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1283 Erstklässler im Landkreis haben ihre Schulranzen gepackt

Sie ist schon ein wenig aufgeregt: Für die sechsjährige Emma Zeilinger aus Einham bei Traunstein beginnt heute der Ernst des Lebens. »Ich freue mich schon auf die Schule«, sagt sie. Zusammen mit ihrem Zwillingsbruder Lukas wird sie die Grundschule in Haslach besuchen. Emma kann schon ein wenig rechnen. »Bis 20«, sagt Mutter Birgit Zeilinger. Und sie kann auch schon ein wenig schreiben. »Alle unsere Namen«, erzählt die Mama stolz.


Neben Emma Zeilinger werden heute 1282 Kinder im Landkreis Traunstein erstmals in die Schule gehen. Das sind laut Angaben des Schulamts Traunstein rund 100 weniger als ein Jahr zuvor. Der Rückgang der Schulanfängerzahlen beläuft sich im Landkreis also auf rund acht Prozent. »Den allgemeinen Geburtenrückgang« gibt Schulamtsdirektor Otto Mayer als Grund für die rückläufigen Zahlen an. »Aber davon ist ja die ganze Schullandschaft betroffen«, fügt er hinzu. Trotz des Rückgangs sind alle Grundschulstandorte im Landkreis Traunstein für das neue Schuljahr erhalten geblieben.

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Mittelschule gefestigt: Schülerzahlen sinken gering

An den 42 öffentlichen und drei privaten Grund- und Mittelschulen im Schulamtsbezirk besuchen in diesem Schuljahr insgesamt 9300 Schülerinnen und Schüler den Unterricht. Sie sind in 458 Klassen von der 1. bis zur 10. Jahrgangsstufe aufgeteilt. Das sind in etwa 300 Schüler und 15 Klassen weniger als im vergangenen Schuljahr. Der Schülerrückgang in der Mittelschule ist in diesem Jahr jedoch geringer als im Vorjahr: Es sind rund 120 Schüler weniger – ganz zur Freude von Mayer. »Diese Zahlen belegen deutlich die jetzt gefestigte Akzeptanz dieser Schulart«, sagt der Schulamtsdirektor.

176 Klassen sind in diesem Bereich gebildet worden, die durchschnittliche Klassenstärke liegt bei 19,8. Eine erfreuliche Nachricht gibt es auch von den M-Klassen, in denen die Schüler der Mittelschule die Mittlere Reife erwerben können: »Hier herrscht eine beständige Nachfrage«, sagt Mayer. Im kommenden Schuljahr besuchen laut Statistik des Schulamts etwa 950 Schülerinnen und Schüler in 45 Klassen diesen Schulzweig.

»Die Ziele der bayerischen Mittelschule, also Schaffung solider Grundlagen in Deutsch, Mathematik und Englisch, umfassende Berufsorientierung sowie die Sicherstellung der Ausbildungsreife der Schülerinnen und Schüler sind auch im Landkreis Traunstein auf einem guten Weg und haben zur Stabilisierung bzw. regionalen Zunahme der Schülerzahlen in diesem Bereich wie oben erwähnt beigetragen«, betont Mayer. Zudem soll es auch weiterhin zahlreiche Projekte vertiefter Berufsorientierung geben. Die Gesamtkosten von über 200 000 Euro werden auch weiterhin durch die Arbeitsagenturen, Handwerkskammern, Berufsbildungswerke sowie Sponsoren und die öffentliche Hand unterstützt. Die Projekte seien dabei ganz unterschiedlich, sagt Mayer. »Es können handwerkliche Projekte sein etwa der Bau eines Tisches für die Aula, aber es können auch Kompetenz- oder Bewerbertrainings sein.«

Die Schüler im Landkreis können auch offene Ganztagsangebote nutzen. Es sind Gruppen in Fridolfing-Tittmoning, Grassau, Obing, Siegsdorf und Ruhpolding, Tacherting, Trostberg, Unterwössen, Waging, und an der Montessorischule Traunstein installiert. Neben diesem Angebot bestehen auch gebundene Ganztagsklassen an den Mittelschulen Traunstein, Traunreut und Trostberg, hier sogar bis Jahrgangsstufe acht. Gebundene Ganztagesklassen gibt es weiterhin auch an der Grundschule Traunreut Nord, an der Ludwig-Thoma-Grundschule in Traunstein und der Franz von Sales Schule Niedernfels. An nahezu allen Grundschulen werden darüber hinaus kurze oder verlängerte Mittagsbetreuungsgruppen angeboten. »An den Mittelschulen gehört Jugendsozialarbeit mittlerweile zum Standardangebot«, nennt Otto Mayer ein weiteres Angebot.

Die Grundschule Trostberg hebt er zudem besonders hervor. Sie habe mit ihrem Schulprofil »Inklusion« und mit einer zweiten sogenannten Tandemklasse Vorbildfunktion für Bayern, ebenso die Praxisklassen an den Mittelschulen Traunstein und Traunreut, betont er. Auch geht das Modellprojekt B-Klasse, eine Kooperation der Berufsschule 1 in Traunstein mit der Mittelschule Traunstein mit hervorragenden Ergebnissen ins vierte Jahr.

Sechs Schulpsychologinnen helfen bei Problemen

Rund 14 500 Lehrerstunden stehen dem Schulamt zur Versorgung des Unterrichts an den Grund- und Mittelschulen zur Verfügung. »Alle Klassen haben ihren Klassenlehrer«, sagt Mayer, »und für den Fachunterricht werden zusätzliche Lehrer sowie Fachlehrer eingesetzt.«

Zur Förderung nicht deutsch sprechender Schüler sind weitere 270 Stunden ausgewiesen. Auch ein Lehrerkontingent für den Aushilfsdienst, die sogenannte mobile Reserve, steht dem Schulamt zur Verfügung. Sechs Schulpsychologinnen und elf qualifizierte Beratungslehrer versuchen zudem, bei Lern- und Leistungsverhaltensschwierigkeiten zu helfen. SB