tagesordnungspunkt war die Ehrung verdienter Mitglieder. Für 40 Jahre aktiven Dienst ehrten Bürgermeister Claus Pichler und Vorstand Andreas Huber Hans Walter Kastner mit Geschenken. Eine gesonderte Ehrung wird noch im Landratsamt erfolgen. Für 25 Jahre zeichnete Kreisbrandrat Hans Gnadl Andreas Stief mit dem silbernen Steckkreuz aus. Eine Urkunde für 20 Jahre Dienst bei der FFW erhielt Markus Hillebrand, für zehn Jahre Johann Förg, Ignaz Schneider und Hubert Schausbreitner. Dazu hat die FFW Ruhpolding vier neue Ehrenmitglieder im Jahr 2013 bekommen, nämlich Bernhard Braun, Erich Finkenzeller, Rudi Matheisl und Ludwig Schuhbeck.

Einen befriedigenden Kassenbericht gab Kassier Markus Hillebrand. Den Kassenprüfungsbericht legte Michael Mayer junior vor.

Bisher keine Frauen aufgenommen

»Irgendwann werd´s spannen, dass es ohne Frauen nicht geht«, sagte Kreisbrandrat Hans Gnadl bei seiner Ansprache und spielte dabei auf die Tatsache an, dass die FFW Ruhpolding bisher keine Anstrengung unternimmt, Frauen und junge Mädchen für die Feuerwehr zu aktivieren. Bei den Einsätzen könnte es ohne ausreichend Nachwuchs irgendwann eng werden, betonte Gnadl. Im Übrigen hatte er viel Lob für das engagierte Wirken der FFW Ruhpolding übrig.

Kreisjugendwart Stephan Hellmuth berichtete von einer leichten Steigerung der Zahl der Jugendlichen bei den Jugendfeuerwehren im Landkreis – derzeit 796. Die Jugendwarte seien »fast das Wichtigste«, bei den Feuerwehren, weil sie für die gute Ausbildung des Nachwuchses sorgten. Außerdem warb er um die Teilnahme Ruhpoldings am Jugendfeuerwehrtag in diesem Jahr.

Bürgermeister Claus Pichler freute sich bei seinem Grußwort über die aktive und passive Truppe der Feuerwehr und ihr überörtliches Wirken. Für die Zukunft wünschte er, dass die FFW ihre Einsätze weiterhin so gut bewältigen möge. Der Stellvertretende Landrat Sepp Konhäuser stellte fest, dass der Landkreis 90 Personen fest anstellen müsste, um die jetzt ehrenamtliche Arbeit der Feuerwehren auch nur annähernd leisten zu können.

Mit einem kurzen Ausblick auf das neue Jahr – es steht unter anderem das Fest zum 110-jährigen Bestehen der Feuerwehr Matzing am 1. Juni, das Gaufest von 17. bis 27. Juli in Ruhpolding oder das Dorffest am 30. August an – schloss Huber die Versammlung. gi