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100. Geburtstag gefeiert

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Das strahlende »Geburtstagskind« Marianne Klein mit ihren Gratulanten Bürgermeister Martin Hobmaier (links) und Vizelandrat Sepp Konhäuser. (Foto: Mergenthal)

Inzell. »Ich habe gar nicht erwartet, dass ich eine so große Geburtstagsfeier bekomme«, sagte Marianne Klein bewegt. Die betagte Dame feierte im Chiemgau-Stift ihren 100. Geburtstag. Mehrere Mitbewohnerinnen des Seniorenheims, Betreuerinnen und Vertreter des öffentlichen Lebens waren zum Gratulieren in den Aufenthaltsraum mit liebevoll dekorierten Kaffeetafeln gekommen. Sogar für Unterhaltungsmusik war gesorgt: Rudi Regnat und Max Lindhuber aus Ruhpolding trugen auf Zither und Kontragitarre Volksmusikstücke vor.


Geboren in Dortmund wenige Monate vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs, wurde Marianne Klein Lehrerin, nachdem sie ihr Abitur mit bereits 17 Jahren abgelegt hatte: In der Zwischenkriegszeit waren Pädagogen dringend gesucht. Ursprünglich wollte die begabte Malerin Kunst studieren oder zumindest Zeichenlehrerin werden. Sie erhielt sogar ein Stipendium. Doch daraus wurde nichts, da ihr Vater gerade zu dieser Zeit seine Stelle als Abteilungsleiter in der Verwaltung aller Zechen im Ruhrgebiet verlor. Mariannes Familie übersiedelte nach Krefeld, und ihr Vater übernahm dort ein Tapetengeschäft.

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Die junge Lehrerin heiratete dann einen begeisterten Jäger. Beide lebten zeitweise in einem Jagdhaus in der Nähe von Dortmund und hatten ein Auslieferungslager für Öl und Kohlen. Das Paar bekam zwei Söhne. Der erste Sohn starb kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Nach dem Tod ihres Mannes vor gut 25 Jahren übersiedelte Marianne Klein durch die Vermittlung ihrer Schwester, die nahe Prien lebte, mit ihrem zweiten Sohn in den Chiemgau. Sie baute in Breitmoos ein Haus, für das sie selber die Planung gezeichnet hatte.

In ihrer neuen Nachbarschaft wurde sie durch ihre freundliche, humorvolle und zuweilen auch recht schlagfertige Art schnell beliebt. Seit dem Tod ihres zweiten Sohns 2009 lebte Marianne Klein alleine und zog vor etwa einem Dreivierteljahr ins Chiemgau-Stift um.

Allein in Inzell malte Marianne Klein, die zeitlebens eine echte Dame blieb, 176 Bilder, unter anderem Landschaften und Stillleben. Öfter malte sie ganze Nächte durch. Ihre Gesprächspartner verblüfft sie bis heute mit ihrer geistigen Beweglichkeit und inneren Lebendigkeit.

Zum Gratulieren kamen unter anderem Bürgermeister Martin Hobmaier, Vizelandrat Sepp Konhäuser, der evangelische Pfarrer Thomas Seitz, Diakonie-Beauftragte Annelie Gromoll und der Inzeller AWO-Ortsvorsitzende Walter Maier. Besonders freute sich Marianne Klein über die Schwarzwälder-Kirsch-Torte, da sie leidenschaftlich gerne Sahnetorten isst. vm