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100 Jahre Kaltblutzuchtvereinigung Berchtesgadener Land

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Pfarrer Horst Kreß hielt die Festmesse anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Kaltblutzuchtvereinigung Berchtesgadener Land.

Teisendorf – Die Holzhausener Pfingstfestwoche fand mit der gestrigen Jubiläumsveranstaltung anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Kaltblutzuchtvereinigung Berchtesgadener Land einen prachtvollen Abschluss. Weiß-blauer Himmel lockte Tausende von Zuschauern an.


Die Mitglieder des Vereins hatten eine hervorragende Veranstaltung auf die Beine gestellt, die bei den Gästen auf höchsten Zuspruch stieß. Den Auftakt bildete ein Gottesdienst im Freien. Besonders beeindruckend dabei war, dass die Pferdefreunde mit ihren Rössern, Gespannen und Wägen daran teilnahmen. Deshalb stellte Pfarrer Horst Kreß auch die Pferde in den Mittelpunkt seiner Ansprache.

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Er bezog sich auf Redewendungen und biblische Passagen, in denen Pferde erwähnt werden. »Die Schöpfungsgeschichte erweist den Menschen als Freund der Tiere und umgekehrt«, sagte der Priester. Vehement sprach er sich gegen Missbrauch und Ausbeutung von Tieren aus, aber auch gegen übertriebene Tierliebe. Der Prediger ging weiter auf die Entwicklung der Kaltblutpferde ein. »Einsatz und Verwendung haben sich geändert. Sie sind vom Arbeitstier zum Freizeittier geworden«. Genau diese Entwicklung wurde beim anschließenden Umzug durch Holzhausen deutlich. Mehr als 50 Gruppen nahmen daran teil.

Die Mitglieder des Jubelvereins hatten sich dazu Pferdefreunde aus Nachbarlandkreisen, dem bayerischen Oberland und dem österreichischen Raum eingeladen. So war der Umzug ein Stück visuelle Zeitreise, bei der ersichtlich wurde, welche Bedeutung das Pferd in früherer Zeit im bäuerlichen Arbeitsleben hatte. Im Zug wurden unter anderem ein großer Heuwagen und ein Holzfuhrwerk mitgeführt. Alte Geräte wie ein Mähbalken, ein Kartoffelroder oder Heuwender kamen noch einmal zu Ehren.

Der Schmied hatte auf einem der Wägen sein Feuer angeheizt und die Schindelmacher hatten ihr Werkzeug geschliffen. Mit viel Aufwand waren die Motivwägen gestaltet worden und gewährten einen interessanten Einblick in die Arbeit von früher. Prachtvolle Gespanne der verschiedenen Rassen der Kaltblutpferde gab es zu bestaunen. In abwechslungsreicher Zusammenstellung zogen die Gruppen durch Holzhausen und manche Besonderheit erfreute die Zuschauer, welche die Straßen säumten. Kleine Almkarren, Stuten mit Fohlen, ein Wagen mit dem Reichenhaller Jagdhornbläsercorps, Wägen mit den Musikkapellen aus Teisendorf und Neukirchen, ein Salzwagen, ein Kohlefuhrwerk und ein Brauereigespann durften ebenfalls nicht fehlen. Den Abschluss und Höhepunkt des Umzugs bildete das Aushängeschild der Kaltblutzuchtvereinigung Berchtesgadener Land: der Zehnerzug, den Franz Edfelder aus Anger lenkte.

Vor dem Festzelt gab es dann eine große Parade. Jede teilnehmende Gruppe wurde von Werner Zeininger vorgestellt. Er schöpfte dabei aus einem tiefen Fachwissen. Viel Hintergrundinformation gab es jetzt für die Zuschauer, jedes Gespann und jeder Reiter wurde präsentiert und die begeisterte Zuschauerschar spendete reichlich Applaus.

Die Kaltblutzuchtvereinigung Berchtesgadener Land hat mit dieser Veranstaltung nicht nur sich selbst gefeiert, sondern auch einen Beitrag dazu geleistet, ein Stück regionaler Kulturgeschichte zu präsentieren und zu erhalten. Es war ein überaus gelungenes Fest, das dann im Zelt noch seinen Ausklang fand. Die Musikkapelle Teisendorf unter der Leitung von Markus Wallner hatte nicht nur die Messe gestaltet, sie spielte schon zu Mittag fleißig auf und am Abend gab es dann zünftige Blasmusik mit der Kapelle aus Thundorf-Straß zu hören. mh