Solarpark-Anlage im Grünen nimmt erste Hürde

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Auf dieser Wiese in der Nähe von Unterwendling soll die Freiflächen-Photovoltaik-Anlage entstehen. Bei einem Ortstermin verschaffte sich der Wonneberger Gemeinderat einen Überblick. Es ist in der Gemeinde das erste Projekt dieser Art, daher wollte sich die Gemeinde bestens vorbereiten. (Foto: Caruso)

Wonneberg – Für Freiflächen-Photovoltaikanlagen, die im Außenbereich als selbstständige Anlagen errichtet werden sollen, ist generell eine gemeindliche Bauleitplanung erforderlich. Die Gemeinde muss den Bereich, in dem eine Freiflächen-PV-Anlage errichtet werden soll, als »Fläche für Anlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien – Sonnenenergie« in ihrem Flächennutzungsplan entsprechend darstellen. Zugleich muss sie einen Bebauungsplan aufstellen, dessen Verfahren sie mit einem Aufstellungsbeschluss in die Wege leitet. Einen solchen Aufstellungsbeschluss fasste der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Damit weist die Gemeinde ein entsprechendes Sondergebiet für eine Photovoltaik-Freiflächenanlage aus. Beantragt hatte dies ein Landwirt aus Unterwendling.


Der Bau der Anlage, deren Leistung und Größe Bürgermeister Martin Fenninger nicht näher bezifferte, soll in Reihenbauweise auf einer grünen Wiese, in einem sogenannten »landwirtschaftlich benachteiligten Gebiet«, das in begrenztem Umfang für Solaranlagen nutzbar ist, erstellt werden.

Die zu überplanende Wiese liegt im baurechtlichen Außenbereich zwischen der Ortschaft St. Leonhard am Wonneberg und dem Weiler Unterwendling südlich angrenzend an eine Waldfläche unweit des Wertstoffhofs. Das Areal ist im Flächennutzungsplan, der der vorbereitenden Bauleitplanung dient, bislang als landwirtschaftliche Fläche eingetragen.

Weil es die erste Freiflächenanlage in der Gemeinde Wonneberg ist, erforderte das Vorhaben großen Abwägungsbedarf im Gemeinderat. Aus diesem Grund trafen sich dessen Mitglieder auf Wunsch von Bürgermeister Martin Fenninger vor der jüngsten Sitzung auf dem Grundstück, um sich ein besseres Bild von der Lage des Vorhabens zu machen. Fenninger hob hervor, dass es eine Grundsatzüberlegung sei, solche Anlagen zuzulassen.

Genaues Prüfenund Abwägen

Gerade weil es das erste Mal sei, dass sich das Wonneberger Ratsgremium damit auseinandersetze, wolle man sich die Zeit nehmen, um die Vor- und Nachteile, soweit bekannt, zu erörtern, zu prüfen und gegeneinander abzuwägen. Dabei ging es unter anderem um die zulässige Bodenversiegelung, den optischen Landschaftsschutz, Lärmschutz, die Belange der Landwirtschaft, Blendwirkungen, Belange des Naturschutzes und vieles mehr. »All das wird auch noch im Bauleitplanverfahren sehr kompetent und ausführlich von den übergeordneten Behörden geprüft und geregelt«, informierte Fenninger.

Bedenken hatten die Räte bezüglich der guten Einsehbarkeit von der Straße aus und einer möglichen Beeinträchtigung des Landschaftsbildes. Letztlich schätzte das Gremium diesen Solarpark aber als verträglich ein, auch weil die PV-Wiesenfläche, wie beantragt, später durch die Beweidung mit Schafen naturschonend erfolgen soll. Fenninger meinte, es sei wohl auch im Sinne des Grundstückseigentümers, dass die Grundstücksfläche, die rund 55.000 Quadratmeter groß ist, dann mit einem Grünstreifen und Bepflanzungen so eingegrünt wird, dass die Anlage sich gut ins Landschaftsbild einfügt und sich nicht als Störfaktor erweist. »Auf jeden Fall müssen wir darauf achten, dass alles sehr gut geplant wird«, betonte Fenninger, nachdem deutlich gemacht worden war, dass das Ratsgremium mit dem Bau auch großflächiger Photovoltaik-Anlagen grundsätzlich eine gute Möglichkeit sieht, größere Mengen sauberer elektrischer Energie zu erzeugen. Wie es hieß, könnten diese Anlagen dazu beitragen, den steigenden Strombedarf zu decken. Um den notwendigen Flächenverbrauch für Freiflächen-Anlagen möglichst gering zu halten, müsse man auch im Ort geeignete Flächen für den intensiven Gebrauch von Solarenergie nutzen. Am besten seien sie auf Dächern aufgehoben. Platz wäre noch da, lautete eine Empfehlung, die sich vor allem an Hausbesitzer richtete.

Fenninger zeigte sich erleichtert, dass die positive Einstellung zum Vorhaben von allen Räten ausnahmslos vertreten wird. Zugleich ließ er wissen, dass Wonneberg nur noch über wenige kostbare, kommunale Dachflächen verfüge, die die Gemeinde für die Stromerzeugung durch Photovoltaik nutzen könne. Zu den wenigen, die aktuell noch frei seien, zähle das Dach des Kindergartens, auf dem aber schon eine Anlage geplant sei. In absehbarer Zeit wolle die Gemeinde auch noch eine auf dem neuen Bürgerhaus errichten.

Die vorhabenbezogene Bauleitplanung für den Solarpark biete nun die Möglichkeit, anhand klarer und fachlich begründeter Kriterien und einer umfassenden Abwägung ein ortsangepasstes Standortkonzept und, eine sachgerechte Lösung unter Einbeziehung der Bürger und Bürgerinnen zu entwickeln. Die Gemeinde habe auch bereits eine vertragliche Regelung mit dem Bauwerber getroffen, in der er sich beispielsweise verpflichtet, die Kosten der Bauleitplanung zu übernehmen.

»Die Anlage soll auf freiflächen-typischen Modultischen installiert werden, die ohne Beton verankert werden«, sagte Bürgermeister Fenninger. Der produzierte Strom könne direkt am Grundstück (an den Netzbetreiber) in das Mittelspannungsnetz übergeben werden. Der Einspeisepunkt sei also schon vorhanden.

Bebauungsplan unverzichtbar

Als Nebenerwerbslandwirt wolle der Bauwerber einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, er sei aber auch daran interessiert, den weiterhin bestehenden Grünlandaufwuchs extensiv und sinnvoll zu nutzen. Darüber hinaus wolle er für seinen ökologischen Landwirtschaftsbetrieb mit der Photovoltaikanlage ein zweites Standbein schaffen. »Baurechtlich ist aber für die Realisierung einer Freiflächen-Photovoltaikanlage die Aufstellung eines Bebauungsplans mit paralleler Änderung des Flächennutzungsplans unverzichtbar.« Der schon vorhandene Einspeisepunkt bilde einen Vorteil, wohl auch deshalb sei dieses Grundstück gewählt worden.

Nachdem der Rat das Vorhaben eingehend diskutiert hatte, fasste er die entsprechenden Aufstellungsbeschlüsse. Damit leitet die Gemeinde die Regelverfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans und zur Aufstellung des Bebauungsplans »Sondergebiet Freiflächen-Photovoltaikanlage Unterwendling« ein. Daran gekoppelt ist ein Grünordnungsplan, der die Belange von Natur und Landschaft für diesen Teil des Gemeindegebiets berücksichtigt.

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