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120 Wohnungen könnten in der Daxerau entstehen

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Zweiter Bürgermeister Hans Zillner sprach im Stadtrat die Verschmutzung in der Bahnhofsunterführung an. (Foto: Reiter)

Traunstein – Die Chiemgau Concept GmbH und Co. KG möchte in der Daxerau im Bereich des ehemaligen Tenniscenters 13 Gebäude mit rund 120 Wohnungen errichten.


Der Stadtrat stimmte in seiner jüngsten Sitzung für die Aufstellung eines Bebauungsplans »Daxerau« zur Ausweisung eines Wohngebiets. Außerdem wurden die Verschmutzung in der Bahnhofsunterführung und das Verkehrskonzept angesprochen.

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Ernst Harrecker (CSU) betonte, dass er prinzipiell dafür sei, dass in der Daxerau gebaut werde. »Aber ich will vom Wasserwirtschaftsamt eine klare Aussage, dass den Nachbarn dadurch keine Nachteile entstehen.«

Stephan Hadulla (Grüne) war der Meinung, dass es bei diesem Vorhaben viele Fragezeichen gebe. »Das kann ich nicht befürworten«, betonte er.

»Wir sind grundsätzlich für eine Bebauung«

Stefan Namberger (CSU) schlug vor, zu prüfen, ob nicht ein Blockheizkraftwerk sinnvoll wäre, falls dort gebaut werde. »Dieses könnte man dann im Sommer für das Schwimmbad nutzen«, sagte er.

Burgi Mörtl-Körner (Grüne) ging auf die zahlreichen Gutachten ein. »Ich habe mich mit ihnen sehr intensiv befasst. Wir haben eine Verantwortung der Zukunft gegenüber, deshalb kann ich nicht zustimmen.«

Auch Dr. Thomas Graf (Traunsteiner Liste) sprach das Thema Umwelt an. »Wir sind grundsätzlich für eine Bebauung. Was uns allerdings nicht gefallen würde, wäre, wenn die Maßnahme so groß würde, dass Probleme für die Umwelt entstehen würden.«

Die Bedenken betreffen unter anderem den Hochwasserschutz, den Lärmschutz und den Naturschutz (wir berichteten mehrfach). Derzeit läuft ein Verfahren zur Neufestsetzung der Überschwemmungsgebiete an der Traun beim Landratsamt Traunstein. Dabei wird zwischen einem HQ-100, in dem ein Hochwasser statistisch gesehen alle 100 Jahre vorkommt, und einem HQ-extrem, das deutlich seltener ist, unterschieden. Wird die Daxerau aus dem Gebiet HQ-100 herausgenommen, dann darf dort gebaut werden – ansonsten nicht.

19 Stadträte stimmten letztlich für die Aufstellung eines Bebauungsplans »Daxerau« zur Ausweisung eines Allgemeinen Wohngebiets, vier waren dagegen.

Wilfried Schott (Grüne) erkundigte sich bei »Wünsche und Anfragen« nach dem Verkehrskonzept. »Da ist noch immer nichts passiert. Mir ist es wichtig, dass dieses Thema nicht hinten runter fällt«, sagte er.

Zweiter Bürgermeister und Verkehrsreferent Hans Zillner (CSU) betonte, »dass wir hier nichts vom Zaun brechen können.« Und Oberbürgermeister Christian Kegel sprach von einer großen Belastung aufgrund von sehr vielen Themen. »Das Verkehrskonzept irgendwo dazwischen reinzuschieben, würde dem Thema nicht gerecht werden.«

Stephan Hadulla (Grüne) erwähnte, dass die Stadt Burghausen unter ihrem Ortsschild einen Hinweis auf die Fair-Trade-Stadt habe. »Das sollten wir uns für Traunstein auch überlegen«, schlug er vor. Oberbürgermeister Christian Kegel sagte zu, sich das Ganze anzusehen und dann zu überlegen, wie so etwas in der Großen Kreisstadt aussehen könnte.

»Dreck wirft kein gutes Licht auf die Stadt«

Hans Zillner sprach die Verschmutzung in der Bahnhofsunterführung an. »Die Unterführung wird fünfmal im Jahr so richtig gereinigt«, sagte er über den Fußweg von der Güterhalle kommend in Richtung Stadt. Außerdem würde ein Bauhofmitarbeiter regelmäßig kehren. Doch einige Hinterlassenschaften seien mit einem Besen nicht zu beseitigen, betonte Hans Zillner. Er schlug deshalb vor, »dass dort öfter mal so richtig sauber gemacht wird«. Denn dieser Dreck werfe kein gutes Licht auf die Stadt. »Die Gäste kommen am Bahnhof an – und das ist dann das Erste, was sie sehen.« Oberbürgermeister Christian Kegel sagte zu, sich darum zu kümmern. »Wir werden überlegen, wie wir das optimieren können«, betonte er. KR

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