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103 000 Euro für einen Stier

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Traunstein – Das ist Rekord beim Rinderzuchtverband Traunstein: Beim jüngsten Großviehmarkt wurde der Spitzenpreis von 103 000 Euro für einen Impression-Sohn erzielt; der bisher in Traunstein erreichte Höchstpreis für einen Stier hatte bei rund 66 000 Euro gelegen.


Im Vergleich dazu günstig, waren ein Heiduck- und Wallenstein-Sohn für 5400 bzw. 4500 Euro. Zum Grundpreis von 3500 wurden noch ein Everest- und ein Im-Wald-Sohn in den Besamungseinsatz überstellt. Die Verkäufer der Natursprungstiere mussten sich mit Preisen von 1500 und 1900 Euro zufrieden geben.

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Vier Kühe und 45 Jungkühe wurden zum Verkauf angeboten. Durch den leichten Regen fanden auch mehrere heimische Käufer den Weg zum Markt, was für den Versteige-rungsverlauf belebend war. Nur bei drei Jungkühen und einer Kuh entschieden sich die Züchter, die Kuh zu behalten, weil der erzielbare Versteigerungspreis für sie zu gering war. Die drei Kühe kosteten im Schnitt 1483 Euro, für die 42 verkauften Jungkühe wurde im Mittel 1577 Euro Versteigerungspreis erlöst. Bei der Milchpreiskrise ein guter Durchschnittspreis, was jedoch auf eine sehr gute Jungkuhqualität zurück zu führen ist.

Stier Vanstein hat über 65 000 Töchter

Den teuersten Zuchtstier des Julimarkts ersteigerte sich die Besamungsstation Höchstädt. Diesem stolzen Preis ist eine jahrzehntelange Zuchtarbeit der Familie Hasholzner und auch einige glückliche Umstände geschuldet. So kam der Stier aus der bekannten U-Linie der Familie. Der Stier Vanstein, ein Abkömmling aus dieser Linie, hat aktuell über 65 000 Töchter mit Milchleistung in den Fleckviehzuchtbetrieben. Dazu kommt ein genomischer Zuchtwert des Impression-Sohnes, der nicht nur beim Milchwert und Gesamtzuchtwert mit Abstand der beste unter seinen Halbbrüdern ist, sondern der auch in den Zuchtwerten für Euter, Fundament, Fitness, Fleischwert, Melkbarkeit und Zellzahl weit überdurchschnittlich ist. Als Glück kommt dazu, dass die Mutter unter ihren drei Vollschwestern das beste Exterieur besitzt und der Stier selbst in seiner Erscheinung auch überdurchschnittlich ist.

Andrea Hefner von der Besamungsstation Neustadt, die übrigens bei diesem Stier bis zum Schluss mitbot, hatte jedoch nicht nur Interesse an dieser Ausnahmeerscheinung, sondern sicherte sich drei weitere Stiere mit Perspektive. Der Zuchtbetrieb Thomas Schreiner aus Schabinghof, Gemeinde Schnaitsee, konnte einen wuchtigen Heiduck-Sohn anbieten. Er ist aktuell als drittter von 82 getesteten Heiduck-Söhnen getestet. Die Blutlinienführung ist mit dem Muttervater Ricki selten und der Stier weist für einen Heiduck-Sohn mit 125 Punkten einen sehr hohen Milchwert auf.

Auch bei dem Wallenstein-Sohn aus dem Zuchtbetrieb Anton Kellner, Rotkampeln bei Asten, ist die weitere Entwicklung interessant. Der Vater des Stieres gehörte von den Zuchtwerten nie zu den »Top Ten«, die Bauern sind aber mit ihm zufrieden. Zumindest erreichte er sehr hohe Erstbesamungszahlen. Die Urgroßmutter des Stieres ist die Kuh Billi, die die Mutter des Stieres Manton war, der Stier mit den meisten Erstbesamungen im letzten Jahr. Zum Grundpreis ersteigerte sie sich noch einen Im Wald Sohn aus einer im Exterieur starken Wildwest-Tochter aus dem Zuchtbetrieb Franz Gumpinger, Walchen bei Kay.

Der fünfte Zuchtstier in Besamungseinsatz wurde von Hubert Hartl aus Bürghub gezüchtet. Wegen der hohen Konkurrenz von 270 getesteten Everest-Söhnen konnte er trotz hoher Zuchtwerte in Milch, Fleisch, Melkbarkeit, Kalbeverlauf und Euter nur den Grundpreis erzielen. Für die beiden letzten Stiere fungierten als Aufzüchter Korbi-nian Lechner aus Ramsdorf und Markus Staudinger aus Helmberg, beide aus der Gemeinde Tittmoning.

Zügig verlief die Versteigerung der Kühe und Jungkühe. Bei den zwei Jungkühen der Wertklasse 1 erfolgte der Zuschlag bei 2200 und 1800 Euro, wobei den Spitzenpreis eine Manton-Tochter aus dem Zuchtbetrieb Martin und Renate Halmbacher aus Bichl bei Waldhausen erzielte. Die 30 Jungkühe der Wertklasse 2 a wechselten für durchschnitt-lich 1603 Euro den Besitzer.

Zwei Zuchtstiere gehen nach Norddeutschland

Vier Stiere, zwei Kühe und neunzehn Jungkühe blieben im eigenen Zuchtgebiet, zehn Zuchtstiere und vierzehn Jungkühe gingen an bayerische Züchter. Zwei Zuchtstiere kommen in Norddeutschland zum Einsatz. Die Viehhandelsfirma Oberhammer aus Südtirol ersteigerte sich einen Zuchtstier, eine Zweitkalbskuh und neun Jungkühe.

Der nächste Kälbermarkt ist am 3. August und die nächste Großviehversteigerung findet am 25. August statt. fb

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