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10 000 Besucher erlebten in Törring Gartenfreude pur

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Das Strohfahrrad ist schon so etwas wie das Markenzeichen des Törringer Gartenbauvereins. (Fotos: Englschallinger)

Tittmoning – Die Seele braucht Grün. Dass dem so ist, hat am vergangenen Wochenende der »Tag der offenen Gartentür« in Törring gezeigt. Geschätzt 10 000 Besucher flanierten durch den beschaulichen Ort, um die rund 60 geöffneten Gärten zu bestaunen und viele andere Gärten beim »Blick über den Gartenzaun« zu bewundern. Damit wurden die Erwartungen der Veranstalter mehr als übertroffen.


Unter dem Motto »Sehen, erleben, genießen« hatte der heuer 90 Jahre bestehende Törringer Gartenbauverein gemeinsam mit dem Kreisverband Traunstein für Gartenkultur und Landespflege sowie der Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Traunstein zum Gartentag eingeladen. Auf einem gemütlichen Spaziergang durch die vielen geschmackvollen Gärten von Törring gab es für die zahlreichen Besucher wunderbare Pflanzenarrangements zu sehen, kreativ gestaltete Wege und Ruhezonen zu erleben und harmonisch in jeglichen Farben schillernde Blütenmeere zu genießen.

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»Griaß God« in Törring

Holztafeln mit der Aufschrift »Griaß God«, angebracht an den Eingängen der Gärten, ermunterten die Gartenfreunde zum Eintreten in die friedvollen »Grünen Oasen«, wo sie sich an liebevoll angelegten Blumen-, Kräuter- und Gemüsegärten erfreuen und neue Anregungen für zu Hause holen konnten. Idyllisch in den Garten integrierte Terrassen, lauschige Plätzchen im Grünen, gesellige Feuerstellen bis hin zum eigenen gemütlichen Biergarten und riesige Bäume als Schattenspender luden zu einer kurzen Pause an diesem heißen Sommertag ein.

Wo der eine Gartenbesitzer den Teich voller Seerosen als zentrales Element im Garten eingerichtet hat, kümmert sich der andere um saftig grüne Rasenflächen und setzt dem Buchs bildlich »die Krone auf«. Andere funktionierten die Badewanne, den Schaukelstuhl oder die Milchkanne zu Pflanzgefäßen um.

»Das Schöne ist, dass für jeden etwas dabei ist«, fasste der Kreisfachberater für Gartenkultur und Landschaftspflege, Georg Unterhauser, das große Interesse der Besucher zusammen. Fühlten sich die Kinder vor allem von Spielgeräten und märchenhaften Figuren angesprochen, konnten sich die Erwachsenen mit Hinblick auf die mühevoll investierte Gartenarbeit an den in Reih und Glied stehenden Tomatenspalieren, sauber herausgeputzten Gemüsegärten und wunderbaren Blumenbeeten kaum sattsehen.

Auf kleinen Täfelchen ins Grün eingefügte, weise Sprüche wie »Mein Garten ist meine Seele« oder »Wenn der Sommer den Herbst küsst, werden die Bäume rot« bestärkten die Aussage des Vorsitzenden Michael Luckas vom Kreisverband Traunstein für Gartenkultur und Landespflege: »Jeder Garten ist ein Spiegel der eigenen Persönlichkeit. Hier geht es nicht um Perfektion«, kommentierte Luckas das individuell von jedem Gartenbesitzer für sich geschaffene Paradies. Der Kreisverband Traunstein selbst beteiligte sich mit einem Stand rund um die »Lindenblüte« sowie Informationen zum »Bienenfreundlichen Blumenkasten« am »Tag der offenen Gartentür«.

Mit dem für den Törringer Gartenbauverein bereits zum »Markenzeichen« erkorenen Strohfahrrad präsentierte sich der Verein an seinem Stand. Mit dem romantisch plätschernden Springbrunnen des Dorfteichs im Hintergrund, überreichten die fleißigen Gartler Flyer und Luftballons an ihre Gäste.

Direkt im Anschluss an die von Pfarrer Walter Lackmann unter freiem Himmel am Dorfplatz gefeierte Messe, hatte Wolfgang Deinböck als Vorsitzender des Gartenbauvereins Törring gemeinsam mit Bürgermeister Konrad Schupfner den »Tag der offenen Gartentür« eröffnet. Der Bürgermeister sprach von einem »guten und fruchtenden Dorfleben« als Voraussetzung für ein solches Projekt. Gemäß dem Zitat des indischen Dichters Tagore – »Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten« – war Schupfner sich sicher, dass viele weise Gartenfreunde von der Kreativität und dem Ideenreichtum in den Gärten beeindruckt sein werden.

»Türen öffnen für das Miteinander«

Pfarrer Walter Lackmann griff in seiner Predigt unter der Überschrift »Türen öffnen für das Miteinander im Garten« die Kraft der Natur und die Einzigartigkeit des Saatkorns auf, welches in die Erde gesteckt wird und bereits am Anfang alles enthält, um später eine große und kräftige Pflanze zu werden. Die musikalische Gestaltung der Messe übernahm die Musikkapelle Inzing-Törring gemeinsam mit ihrer extra zum Gartentag angereisten italienischen Partnerkapelle »Banda Cittadina di Eraclea«.

Im weiteren Rahmenprogramm hatten die Törringer Vereine vom Ponyreiten, über eine Hüpfburg, zahlreiche Verkaufsstände rund um das Thema Garten bis hin zu Kutschfahrten zu den außerhalb des Ortes gelegenen Gärten alles organisiert. Beim Wettbewerb der 25 Kindergruppen der Traunsteiner Gartenbauvereine durften die Besucher unter 100 Vogelhäuschen ihre Favoriten auswählen. Die Preisgelder für einen gemeinsamen Ausflug erhielten die Jugendgruppen »Coole Würmer« aus Obing, »Wilde Blumen« aus Otting und die »Gartengeister« aus Taching als die ersten drei Gewinner.

»Ich bin glücklich«, sagte der Törringer Gartenbauvereinsvorsitzende Wolfgang Deinböck. Treffender hätte er den überwältigenden Ansturm an Gartenfreunden, den herrlichen Sommertag inmitten der Natur und die traumhaft gestalteten Gärten nicht zusammenfassen können. Die Energie, Zeit und Kraft, die für die Vorbereitung des »Tags der offenen Gartentür« von allen Gartenbesitzern und Mitgliedern der Törringer Vereine aufgebracht worden war, hat sich mehr als gelohnt und gezeigt, dass man mit einer intakten Dorfgemeinschaft »Berge versetzen« kann und als Lohn seiner Mühe hochachtungsvollen Zuspruch erntet.

»Wahnsinn«, »Wie gibt's das, dass ihr so ein schönes Dorf habt's?«, »Das ist mit nichts zu bezahlen« oder »Keine Zäune, das sagt schon ganz viel«, so einige Stimmen der angetanen Besucher, die sich sichtlich wohlfühlten. eng