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Rösser und Besucher beim Leonhardi-Ritt werden immer weniger

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Schönes Wetter und unfallfrei, aber zunehmend weniger Pferde und Besucher: Das ist das Fazit zum Ritt in St. Leonhard. (Archivbild: Hans Eder)

Wonneberg – Ein positives Fazit zum Ritt zog Matthias Mader, der Vorsitzende des Leonhardi-Vereins Wonneberg, bei der Jahreshauptversammlung im Gasthaus Alpenblick in Weibhausen. Der Ritt ist unfallfrei verlaufen, das Wetter war schön, und auch die vom Verein angebotene Bewirtung hat gut geklappt. Ein kleiner Wermutstropfen ist jedoch die Tatsache, dass die Anzahl der Rösser und auch der Besucher kontinuierlich geringer wird.


Auch Kassier Hardi Reinmiedl sprach diesen Rückgang an. Im Jahr 2011 – und das ist der bisherige Rekord – waren 147 Pferde beim Ritt in St. Leonhard mit dabei, heuer waren es gerade mal 106, ohne die rund zwei Dutzend Einspannpferde. Er wisse nicht, ob es diese Tendenz auch bei anderen Rittveranstaltungen gebe; in St. Leonhard jedenfalls werde die Rösseranzahl immer geringer. Und auch der Zeichenverkauf und somit die Besucherzahlen gehe kontinuierlich zurück. Hier stagniere die Anzahl bei rund 900, wie Schriftführer Heinrich Gebauer anfügte.

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Vorsitzender Mader ließ das Jahr Revue passieren. Die Wonneberger Rosserer nahmen an den Ritten in der Umgebung teil: mit 17 Pferden in Traunstein, mit zehn in Stein, mit elf in Tittmoning, mit 21 in Holzhausen, mit sechs bei den Rosstagen in Schönau, mit sieben in Ruhpolding und schließlich mit neun in Inzell.

Weiters erwähnte er das Rittbitten in Traunstein, Surberg und in Waging; alle drei Veranstaltungen waren seiner Einschätzung zufolge recht ordentlich besucht. Trotzdem wies er darauf hin, dass diese Rittbitten-Termine nicht nur für Rosserer seien, sondern dass jeweils die ganze Gemeinde eingeladen sei. Auch am Herrichten der Festwagen hätten sich viele Helfer beteiligt.

Aus Maders umfassendem Dank an alle, die in irgendeiner Weise zum Gelingen des Ritts beigetragen haben, ging hervor, wie viele Menschen tatsächlich notwendig sind, damit dieser Festtag in der Gemeinde Wonneberg auch wirklich gelingen kann. In diesem Zusammenhang ist der Verein derzeit auf der Suche nach Nachfolgern für Berta Fenninger. Sie hat sich über Jahrzehnte hinweg um den Blumenschmuck für den Festwagen gekümmert. Aus Altersgründen hört sie jetzt auf. Mader appellierte an »Männer und Frauen mit grünem Daumen«, sich doch zu melden und die für den Wagenschmuck notwendigen Winterastern anzubauen.

Kassier Reinmiedl hatte einen positiven Kassenbericht abzugeben. Nicht zuletzt trug dazu auch die vom Verein selbst organisierte Bewirtung im Feuerwehrhaus bei. »Der nächste Ritt ist gesichert«, verkündete er angesichts eines angestiegenen Kassenstands.

Schriftführer Gebauer berichtete über die verschiedenen Vorstandssitzungen, in denen die vielen organisatorischen Fragen besprochen und die Zuständigkeiten verteilt wurden. Die Mitgliederzahl des Vereins ist seinen Angaben zufolge um vier auf 406 gestiegen.

Bürgermeister Martin Fenninger dankte allen Beteiligten für die Durchführung des Ritts, der eine Bereicherung im Leben der Gemeinde sei. Die Teilnahme der Rosserer an den Ritten der Umgebung sei zudem eine Werbung für Wonneberg. Die Gebühr, die der Verein für das Abhalten des Ritts an die Verwaltungsgemeinschaft zahlen muss, verteidigte der Bürgermeister: Es gebe nun einmal den Gebührenkatalog, und da könne man nicht für einen Verein eine Ausnahme machen. Andererseits hob Fenninger hervor, dass die Gemeinde dafür die Versicherung für den Ritt übernimmt.

Ein Thema war auch noch die Bewirtungssituation, da es in St. Leonhard keinen Wirt mehr gibt. Vorsitzender Mader stellte fest, die Bewirtung in eigener Regie im Feuerwehrhaus bringe zwar Gewinn, mache aber einen Haufen Arbeit. Sie sei keine Lösung auf Dauer. Ähnlich sieht es auch der Bürgermeister, der in dem Zusammenhang auf eine gute Lösung für das von der Gemeinde angestrebte Bürgerhaus hofft.

Zum Schluss gab Mader noch eine kleine Vorschau. Der Verein will sich unter anderem am Fest der historischen Reitergruppe Piding beteiligen: Dazu gibt es ein Rittbitten in Traunstein am 15. Mai und einen Festumzug am 30. Juni. Was die Beteiligung von Ross und Reitern anbetrifft, zeigte sich Mader philosophisch: »Es geht mal rauf und mal runter. Ich hoffe, dass es wieder mal raufgehen wird.« he


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