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»Lasst die Kinder zu mir kommen«

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Bürgermeister Martin Fenninger hielt die Ansprache zur Einweihung des neuen Wonneberger Kindergartens, die im Freien stattfand. Im Hintergrund sind (von rechts) die Grundschüler Matthias Brandner, Ida Sorg und Julian Ramstötter zu sehen, die die Veranstaltung mit einem Gedicht und einer musikalischen Einlage bereicherten. Mit auf der Bank sitzt auch die Religionslehrerin Viktoria Schwarzer. (Foto: Caruso)

Wonneberg – Schon vor Wochen ging der neue Kindergarten mit Krippe in Wonneberg in Betrieb. Feierlich eingeweiht wurde das Gebäude Corona-bedingt jedoch erst jetzt. Das Ereignis vereinte wenige ausgewählte Gäste, Kommunalpolitiker, Erziehungs- und Verwaltungspersonal auf dem Außen- und Spielgelände des Kindergartens.


Corona-bedingt war ein Hygienekonzept notwendig, das unter anderem die Zahl der Teilnehmer begrenzte und große Abstände zwischen den Sitzbänken gebot. Es war aber zugleich ein Festakt, der deutlich machte, dass Kindern jener Platz eingeräumt wird, der ihnen zukommt: Sie sind in der weltlichen und kirchlichen Gemeinde herzlich willkommen.

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Zum Ausdruck kam dies vor allem in der ökumenischen Andacht und den Ansprachen, die neben dem Spiel der Musikanten, den fröhlichen Liedern der Kindergarten-Knirpse und den unterhaltsamen Einlagen von Grundschülern den offiziellen Teil des Festes abrundeten. Die musikalische Gestaltung oblag dabei den Leonharder Musikanten mit Hermann Eder, Wolfgang Parzinger, Franz Tradler und Konrad Eder.

Vom ersten Lebensjahr bis Ende der vierten Klasse

»Mit unserer Einrichtung, für die wir im Juli 2018 den Grundstein gelegt haben, können wir den Kindern vom ersten Lebensjahr bis zum Ende der vierten Klasse nun eine schöne, neue Heimat anbieten«, sagte Bürgermeister Martin Fenninger. Er würdigte die gute Zusammenarbeit mit der Planungsgruppe Straßer in Traunstein mit Geschäftsführer Martin Eisenbichler und Architekt Michael Mayer, dem Gemeinderat, Bastian Mayer, in der Verwaltungsgemeinschaft zuständig für Bautechnik, den Grundstücksbesitzern und Nachbarn sowie allen in der Schule, weil die Bauarbeiten vor allem auch Lärm verursacht haben. Auch würdigte er Kindergartenleiterin Birgit Bleibinger.

Das gute Ergebnis des langwierigen Planungsprozesses könne sich wirklich sehen lassen, betonte Fenninger. Von Anfang an sei es Ziel gewesen, ein Haus für zwei Kindergartengruppen, eine Krippengruppe und Räume für die Mittagsbetreuung der Grundschüler zu schaffen. Die Kosten habe man mit knapp 3,95 Millionen Euro ganz gut einhalten können. Sie lägen nur 4,9 Prozent über der Schätzung von Anfang 2018. Derzeit betreue man 47 Kindergarten- und sechs Krippenkinder. Für eine kleine Gemeinde wie Wonneberg sei dies »ein Riesenprojekt« gewesen, das Geld sei aber sicher gut angelegt.

In der Andacht rückten die neue evangelische Pfarrerin, Hannah von Schroeders, und ihr katholischer Kollege, Gemeindereferent Martin Riedl, die Geschichte von Jesus und den Kindern in den Mittelpunkt: »Da brachte man Kinder zu ihm, damit er ihnen die Hände auflegte. Die Jünger aber wiesen die Leute schroff ab. Als Jesus das sah, wurde er unwillig und sagte zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran!«

Kreuz soll alle Menschen begleiten

So wie Erzieher und pä-dagogische Fachkräfte die Kinder inhaltlich weiterbilden, prägen sie auch das Verhalten der Kinder. Sie brächten ihnen jeden Tag nützliches und wichtiges Wissen bei. Ein Kreuz, auf der Vorderseite mit Bildern, die die Sinne symbolisieren, und auf der Rückseite mit den Namen der ersten Kinder, die die Einrichtung besuchen, soll ein Begleiter auf dem weiteren Lebensweg aller Menschen sein, die in diesem Haus ein- und ausgehen. »Das Kreuz soll an passender Stelle in einem der Räume seinen Platz finden«, sagte Martin Riedl, ehe er Hannah von Schroeders dem Kreuz, der Einrichtung, den Kindern und den Gästen den kirchlichen Segen spendete.

Leiterin Birgit Bleibinger erinnerte, wie es gelungen sei, die Kleinen von Anfang an miteinzubinden, damit der Übergang leicht fällt und der gruppenweise Umzug samt Start im neuen Gebäude möglichst reibungslos verläuft. Dabei habe das Kindergartenpersonal ordentlich mitanpacken müssen, sagte sie, und berichtete kurz über die Eingewöhnung im neuen Kindergarten.

Architekt Michael Mayer hob die Besonderheiten des Gebäudes hervor. So werde der Kindergarten über die Schule mit beheizt. Ein Treppenhaus mit Aufzug im neuen Verbindungsbau diene auch der Schule als barrierefreier Zugang zu allen Geschoßen und als zweiter Rettungsweg. Im Keller seien die Räume für die Mittagsbetreuung der Grundschule, die sich zum Schulpausenhof hin orientieren. Hier seien auch die barrierefreien öffentlichen WCs, die über den Pausenhof erreichbar seien, und Lagerräume, die als zusätzliche Gruppenräume umfunktioniert werden könnten.

Das neue Gebäude entspreche dem Energiestandard »KfW Effizienzhaus 55«, also einem Gebäude mit besonders niedrigem Energieverbrauch. Die Nutzfläche umfasse knapp 1100 Quadratmeter. Der Neubau sei in städtebaulicher Hinsicht eine Erweiterung der Grundschule. »Dabei nimmt der Neubau die östliche Gebäudekante des Bestands auf und entwickelt sich nach Westen hin weiter.« So wurden drei Außenbereiche geschaffen für den Kindergarten im Süden, die Schule im Osten und den Parkplatz im Nordwesten.

Neben den Haupt- und Nebenräumen der Kinderkrippe seien im Erdgeschoß auch der Personalbereich, das Elterncafé mit barrierefreiem WC sowie der Mehrzweckraum. Dabei seien die Haupträume nach Süden hin ausgerichtet und böten direkten Zugang zu Terrasse und Garten.

Auch im Obergeschoß gibt es einen Außenbereich

»Im Obergeschoß sind die Haupt- und Nebenräume der beiden Kindergartengruppen einschließlich Spielflur mit integrierten Garderobeninseln angeordnet. Ein großzügig gestalteter Spielbalkon nach Süden ist unmittelbar mit den Gruppenräumen verbunden und bietet auch im Obergeschoß einen wertvollen Außenbereich.« Interessante Perspektiven schaffe eine erhöhte Spielebene in den Gruppenräumen, die die Höhe des offenen Dachraums ausnutzt. Die untere Ebene werde als Spielhöhle zum Rückzugsort und mit der integrierten Küchenzeile bleibe eine aufgeräumte Raumaufteilung.

Nach den Ansprachen und der Andacht übergab Bürgermeister Martin Fenninger die Kleinen offiziell in die Obhut der Kindergärtnerinnen. Viele Gäste verweilten im Außenbereich der Schule, um sich bei einem Mittagessen auszutauschen. ca


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