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109 899 Alarmierungen liefen über die Integrierte Leitstelle

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Traunstein. Für die vielen Rettungskräfte gab es im vergangenen Jahr wieder viel zu tun. Anton Groschak, Leiter der Integrierten Leitstelle Traunstein (ILS), berichtete gestern in der Sitzung des für die Landkreise Altötting, Berchtesgadener Land, Mühldorf und Traunstein zuständigen Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung über ein Gesamteinsatzaufkommen von 147 652 Vorgängen. Das waren fast 11,5 Prozent mehr Einsätze als 2011.


Über die ILS liefen 2012 insgesamt 109 899 Alarmierungen für Feuerwehr und Rettungsdienst, 33 827 sonstige Anfragen und 3926 Erkundigungen nach dem ärztlichen Bereitschaftsdienst. Die »riesige Zahl hochqualitativer Einsätze« lobte der Verbandsvorsitzende, Traunsteins Landrat Hermann Steinmaßl.

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Der Rettungsdienstbereich der ILS Traunstein erstreckt sich über 3800 Quadratkilometer, was der eineinhalbfachen Größe des Saarlands entspricht. Die maximale Ausdehnung in Nord-Süd-Richtung beträgt 100 Kilometer, die von Ost nach West 50 Kilometer. Groschak zu Folge ging die Zahl der Notarzteinsätze mit 17 066 gegenüber dem Vorjahr um 2200 zurück.

Verbandsetat für 2013 wurde verabschiedet

Nahezu gleich blieben die Notfalleinsätze mit 15 576 (2011: 15 661). Die Krankentransporte erhöhten sich im gleichen Zeitraum von 32 965 auf 35 838. Die sonstigen Einsätze verteilten sich auf 914 Bergwacht- und 77 Wasserrettungseinsätze sowie auf 1047 Helfer-vor-Ort-Einsätze. Mit den Einsätzen zu Berg und am Wasser ist die ILS Traunstein zahlenmäßig an der Spitze in Bayern, hob Groschak hervor.

Nach seinen Worten sind im Rettungsdienstbereich acht Helfer-vor-Ort-Stützpunkte aktiv. »Diese rein ehrenamtlichen Einheiten werden parallel zum Rettungsdienst alarmiert und sind aufgrund ihrer örtlichen Nähe zuerst am Einsatz. Sie überbrücken die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes mit qualifizierter Erster Hilfe, stellen somit eine ideale Ergänzung im Rettungssystem dar«, sagte er.

Konstant bei den Einsätzen gegenüber 2011 war der Rettungshubschrauber »Christoph 14«. Die ILS alarmierte den Helikopter zu 1605 Einsätzen. Sie gliedern sich in 1437 Primäreinsätze, 60 Sekundäreinsätze und 108 Fehleinsätzen.

Der ILS-Leiter informierte die Verbandsräte über eine Neuerung im Rettungsdienst, die von den Sozialversicherungsträgern zu hundert Prozent finanzierte »Telematik«, die sich auf Satellitenortung zur Positionsbestimmung stützt und zum Beispiel dank einer optimalen Fahrtroute für Fahrzeuge wertvolle Zeit spart. Seit November weiß die ILS den Standort eines Wagens und ob er frei oder belegt ist. Im zeitkritischen Notfalleinsatz kann die Leitstelle den Rettungswagen alarmieren, der am schnellstens am Einsatzort ist.

Die Verbandsräte erledigten auch Formalien. So verabschiedeten sie den Verbandsetat 2013, der im Verwaltungshaushalt 2,821 Millionen Euro und im Vermögenshaushalt 130 000 Euro umfasst. 641 000 Euro Verbandsumlage müssen die Mitgliedslandkreise aufbringen: Altötting 21,9 Prozent oder 140 557 Euro, Berchtesgadener Land 20,9 Prozent oder 134 041 Euro, Mühldorf knapp 22,5 Prozent oder 144 044 Euro und Traunstein fast 34,7 Prozent oder 222 357 Euro. Zudem wurde die örtlich geprüfte Jahresrechnung 2011 abgesegnet. Alle Beschlüsse erfolgten einmütig.

Seit Anfang 2011 gibt es im Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung drei Ärztliche Leiter Rettungsdienst – besetzt mit ihrem Sprecher Joaquin Kersting, Dr. Ludwig Gutermuth und Dr. Michael Eisert. Im Herbst 2011 kam mit Dr. Stefan Bech ein vierter Mediziner hinzu. Die Männer, selbst erfahrene Notärzte, sind ärztliche Ansprechpartner beim Zweckverband für alle Seiten – ob Krankenhaus, Hilfsorganisationen oder Integrierte Leitstelle (ILS). Die Arbeitsgruppe kümmert sich darum, die Qualität rettungsdienstlicher Leistungen zu sichern und zu verbessern. Joaquin Kersting berichtete über die Aktivitäten im Jahr 2012.

Ein Projekt war zum Beispiel die Telefonreanimation, also die Beratung von beispielsweise Angehörigen im Notfall und noch vor Eintreffen von Notarzt und Rettungsdienst. Von der Wiederbelebung via Telefon versprechen sich er und seine Kollegen, »bis zu 20 Leben pro Jahr retten zu können«. Auch das Einsatzgeschehen mit Dispositionszeiten, Ausrückzeiten, Versorgungszeiten, Transportzeiten, Prähospitalintervall und die Rettungsfristen nahm der Referent unter die Lupe.

»Rettungsdienst ist gut aufgestellt«

Bei nahezu allen Werten liege der Rettungsdienstbereich Traunstein gut im Bayernvergleich, zumeist sogar deutlich unter den geforderten Werten. Die gesetzliche Hilfsfrist von nicht mehr als zwölf Minuten werde überall eingehalten. Einzige Ausnahme sei Neumarkt-St. Veit. Dort seien aber bereits geeignete Maßnahmen ergriffen worden.

Das entscheidende Zeitintervall vom Eingang des Notrufs bis zur Klinikaufnahme solle eine Stunde nicht überschreiten. In den vier Landkreisen liege diese Zeit unter dem bayerischen Durchschnitt. »Der Rettungsdienstbereich ist gut aufgestellt«, sagte Kersting. kd