125 Jahre lang für die Trachtensache eingetreten

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Stadtpfarrer Georg Lindl segnete die restaurierte Fahne des GTEV »Trauntal«. (Foto: Buthke)

Traunstein – Mit einem Festgottesdienst auf dem Traunsteiner Stadtplatz, den Stadtpfarrer Georg Lindl und Diakon Heiner Vogl hielten, beging der GTEV »Trauntal« Traunstein sein 125-jähriges Bestehen.


Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst von der Stadtmusik Traunstein unter der Leitung von Augustin Spiel und den »Stoaner Sängern«.

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Am Ende des Gottesdienstes segnete Lindl die anlässlich des Jubiläums restaurierte Vereinsfahne. Im Anschluss formierten sich die über 40 Trachten- und Ortsvereine zu einem farbenprächtigen Umzug durch die Innenstadt.

Stadtpfarrer Lindl freute sich über die vielen bunten Trachten. Sie dokumentierten den Reichtum und die Vielfalt des Chiemgaus, meinte er. In seiner Predigt sagte er, ein Jubiläum sei nicht nur dazu da, um zurück zu schauen, sondern auch um in die Zukunft zu blicken, wofür der Verein eintrete und was sein Auftrag sei.

Er erinnerte an die Worte von Papst Benedikt XVI. als er 2006 zum Ehrenbürger der Stadt Traunstein ernannt worden sei. Es seien drei Schätze, die es in der Zukunft von den Trachtlern zu bewahren gelte: Menschlichkeit und Mitmenschlichkeit (Humanitas), die Großzügigkeit Gottes, die die Menschen mit der Treue zum Glauben erwidern (Liberalitas) und die Christlichkeit in der Lebensführung (Christianitas). Glaube sei keine Folklore, sondern fester Bestandteil des Lebens.

Die »Trauntaler« seien der sechstälteste Verein im Gauverband I, erklärte nach dem Gottesdienst Gauvorstand Peter Eicher. Er erinnerte an die Verdienste der Mitglieder, die den Verein in den vergangenen 125 Jahren aufgerichtet und weiter gebracht hätten. Sein besonderer Dank galt den Jugendleitern, die die Jugend so hervorragend an die Trachtensache heranführten. Die Jugend sei das Fundament jedes Trachtenvereins. Sein Dank galt ebenso den Traunsteiner Trachtlern, die sich als Vertreter im Gauausschuss beteiligt hätten und noch beteiligten. Traunstein sei der Sitz des Gauverbands I und des Bayerischen Trachtenverbands.

In Zeiten der und Globalisierung sei es wichtiger denn je, zur Trachtensache zu stehen und die bayerische Lebensart zu bewahren, eingebunden im christlichen Glauben. In der ganzen Welt werde Bayern mit seiner Kultur angesehen.

Bilder vom Festzug:

Der GTEV »Trauntal« habe sich der ehrwürdigen Tradition der Trachtensache verschrieben, sagte der Schirmherr, Oberbürgermeister Christian Kegel. Der erste Trachtenverein sei 1883 in Bayrischzell gegründet worden. 1892 sei dann der Traunsteiner Trachtenverein entstanden.

Um einen Verein zu erhalten, müsse Begeisterung geschaffen werden. Es brauche daher Menschen, die sich für den Verein engagieren, aber genauso Menschen, die den Verein ausgestalteten. Heute habe der GTEV »Trauntal« über 440 Mitglieder mit einer hervorragenden Jugendarbeit. Die Jugend werde die Tradition der Trachtensache weitergeben, war Kegel überzeugt. Der Trachtenverein stehe für den gesellschaftlichen und freundschaftlichen Zusammenhalt in der Stadt.

Von 125 Jahren gelebter Tradition sprach Landrat Siegfried Walch. Sein Wunsch war es, die Motivation für den Erhalt der Trachtensache am Leben zu erhalten. Seine Interpretation von der »Liberalitas bavarica« war neben der Treue zur Kirche auch die Treue und das Stehen zur Heimat. Walch nannte dies einen »bayerischen Patriotismus«. Dieser erst ermögliche die Weltoffenheit. Deshalb sei die Trachtensache aktueller denn je. Man müsse wissen, wo man herkomme, und wissen, was uns ausmache. Auf unsere bayerischen Traditionen könne man deshalb stolz sein.

Im Anschluss formierte sich ein farbenfroher Festzug von rund 3100 Trachtlern durch die Innenstadt, der an den Straßenrändern von zahlreichen Zuschauern bewundert wurde. Einen schmucken Anblick boten die bunten Trachten der Dirndln, der aktiven Dirndln und der Röckifrauen. Ein besonderer Anblick waren aber auch die historischen Trachten. Begleitet wurde jeder der 20 Züge von einer Musikkapelle. Die Stadtmusik Traunstein war dabei die Festmusik. In den Festkutschen fuhren die Ehrengäste mit. Bjr

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