Nur wenig Verbiss in Wonnebergs Wäldern

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Revierförster Max Poschner zeigte auf ein Bäumchen, das Hoffnung gibt: auf eine schön gewachsene, unverbissene Tanne. (Foto: Konnert)

Wonneberg – Nach längerer Unterbrechung hat die Jagdgenossenschaft Wonneberg wieder einen Waldbegang mit Revierförster Max Poschner unternommen. Gut 25 Jagdgenossen trafen sich auf dem Thalerhof in Fritzenweng, wo der etwa zweistündige Rundgang in die umliegenden Wälder startete. Jagdvorsteher Leonhard Strasser freute sich über das große Interesse der Jäger und Waldbesitzer an dem gerade im Klimawandel so wichtigen Thema Wald.


Die Jagdgenossenschaft Wonneberg hat circa 240 Mitglieder, die die Eigentümer oder Nutznießer der Grundflächen sind, die das Gemeinschaftsrevier bilden. Die jagdbare Fläche beträgt laut Jagdvorstand Strasser rund 1600 Hektar an Wald und Wiesen. 20 Jagdgenossen sind auch aktive Jäger. In den letzten sieben Jahren habe man jährlich zwischen 135 und 155 Rehe geschossen. »Ich glaube nicht, dass wir weniger schießen dürfen, damit der Wald nicht unter dem Verbiss leidet«, so Strasser.

Die Ergebnisse des jüngsten Vegetationsgutachtens geben ihm recht. Die Zahlen sind zwar noch nicht offiziell veröffentlicht, aber so viel konnte Revierförster Max Poschner schon verraten: »Es sieht im Jagdrevier Wonneberg gut aus mit dem Verbiss«. Bereits bei der letzten Erhebung vor drei Jahren habe es in Wonneberg keinen Bestand gegeben, wo die Tanne über 20 Prozent verbissen war. In den meisten Beständen seien es sogar weniger als zehn Prozent gewesen.

Die positive Entwicklung hat sich auch bei dem Waldbegang gezeigt. Auch wenn noch nicht alle Hausaufgaben hin zu einem klimaresistenten Mischwald gemacht seien, so sei man auf einem guten Weg, erklärte Poschner und machte dies an einem Restvorkommen eines Waldmeister-Buchenwalds fest. Dieser Waldtyp würde eigentlich auf den nährstoffreichen Standorten mit Kalk der Kuppen um Wonneberg natürlicherweise wachsen, hätte man dort über Jahrzehnte nicht gezielt die Fichte gepflanzt.

»Der Fichtenanteil in Wonneberg beträgt 70 Prozent. Fichte im Alleinbestand wird in Zukunft ein Problem werden, wegen Trockenheit, Stürmen, Borkenkäfer«, so Poschner. Auch dürfe man sich von dem derzeit hohen Holzpreis nicht blenden lassen, das könne sich schnell wieder ändern. Natürlich gehöre in einen klimaresistenten Mischwald mit Buche, Tanne, Bergahorn auch die Fichte in Maßen dazu.

Das Bayerische Standortinformationssystem BASIS empfehle für die Wonneberger Gegend Fichtenzumischungen von maximal 30 Prozent. Erfreulich sei daher, dass in der Naturverjüngung neben Fichte und Buche zunehmend Vogelbeere, Eiche, Tanne und Ahorn zu finden sind. Vor allem die Eiche werde im Klimawandel eine große Rolle spielen. Der geringe Verbiss bei Eiche und auch bei Vogelbeere zeige neben der Tanne, dass die Jagdgenossenschaft Wonneberg auf einem guten Weg sei in der Balance Wald-Wild.

Angesprochen wurde auch die waldbauliche Behandlung der Wälder zur Förderung der Mischbaumarten. Revierförster Poschner riet zu einem defensiven Vorgehen, bei dem sich die Tanne noch im Dunkeln etablieren kann, bevor man den Bestand vorsichtig durch die Entnahme alter Bäume öffnet, damit Licht hineinkommt und die Verjüngung zu wachsen beginnt.

Das negative Gegenbeispiel hatten die Teilnehmer in einer durch Schneebruch entstandenen Lichtung vor Augen. Dort hat sich die Brombeere derart ausgebreitet, dass keine Verjüngung mehr aufkommen kann. Auf eine solche Fläche müsse man, so der Rat des Försters, schnellstens durch Pflanzung Mischbaumarten wie Tanne, Buche, eventuell auch Ahorn oder Lärche einbringen, in deren Schatten die Brombeeren dann vergehen.

Eine wertvolle und interessante Baumart für solche Situationen sei auch die Vogelkirsche, allerdings müsse man beachten, dass die Kirsche viel Platz zur Ausbildung der Krone braucht. In diesem Zusammenhang wies Poschner auf die derzeitigen Förderbeiträge von drei Euro je Pflanze hin, die die Waldbesitzer bei Pflanzung in Anspruch nehmen können. Angesprochen wurde auch die Verkehrssicherungspflicht auf öffentlichen Waldwegen. Mit Corona habe die Erholungsfunktion des Waldes stark zugenommen, so Poschner. Immer mehr Wanderer und Spaziergänger kämen in die Wälder. »Wenn dann noch wie hier ein Bankerl aufgestellt ist, muss der Waldbesitzer dafür sorgen, dass keine Gefahr von den Bäumen, zum Beispiel durch herunterfallende Trockenäste, ausgeht«, so Max Poschner.

Auch das Thema Esche wurde angeschnitten. Da kranke Eschen auch ohne erkenntliche Einflüsse von außen umfallen können, weil ihre Wurzeln in Mitleidenschaft gezogen sind, solle man sie lieber rechtzeitig entfernen, um Schäden oder Unfälle zu vermeiden.

kon


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