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110 Jahre katholischer Arbeiterverein Stein an der Traun

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Der katholische Arbeiterverein feierte sein 110-jähriges Bestehen. Unser Bild entstand beim Festzug durch St. Georgen.
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Vorsitzende Rita Fenzl und ihr Stellvertreter Armin Singer (Zweiter von links) überreichten Ehrungen für herausragende Verdienste an (von links) Richard Fenzl, Engelbert Friedl und Ludwig Schwankl. (Fotos: Mix)

Traunreut – Der katholische Arbeiterverein Stein feierte sein 110-jähriges Bestehen mit einem Gottesdienst und einem Festabend im Zelt in St. Georgen. Die Ortsvereine sowie der Patenverein aus Heiligkreuz und der Bruderverein aus Trostberg nahmen daran teil. In dem 1905 als Krankenunterstützungsverein gegründeten Verein wandelten sich die Aufgaben im Laufe der Jahrzehnte. Heute gehören kulturelle Belange, die Geselligkeit, der Erhalt von Brauchtum und die Instandsetzung der Kleindenkmäler zu den Aufgaben des Arbeitervereins.


Wenn einer der Vereine aus dem Gebiet der ehemaligen Gemeinde Stein/St. Georgen etwas zu feiern hat, sind die übrigen Ortsvereine mit von der Partie, man unterstützt sich gegenseitig. So war es auch am Samstag beim Fest des katholischen Arbeitervereins. Die Fahnenabordnungen und Vertreter der verschiedenen Vereine boten ein buntes Bild beim Kirchenzug und anschließenden kleinen Festzug durch den Ort. Als schmückende Beigabe waren die Mädchen der Dirndlschaft Stein sowie die Dirndln aus Heiligkreuz mit dabei. Pfarrer Richard Datzmann hob im Festgottesdienst die Bedeutung der Gemeinschaft in den Vereinen hervor, wo man sich untereinander hilft und sich gegenseitig unterstützt. Dies war auch vor 110 Jahren der ursprüngliche Sinn bei der Gründung des »katholischen Arbeitervereins Stein an der Traun unter dem Schutze des heiligen Joseph«, wie er damals hieß. Mit dem anfangs einbezahlten monatlichen Beitrag von 40 Pfennigen wurden Mitglieder im Krankheitsfall unterstützt. Sie erhielten bei Erkrankung und Dienstausfall von mehr als drei Wochen ein tägliches Krankengeld von 50 Pfennigen. Während der Währungsreform wurde die Hilfe praktischerweise auf den »Wert einer Semmel« festgelegt.

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Der stellvertretende Vorsitzende Armin Singer gab im Festzelt einen kurzen Rückblick auf die Geschichte des Vereins und seine wechselnden Aufgaben. Das erste große Ereignis war die Fahnenweihe 1910. Die damals gekaufte Fahne ist noch heute im Einsatz. Sie zeigt auf der Vorderseite den heiligen Josef und auf der Rückseite einen Bienenkorb als Symbol für die fleißigen Arbeiter. Weitere Jubiläen feierte der Verein zum 50- und 100-jährigen Bestehen. Seit 1953 wird jährlich das Waldfest am Hochschloss der Steiner Burg ausgerichtet und seit 1996 gibt es alle drei Jahre einen neuen Maibaum am Martini-Parkplatz in Stein.

Auch die Rolle der Frau in der Gemeinschaft hat sich in den vergangenen Jahren gewandelt. 2000 öffnete sich der bis dahin nur Männern zugängliche Verein für weibliche Mitglieder, 2007 wurde die Dirndlschaft gegründet und aufgenommen und seit 2010 ist mit Rita Fenzl erstmals eine Frau an der Vereinsspitze.

Schirmherr Bürgermeister Klaus Ritter betonte, dass nicht nur der katholische Arbeiterverein Stein, sondern die Arbeitervereine generell eine wichtige soziale Aufgabe erfüllten. Er dankte allen Mitgliedern, die den Verein in den vergangenen 110 Jahren erhalten haben. Vorsitzende Rita Fenzl überreichte Ehrenurkunden an drei verdiente Vorstandsmitglieder, die ihr stets hilfreich zur Seite stehen. Kassier Engelbert Friedl, Fähnrich Ludwig Schwankl und ihr Ehemann Richard Fenzl wurden ausgezeichnet und für ihr herausragendes Engagement beim Arbeiterverein geehrt. Der stellvertretende Gauvorsitzende der Arbeitervereine, Michael Reithmeier, hatte auch Urkunden und Gauehrennadeln in Silber dabei. Diese überreichte er an die beiden derzeitigen Vorsitzenden des Vereins, Rita Fenzl und Armin Singer, mit dem ausdrücklichen Dank für ihre Tätigkeit. Mit einem gemeinsamen Abendessen und musikalisch umrahmt von der Stadtkapelle Traunreut klang das kleine Jubiläumsfest aus.

Bereits am Vorabend veranstaltete die Dirndlschaft Stein ein Weinfest und hatte damit vollen Erfolg. Die Stimmung im voll besetzten Zelt war hervorragend. Zahlreiche vor allem junge Besucher waren aus den umliegenden Gemeinden gekommen, um mit den Dirndln zu feiern. Nach diesem ersten schönen Erfolg überlegen die Mädchen, ob sie so ein Weinfest auch in den kommenden Jahren veranstalten, da für den Georgiritt im April sowieso immer ein Zelt aufgestellt wird.

Vorstandsmitglied Michaela Sinzinger betonte am späteren Abend: »Ich bin voll zufrieden.« Die Dirndln wollen mit dem Weinfest schon mal ein wenig Erfahrung sammeln, um dann 2017 zu ihrem zehnjährigen Bestehen ein größeres Fest aufziehen zu können. mix