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13-Jährige ist das 100. Mitglied der Traunsteiner Imker

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Freude über das 100. Mitglied (von links): Lucia Schwaiger, Oberbürgermeister Manfred Kösterke und der Vorsitzende Herbert Mauerberger.

Traunstein. Die 13-jährige Lucia Schwaiger ist das 100. Mitglied des Bienenzuchtvereins Traunstein. Sie wurde bei der Jahreshauptversammlung feierlich in den Verein aufgenommen. Durch das Wahlfach »Imkern« in der Montessorischule wurde bei ihr das Interesse geweckt. Beste Voraussetzungen hierfür bietet der Unterricht durch Anna-Maria Gnandt und die Mitwirkung von Lucias Vater, der als Schreiner für die Bienenkästen sorgt.


Mittlerweile hat der Verein 104 Mitglieder, die zusammen fast 700 Bienenvölker betreuen. Das Durchschnittsalter der Imker beträgt 56 Jahre. Die erfreuliche Tendenz der Mitgliederzunahme stand bisher einer Abnahme der Völkerzahlen gegenüber. Auch dieser Trend hat sich zum Guten gewandelt – die Zahl der Bienenvölker nimmt nun im Traunsteiner Verein wieder leicht zu.

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Oberbürgermeister Manfred Kösterke ging in seinem Grußwort auf die Risiken des Freihandelsabkommens zwischen der EU und den USA ein. Einem Bienenlehrpfad, der auch vom Bund Naturschutz unterstützt wird, stand Kösterke sehr positiv gegenüber. Dieser wird vermutlich in der Nähe von Sparz entstehen und speziell für Laien interessante Informationen bieten.

Jugend-forscht-Preisträger Johannes Dieplinger berichtete dann über »Pollen im Honig«, über den man Rückschlüsse auf die Herkunft ziehen könne. Bei der Analyse von drei Honigsorten aus dem Supermarkt, zwei Honigen mit unterschiedlichen Erntemonaten von eigenen Bienen und einem Honig eines lokalen Imkers war das interessante Ergebnis, dass im gekauften Akazienhonig fast keine Akazienpollen, aber ein großer Anteil an Pollen der Robinie, auch »falsche Akazie« genannt, enthalten war.Blumen spielten für Bienen nur eine untergeordnete Rolle, da Bäume wesentlich mehr Blüten hätten und wohl auch, weil unsere Blumenvielfalt sehr zurück gegangen sei. Abschließend zeigte er Aufnahmen einzelner Pollen und erklärte, anhand welcher Kriterien eine eindeutige Unterscheidung möglich ist. Wegen des unterschiedlichen Farbspektrums der Bienenaugen würden hauptsächlich weiße und gelbe Blüten angeflogen.

Kassier Hans Oberhauser informierte dann über die Umstellung der Kontoführung auf SEPA, für die ein neues Programm zur Vereinsverwaltung angeschafft werden musste.

Das leidige Thema grüne Gentechnik kommt nicht aus den Schlagzeilen und macht auch vor dem Naturprodukt Honig nicht Halt, informiertre dann Vorsitzender Herbert Mauerberger. Gerade im Hinblick auf die Gentechnik hätte das angestrebte Freihandelsabkommen mit den USA unabsehbare Folgen. Musste noch bis vor kurzem Honig, der mit genveränderten Pollen belastet war, als Sondermüll unter Aufsicht verbrannt werden, so dürfe gerade solcher Honig künftig – ohne dass der Verbraucher das erkennen könne – unseren Markt überschwemmen. Daher sei es so wichtig für den Bürger, sich jetzt mit dem Freihandelsabkommen auseinanderzusetzen und Druck auf die Politik auszuüben.

Die Imkerverbände befürworten einen Aufkleber »ohne Gentechnik«. Das sei bei uns möglich, weil es ein exaktes Standortregister gebe und viele Gemeinden und sogar Landkreise frei von gentechnischem Pflanzenanbau seien, so Mauerberger weiter. Bei anderen Produkten wie Eiern, Milch und Fleisch werde das schon gemacht.

Für besondere Verdienste erhielt dann Herbert Mauerberger für 25 Jahre Vereinszugehörigkeit, Hans Baumgartner und Alfred Gruber die Ehrennadel in Gold. Weiter wurden für 15 Jahre Vereinszugehörigkeit die Imker Werner Sauer, Annemarie Breunig, Albert Rosenegger und Daniel Schmidbauer geehrt.