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14 Kilogramm Kokain geschmuggelt

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Traunstein – Eine vorgebliche Urlaubsfahrt Richtung Italien hat nun Konsequenzen: Ein 36 Jahre alter Albaner und sein Schwager müssen für acht beziehungsweise achteinhalb Jahre wegen Beihilfe zum illegalen Handel mit Drogen hinter Gitter. In ihrem Auto hatten sie rund 14 Kilogramm Kokain mit einem Verkaufswert von 1,4 Millionen Euro versteckt.


Die Urlaubsreise endete am 29. Juli 2014 vorzeitig auf dem Parkplatz »Eulenauer Filz«. Als Polizeibeamte gegen 3.40 Uhr den Citroën der beiden Männer genauer kontrollierten, stießen sie auf leicht zu öffnende Hohlräume zwischen den Kotflügeln. Darin fanden sie in 20 Paketen Kokain mit einem Gesamtgewicht von 14,168 Kilogramm. Die Drogenkuriere saßen seither in Untersuchungshaft. Während der eine Albaner angeblich von gar nichts wusste, räumte sein Schwager vor der Sechsten Strafkammer am Landgericht Traunstein eine Drogenfahrt ein. Zwei Bekannte hätten ihn gebeten, »zwölf Kilogramm Marihuana« nach Bari zu bringen und den Wagen dort auf einem Parkplatz stehen zu lassen. Der Angeklagte beteuerte, die nicht genannten Hintermänner hätten das Rauschgift in das Auto eingebaut und sich in Bari weiter darum kümmern wollen. Er habe ihnen den Citroën überlassen, »um sich als Kurier Geld zu verdienen«.

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Die Sache mit dem »Marihuana« erschien der Kammer glaubhaft. Dafür spreche die Höhe des Kurierlohns von jeweils 2000 Euro. Für harte Drogen wie Kokain liege der »Tarif« vielfach höher. Vorsitzender Richter Dr. Jürgen Zenkel zeigte sich überzeugt, beide Männer seien über den Drogentransport voll informiert gewesen. Bei der Bemessung der Strafe ist das Gericht nicht von »zwölf Kilogramm Marihuana«, sondern von »über 14 Kilogramm Kokain« ausgegangen. Der Grund: Die beiden Kuriere hätten die harte Droge in Folge von Fahrlässigkeit nicht erkannt. Dazu sagte Zenkel: »Sie haben sich auf die Angaben der zwei Dealer verlassen, sie nicht überprüft. Sie hätten die Verstecke ohne Weiteres mit einem Schraubenzieher öffnen können. Das hat die Polizei bestätigt.«

Im Prozess hatte der psychiatrische Sachverständige Dr. Stefan Gerl beiden Angeklagten volle Schuldfähigkeit attestiert. Staatsanwalt Martin Unterreiner hatte für den Fahrer des Autos zwölf Jahre Gefängnis beantragt, Verteidiger Jörg Sklebitz aus München hingegen auf Freispruch plädiert. Der Beifahrer sollte nach Willen des Anklägers zehneinhalb Jahre Freiheitsstrafe verbüßen, während Verteidiger Florian Wurtinger aus München vier Jahre für ausreichend hielt. kd