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125 Jahre Franziskaner-Minoriten im Kloster Maria Eck

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Das Klosterareal und die Wallfahrtskirche über dem Chiemgau vom Felsen des Rabenstein aus gesehen. (Fotos: Archiv Krammer)
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Sechs Brüder und Schwester Irene von den »Barmherzigen Schwestern« leben und arbeiten im Kloster Maria Eck unter dem Lebensentwurf »Das Evangelium Christi – in der Farbe des Heiligen Franz von Assisi und der Besonderheit jedes einzelnen Bruders und seiner Biografie«. Unser Bild zeigt (von links) Br. Erich, Br. Josef, Guardian Br. Franz-Maria, Br. Joachim, Br. Christian, Sr. Irene und Br. Berad.

Siegsdorf – 125 Jahre segensreiches Leben und Wirken der Brüder aus dem Orden der Franziskaner-Minoriten im Kloster Maria Eck und in der Seelsorge im Chiemgau werden am Montag mit einem Pontifikalamt und der Einweihung eines neuen »Sonnengesangweges« feierlich begangen.


Zum Festtag an Mariä Himmelfahrt hat sich auch Erzbischof Reinhard Kardinal Marx angesagt, der um 10.15 Uhr das feierliche Pontifikalamt leiten und im Anschluss den neuen Weg mit den Gebeten des heiligen Franz von Assisi zwischen Wallfahrtskirche und Kloster segnen und eröffnen wird. Ein festliches Orgelkonzert in der Wallfahrtskirche um 17 Uhr rundet den Festtag ab.

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Zur Geschichte der Wallfahrt und des Klosters Maria Eck

Die Benediktinerabtei Seeon kaufte zwischen 1618 und 1635 die drei Almen auf dem »Egg« und baute für die Mitbrüder und Mitarbeiter 1626 eine Kapelle, die im Oktober 1627 auf den Titel »Maria Hilf« geweiht wurde. In der Zeit des 30-jährigen Krieges entwickelte sich zu dieser Kapelle eine Wallfahrt, die ungeahnten Aufschwung nahm, sodass die Kapelle und auch ein Anbau bald zu klein wurden und man von 1635 bis 1643 einen Neubau wagte.

P. Honorat Kolb, der lange Abt in Seeon war und der Kloster und Kirche in dieser Zeit zu seiner heutigen Größe ausbaute, wurde nach seiner Abdankung Wallfahrtspriester in Maria Eck und legte ein sogenanntes »Mirakelbuch« an, in dem er die Entsehung der Wallfahrt und die wunderbaren Ereignisse und Erhörungen auf 515 Seiten schilderte. Die stetig wachsende Wallfahrt wurde um 1802 von der Säkularisation gewaltsam zum Erliegen gebracht.

Mit beeindruckendem Engagement verhinderten die Gläubigen aus dem gesamten Chiemgau den Abriss der Wallfahrtskirche auf dem Ecker Berg, kamen trotz Verbots auf den Berg und beteten vor der verschlossenen Kirche. Fast zehn Jahre vergingen, bis die umliegenden Gemeinden durch Vermittlung des Prinzregenten eine Wiederöffnung der Wallfahrtskirche erreichen konnten. Sie mussten sich jedoch verpflichten, als »Garantiegemeinden« für den Erhalt und die Kosten der Wallfahrt und der Kirche aufzukommen, die 1813 dann endlich wieder geweiht werden konnte.

Ein weiterer beeindruckender Beweis der Wertschätzung von Maria Eck seitens der Chiemgauer waren der Ausbau und die Befestigung einer Straße von Siegsdorf hinauf zur Wallfahrt im Oktober 1826. In nur zwölf Tagen wurde dieses Werk von über 1200 Männern und 391 Fuhrwerken um Gotteslohn vollbracht.

Übernahme durch die Franziskaner-Minoriten 1891

Viele Versuche der »Garantiegemeinden«, Ordensleute als Seelsorger nach Maria Eck zu holen, scheiterten jahrelang an der Weigerung der zuständigen Ministerien in München, eine Klostergründung in Maria Eck zu erlauben. Dass dann die Franziskaner-Minoriten, der dritte Zweig des Franziskanerordens, nach Maria Eck kamen, ist letztendlich den unermüdlichen Bemühungen von Lorenz Totnan Seehuber zu verdanken. Ab 1883 bat er immer wieder darum, den Franziskanern die Seelsorge zu übertragen.

Erst eine Privataudienz Seehubers 1890 beim Erzbischof von München und Freising leitete schließlich die Wende ein. Die »Garantiegemeinden« richteten eine gemeinsame Bitte an die königliche Regierung. Die Franziskaner-Minoriten sollten die Wallfahrtsstelle Maria Eck mit Priestern aus dem Orden besetzen, wobei das Gesuch mit gewichtigen Argumenten zur brachliegenden Seelsorge und der vorbehaltlichen Zustimmung des Provinzials der Minoriten untermauert wurde. Nach weiteren monatelangen Verhandlungen kamen am 13. August 1891 die ersten vier Ordensleute in Maria Eck an und wurden im Beisein vieler gläubiger Chiemgauer vom Dekan von Traunstein als Wallfahrtsseelsorger eingeführt.

Nun sind es bereits 125 Jahre, in denen die segensreiche Arbeit der Patres und Brüder im Chiemgau ihre Spuren hinterlässt. Auch am Kloster selbst und rundum die Wallfahrt wurde über die Jahrzehnte vieles verbessert und dem wachsenden Zustrom angepasst. 1896 baute man nach einem Brand ins Kloster die Antoniuskapelle ein, nach der staatlichen und kirchlichen Anerkennung als Kloster im Jahre 1922 wurde ein eigener Friedhof angelegt und 1926 wurde der neue Südflügel des Klosters eingeweiht.

Freialtar hat sich vor allem bei den Wallfahrten bewährt

Weitere große Ereignisse waren die Asphaltierung der Straße 1961 und der Bau des Freialtars im Jahre 1965, der sich vor allem bei den großen Wallfahrten und bei den sommerlichen Sonntagsgottesdiensten großer Beliebtheit erfreut.

In den letzten Jahren wurden neben dringenden Renovierungsarbeiten im Kloster auch der Mitteregg-Stadl hergerichtet und ein Weiher angelegt, und in der Nähe des Klosters entstanden die Einsiedelei »Franzisklause« sowie eine hölzerne Waldkapelle und eine »Mariengrotte«. Zum 125. Jubiläum wird auf dem Hang zwischen Kloster und Wallfahrtskirche ein »Sonnengesangweg« als Hommage an das bekannte Gebet des heiligen Franz von Assisi errichtet. FK

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