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Paul Fenninger feiert heute seinen 90. Geburtstag

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Paul Fenninger, der Austragsbauer vom Moier-Hof in Plattenberg, feiert heute seinen 90. Geburtstag. (Foto: Eder)

Wonneberg – Paul Fenninger, der Austragsbauer vom Moier-Hof in Plattenberg in der Gemeinde Wonneberg, feiert am heutigen Montag seinen 90. Geburtstag.


Viel hat er erlebt in seinem langen Leben, von Höhen und Tiefen spricht er, wenn er davon erzählt: etwa vom frühen Tod seiner Mutter, von seiner 2012 verstorbenen Frau, die viele Jahre lang schwer krank war, aber auch von den gemeinsamen sieben Kindern, auf die er sehr stolz ist. Dazu gehört auch Sohn Martin, inzwischen sechs Jahre lang Bürgermeister der Gemeinde Wonneberg. Auch Paul Fenninger war einmal für dieses Amt angetreten, im Jahr 1984, allerdings vergeblich.

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Geboren ist er 1930, zwei Wochen nach seiner Geburt ist die Mutter im Wochenbett gestorben. Er wuchs zusammen mit drei Brüdern auf dem elterlichen Bauernhof auf und besuchte in St. Leonhard die Schule. Wie sich Fenninger noch gut erinnert, sind er und seine Schulkameraden zusammen mit drei anderen Klassen unterrichtet worden, insgesamt um die 50 Schüler, sogar an Sonn- und Feiertagen. Schon früh wurde Paul Fenninger auch Ministrant und leistete in der Früh noch vor Schulbeginn Altardienst.

Durch die Gnade der »späten Geburt« musste Fenninger nicht mehr in den Krieg ziehen. Er war allerdings im letzten Kriegsjahr als 15-Jähriger noch auf ein Skilager in Kühroint geschickt worden, das als eine Art Grundausbildung für die Hochgebirgssoldaten galt.

In seiner Jugend hat Fenninger daheim fest mitgearbeitet und konnte dann, obwohl zwei seiner Brüder älter waren als er, aufgrund verschiedener Umstände im Jahr 1960 den elterlichen Hof übernehmen. In dem Jahr hat er dann auch geheiratet. So hatte Paul Fenninger vor zehn Jahren zusammen mit seinem 80. Geburtstag auch Goldene Hochzeit zusammen mit seiner Frau Elisabeth feiern können, die zwei Jahre später nach langem Leiden verstorben ist.

Kennengelernt hatte er seine aus Hammer stammende Frau mit 27 Jahren bei einer Dekanatskonferenz der Landjugend in Traunstein. Zusammen mit ihr hat er sechs Buben und ein Mädchen. Diese sieben Kinder, »jedes verheiratet und wohl geraten«, haben zwischenzeitlich für zahlreiche Enkel gesorgt.

1960 erlitt die Landwirtschaft der Familie einen herben Rückschlag: Alle Kühe mussten wegen einer Seuche geschlachtet werden. Und dann brannte ein paar Jahre später auch noch ein Stallnebengebäude ab. Von alledem ließ sich Fenninger aber nicht entmutigen. Vielmehr baute er einen neuen Stall, der damals, um die Mitte der 1960er Jahre, einer der ersten mit einer Entmistung per Gitterrost ausgestattet war. 1995 übergab er den Hof an seinen ältesten Sohn Paul.

Neben all der vielen Arbeit auf dem Hof fand Paul Fenninger Zeit für zahlreiche Ehrenämter. 70 Jahre lang war er Mitglied des Kirchenchors und hat in der Zeit an die 3000 Proben besucht. Zwölf Jahre war er auch Mitglied der Kirchenverwaltung, über 40 Jahre lang aktives Mitglied der Musikkapelle St. Leonhard, zu deren Mitbegründern er auch zählt.

Damit ist die Liste der Ehrenämter, die Paul Fenninger im Laufe seines Lebens ausgeübt hat, noch längst nicht vollständig. 18 Jahre lang war er Mitglied des Gemeinderats in einer Zeit, in der Gemeindehaus und die alte Schule neu gebaut wurden. Zudem war er 40 Jahre lang Ortsvorsitzender der CSU, und als solcher war er dann auch einmal als Bürgermeisterkandidat angetreten. Darüber hinaus war er 20 Jahre BBV-Obmann. Als seinen größten Erfolg in dieser Funktion beschreibt Fenninger, dass er es – wenn auch mit viel Mühe und großer Geduld – fertiggebracht hat, dass auch Wonneberg, ebenso wie die meisten Nachbargemeinden, als »benachteiligtes Gebiet« eingestuft wurde, was sich unter anderem in Form von höheren Zuschüssen für die Bauern ausgewirkt hat.

30 Jahre war er zudem als Kassenprüfer in der Nothilfegemeinschaft Leobendorf tätig gewesen, und in seiner Jugend hatte er bereits zehn Jahre lang den Vorsitz der Katholischen Landjugend inne gehabt. Zusätzlich war er über viele Jahre hinweg Schöffe an verschiedenen Gerichten und auch Mitglied im Muster- und Verweigerungsausschuss der Bundeswehr gewesen.

Bis vor zwei Jahren hatte Fenninger noch verschiedene Aufgaben auf dem Hof übernommen und sich einer hervorragenden Gesundheit erfreut. Seitdem aber haben sich verschiedene gesundheitliche Probleme eingestellt und auch sein Gehör lässt ihn zunehmend im Stich. Aber »für mein Alter muss ich zufrieden sein«. Und schon in den nächsten Tagen stehen wieder etliche Untersuchungen an. Gefeiert wird aus Gründen von Corona diesmal sowieso nicht. he


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